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22. November 2011
Jugend "nicht volltexten"
Gemeinderat Horben diskutierte über den örtlichen Jugendraum.
HORBEN (gln.). Der seit einigen Wochen geöffnete Jugendraum in Horben war Thema einer längeren Diskussion im Gemeinderat. Bürgermeister Markus Riesterer hatte das Thema auf Wunsch von Hans-Peter Buttenmüller (Unabhängiges Bürgerforum) auf die Tagesordnung genommen. Die Jugendlichen hatten gemeinsam mit Eltern und Vertretern der Verwaltung eine Hausordnung sowie eine Nutzungsvereinbarung erarbeitet.
Buttenmüller erklärte, der Raum sei "eine gute Sache", er sei aber aus finanziellen Gründen gegen dessen Einrichtung gewesen. Nun, da es ihn gebe, solle er zu einem Ort der Begegnung für die Jugendlichen werden, zu einem geschützten Raum, in dem sie sich sinnvoll beschäftigen und soziale Kompetenzen erarbeiten können. Was der Raum nicht sein solle, sei eine "Ersatzkneipe oder Disco, wo man abhängt". Um dies zu gewährleisten, seien klare Regeln notwendig, und ein kompetenter Erwachsener, "der das Ding leitet wie ein Geschäftsführer."
An dieses Statement schloss sich eine zum Teil heftige Diskussion unter den Räten über die Fragen an, ob der Jugendraum selbstverwaltet sein soll oder nicht, ob Alkohol konsumiert werden darf oder nicht, ob ein Erwachsener, der nicht auch Elternteil ist, für die Jugendlichen zumindest in Hintergrund als Berater ansprechbar sein sollte oder nicht.
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Markus Riesterer erinnerte daran, dass im Vorfeld der Eröffnung des Jugendraumes intensiv diskutiert worden sei, dass unstrittig gewesen sei, dass er von den Jugendlichen selbst verwaltet werden soll als Form der offenen Jugendarbeit in Ergänzung zu bestehenden Vereinsangeboten. "So, wie die Jugendlichen ihr Konzept erarbeitet haben, ist es ein richtiges Konzept". Zudem sei vereinbart, dass sie einmal im Jahr dem Rat berichten. Riesterer plädierte dafür, zunächst einmal abzuwarten, wie sich das Geschehen im Jugendraum entwickelt und den jungen Menschen eine Chance zu geben.
Roland Zimmermann (CDU) stimmte dem zu, die Jugendlichen sollten eine Chance haben und, wenn notwendig, Rahmenbedingungen selber anpassen. "Sie sollten nicht vollgetextet werden mit dem, was sie dürfen und was nicht". Maria Kurz (Freie Wähler) und Stefanie Dold (CDU) zeigten sich nicht abgeneigt, einen Erwachsenen – "einen geschulten Ansprechpartner" – hinzuzuziehen.
Reinhard Brunner (Freie Wähler) meinte, bislang laufe im Jugendraum alles "wunderbar", das Leitungsteam werde durch Eltern in Rufbereitschaft unterstützt. Man solle "die Jugend machen lassen". Auch Hermann Steiert (Gemeinsam für Horben) hatte den Eindruck, man spreche hier über ein Thema, "das keines ist", und das auch noch über den Kopf der Jugendlichen hinweg. Das soll anders werden: In die Januarsitzung werden die Jugendlichen eingeladen und um einen ersten Erfahrungsbericht gebeten.
Autor: gln
