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31. Januar 2012
Spendenfahrt bringt noch mehr Leid an den Tag
Drei Hohberger fuhren mit 6400 Euro für den erblindenden Mensur Rrustimi ins Kosovo / Spontaner Besuch bei Familie Ibrahimi.
HOHBERG-HOFWEIER (rte). Zurück von der dreitägigen Reise nach Mitrovice im Kosovo: Gertrud von Traitteur, Rabije Zeqiri und Theresia Schaub-Oelbe aus Hohberg haben vor Ort Spendengeld von mehr 6400 Euro überbracht. Das Geld kommt zur Hälfte von der in Hofweier ansässigen Familie Zeqiri und der kosovarischen Gemeinde in Offenburg und der Ortenau sowie aus Spenden aus Hohberg und Umgebung.
Das Geld kommt dem aufgrund von Diabetes erblindeten 28-jährigen Mensur Rrustimi zugute. Die Augenoperation erfolge in Kürze, hat Theresia Schaub-Oelbe von dem behandelndem Arzt in Mitrovice erfahren. Sie werde von einem deutschen Arzt aus Recklinghausen vorgenommen, der regelmäßig in der Klinik in Mitrovice ist. Die Chancen stünden gut, dass Mansur Rrustimi bald wieder auf beiden Augen sehen könne.
Der 28-Jährige hat Frau und Tochter, berichtet Theresia Schaub-Oelbe, er sei sehr deprimiert, weil er wegen des fortschreitenden Verlusts des Augenlichts keiner Arbeit nachgehen kann und Hilfe bei den kleinen Dingen das Alltags braucht. "Es war sehr emotional", berichten die drei Reisenden. Der Vater von Mensur habe einen Dankesbrief geschrieben, er danke allen Spendern ganz herzlich. Die Verständigung lief ganz gut, entweder auf Deutsch oder auf Englisch, zuweilen auch mit Gebärden oder durch Übersetzung von Rabije Zeqiri. Die Familie Zeqiri lebt seit 20 Jahren in Hofweier und hat enge Verbindungen zu Verwandten und Bekannten in der alten Heimat.
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Gertrud von Traitteur und Theresia Schaub-Oelbe betonen, dass die Reise in den Kosovo aus eigener Tasche bezahlt wurde. "Es war abenteuerlich, wir standen dann am Flughafen mit einem Schild." Von Traitteur und Schaub-Oelbe gehörten Anfang der 1990er Jahre zum Hohberger Asylkreis, damals kamen Familien aus den Kriegsgebieten des Balkan auch nach Hohberg. In besonderer Weise kümmerten sich die beiden auch um die Familie Ibrahimi, die von 1991 bis 2000 in Niederschopfheim wohnte und dann zurückkehren musste. Die jetzige Reise in den Kosovo war denn auch Gelegenheit, die Ibrahimis in Sllakovic zu besuchen; Rabije Zeqiri hatte berichtet, dass es der Familie sehr schlecht gehe. Davon konnten sich Schaub-Oelbe und von Traitteur ein Bild machen: "Es ist verheerend", sagt Schaub-Oelbe, "erbärmlicher geht’s nicht": Vater, Mutter und drei Kinder teilen sich einen schlecht beheizten Raum, fließendes Wasser gibt es nicht, bei Schnee und Eis muss die Wäsche im Trog vor dem Haus gewaschen werden, außer Brot und Paprika gibt es wenig zu essen. Die Pfarrgemeinde St. Brigitta hat die vergangenen Jahre mit Spenden ausgeholfen, weitere Hilfe werde nötig sein.
Tel. 07808/7081, Gertrud von Traitteur,
Tel. 07808/2908, Pfarramt Niederschopfheim, Tel. 07808/2300
Autor: rte
