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04. Juli 2011
"Es ist anregend, ein Ziel zu haben"
BZ-INTERVIEW mit Fabienne Beringer, die ein Ballettprojekt in Horben plant.
HORBEN (fry). Tanzen ist für Fabienne Beringer von klein auf ein Lebenselixier, Ballett eine intelligente Antwort auf Übergewicht und Anorexie bei Kindern und Jugendlichen. Jetzt hat sich die Tanzpädagogin in Horben niedergelassen, um dem Nachwuchs der Gegend diese Erkenntnis weiterzugeben und plantmit ihm etwas Besonderes. BZ-Mitarbeiterin Anne Freyer sprach mit Fabienne Beringer.
BZ: Frau Beringer, Sie bieten Kurse für "kleine Ballerinen" an. Warum ausgerechnet in Horben?Beringer: Horben ist besonders inspirierend für einen Künstler wegen seiner Schönheit: die Höfe, die Tiere, die gute Luft, die Wälder, das Katzental, wo ich eine Wohnung gefunden habe für meinen Assistenten Nektarios Bunz und mich und von wo wir bis hinüber nach Horben und ins Hexental blicken können.
BZ: Haben Sie schon Erfahrungen auf dem Gebiet des Ballettunterrichts gesammelt, und wenn ja, wo?
Beringer: Ich habe Ballett unter anderem auf der griechischen Insel Samothraki unterrichtet, die überwiegend von Ziegen besiedelt ist und wo man Ballett nicht unbedingt vermuten würde. Die griechischen Mädchen, die eigentlich nicht viel Bewegung haben, waren aber mit Begeisterung dabei; mit ihnen habe ich einen Ausschnitt aus "Coppélia" einstudiert und dabei gemerkt: Ballett ist überall möglich. Ich bin überzeugt, dass diese frühe Erfahrung den Mädchen ihr Leben lang helfen wird, ihren Körper und damit sich selbst bewusster wahrzunehmen, auch wenn sie nie wieder auf einer Bühne stehen werden. Es ist erwiesen, dass auch Kinder, die durch Hyperaktivität oder andere Probleme auffallen, durch Ballett mit seinen durchdachten Bewegungsabläufen zu Konzentration und Ausgeglichenheit zurückfinden.
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Beringer: Hier kam mir sofort das Ballett "La fille mal gardée (das schlecht behütete Mädchen)" in den Sinn, ein 1789 in Bordeaux uraufgeführter Klassiker, der inspiriert wurde von der malerischen Darstellung einer ländlichen Szene: Eine Mutter schilt ihre Tochter, umgeben von Heuballen und mit Blick aus der Scheune in den Hof eines bäuerlichen Anwesens. Mir schwebt vor, das Stück irgendwann in einer oder mehreren Scheunen in Horben und Umgebung aufzuführen, aber bis dahin ist es noch weit. Es ist jedenfalls immer gut und anregend, ein Ziel vor Augen zu haben. Aber zunächst einmal geht es mir darum, Mädchen und natürlich auch Buben in ihrer Entwicklung zu begleiten. Auf jeden Fall gibt es hier sehr begabte Kinder. Ballett ist eine sehr ergonomische und natürliche Art, klassische Musik zu genießen, ergänzt durch Atemübungen. Die Sprache des Balletts ist Französisch, als gebürtige Elsässerin meine zweite Muttersprache, und so lernen die Kinder ganz nebenbei auch noch ein wenig die Sprache des Nachbarlandes.
BZ: An welchen Personenkreis haben Sie bei Ihrem Projekt gedacht?
Beringer: Die Mitwirkung von Ballettschulen in Freiburg und Umgebung ist erwünscht, ebenso wie die von Kindern aus den Nachbarorten wie Merzhausen, Au, Wittnau und Günterstal; natürlich sind auch die Kinder von Feriengästen herzlich willkommen. Dankenswerterweise wurde uns der große Raum im Horbener Gemeindehaus zur Verfügung gestellt, der eine schöne Atmosphäre hat und jetzt noch groß genug ist. Wie es dann weitergeht, wird man sehen.
Informationen und Kontakt: Fabienne Beringer, "Jockelehof", Horben, Unterhaldenweg 1a, oder katholisches Gemeindehaus Horben, hier Unterricht und Anmeldung Dienstag und Donnerstag 17 bis 18.30 Uhr, Mittwoch 16 bis 17.30 Uhr, Samstag 11 bis 13 Uhr; E-Mail beringer.secr@yahoo.com
Autor: fry
