31. Mai 2010
Biker schauen mit Gottes Segen in die Zukunft
Motorradfreunde Hotzenald weihten das neue Vereinsheim mit einem Gottesdienst ein / Beachtenswerte Predigt von Pfarrer Hans Moser.
RICKENBACH-HOTTINGEN. Die Querelen gehören der Vergangenheit an: Mit einem feierlichen Bikergottesdienst weihten die Motorradfreunde Hotzenwald am Sonntag ihre neues Vereinsheim auf dem ehemaligen Sportplatz in Hottingen ein. Dekan Peter Berg höchst selbst hatte den Weg von Bad Säckingen auf den Hotzenwald gefunden. Er zelebrierte die kirchliche Feier gemeinsam mit dem Rickenbacher Pfarrer Hans Moser.
Es hätte eine wunderbare Sache werden können, inmitten der freien Natur des abgelegenen Sportplatzes das neue Biker-Domizil mit einem Gottesdienst einzuweihen, nachdem im Februar nach vielen Diskussionen der Pachtvertrag zwischen den Motorradfreunden Hotzenwald und der Gemeinde doch noch zustande gekommen war. Einzig Petrus spielte nicht mit. So hatten bei dem Sauwetter nur gut zwei Hand voll ganz "hart gesottener" Biker ihre Maschinen aus der Garage geholt, um standesgerecht zur offiziellen Einweihung zu fahren. Viele andere waren lieber mit dem Auto gekommen, so dass das neue Vereinsheim mit Leben gefüllt war. Mit Worten, wie sie wohl nur ein einstiger Motorradfahrer findet, zog Pfarrer Moser die Aufmerksamkeit der Biker in seiner Predigt auf sich. Zuvorderst stehe einfach nur der Spaß am Fahren, an der Beschleunigung, an den Kurvenkombinationen, das ganz andere Erleben der Natur, die ein Biker nicht nur sehe, sondern auch rieche und schmecke, umschrieb Moser das intensive Fahrerlebnis. Ein Biker erfasse die Landschaft ganz anders. "Aber es gibt auch die andere Seite", befand Moser. Wenn Situationen heikel würden, wenn es zu zaubern gelte, um diese heil zu überstehen. Aber die Freude am Motorradfahren lasse einen diese Risiken in Kauf nehmen. "Ein Motorradfahrer hat die Risiken ständig im Blick und besitzt daher einen relativ nüchternen und sachlichen Blick für das Leben insgesamt", sagte Moser. Und noch etwas sei spezifisch für Motorradfahrer: ihr Sinn für Gemeinschaft. Deshalb passe dieses Clubhaus wunderbar zu den Motorradfreunden. "Hier treffen sich Menschen, die wissen, dass sie ganz schnell einmal aufeinander angewiesen sind und hier treffen sich Menschen, die sich darüber bewusst sind, dass es den Schutz eines Anderen, eines Höheren bedarf", sagte Moser und zitierte am Ende seiner Predigt aus dem Psalm 91: "Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe." Im Anschluss an den Gottesdienst, an dessen Ende Dekan Berg das neue Vereinsheim, die Fahrer und die Maschinen segnete, dankte Motorradfreunde-Vorsitzender Frank Kratzer nochmals allen Mitstreitern, die das Biker-Domizil in wenigen Wochen mit viel Engagement zu einem Schmuckstück umgebaut hatten.Werbung
Entstanden ist ein Ort, an dem sich Biker-Gemeinschaft wirklich leben lässt.
Autor: Hildegard Siebold






