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30. November 2009

Der Kirchenchor ist wütend auf den Pfarrer

Im Herrischrieder St. Zeno Chor brennt die Luft / Neuer Dirigent

  1. Der neue Dirigent des Kirchenchors: Christoph Demandt Foto: Probst

HERRISCHRIED (pro). Der Kirchenchor St. Zeno Herrischried geht mit gemischten Gefühlen in das neue Vereinsjahr. Einerseits gelang es der Vereinsführung mit dem Görwihler Christoph Demandt einen neuen Dirigenten zu verpflichten, andererseits ärgern sich die Mitglieder über die Kritik Pfarrer Hans Mosers an der gesanglichen Leistung des Chores. Diese sei eine Zumutung für die Zuhörer, soll der Pfarrer in der Vergangenheit gesagt haben, hieß es in der Hauptversammlung des Chores. Die Folge: In der Versammlung hagelte es Kritik am Pfarrer.

"Was er für ’en Seich erzählt, gehört ins Mitteilungsblatt", meinte Chormitglied Martina Baumgartner. Er sei ein Pfarrer, der meine, er sei der Herrgott. Christa Lammert, die auch den Kassenbericht vorlas, meinte dazu, dass Pfarrer kommen und gehen, aber eine Gemeinde bleiben werde.

Vorsitzende Barbara Matt berichtete von ihren Schwierigkeiten ein Gespräch mit dem Pfarrer zu führen. Sie befürchte gar, Moser könne dem Chor das Singen in der Kirche verbieten. Schriftführerin Gerda Zapke meinte, dass man deshalb nicht mit dem Singen aufhören solle, sondern dann eben an anderen Orten auftreten könnte. Bis der Chorgesang auch in der Herrischrieder Kirche wieder erwünscht sei. In Erwägung gezogen wurde eine Unterschriftensammlung. Dabei wies Gabi Böhler auf die Schwierigkeit hin, alle Herrischrieder Christen unter einen Hut zu bringen. Sie machte jedoch auch klar, dass auch ein Pfarrer einen Chef habe.

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Pfarrgemeinderatsmitglied Dieter Jehle zeigte sich von den Spannungen überrascht. Er habe davon bislang nichts gewusst. Pfarrer Hans Moser nahm an der Versammlung nicht teil.

Die Jahreshauptversammlung des Chores im Restaurant Christophorus wurde mit einem Lied unter Leitung des neuen Dirigenten Christoph Demandt eröffnet, ehe die Vorsitzende Barbara Matt, Schriftführerin Gerda Zapke und Kassiererin Christa Lammert das vergangene Jahr Revue passieren ließen. Die Feier des 120-jährigen Bestehens des Chores war ein Anlass zur Freude. Durch die Krankheit der Dirigentin Regina Kocum fielen aber viele Proben aus. Josef Klein konnte dann als Aushilfsdirigent gewonnen werden, ehe Christoph Demandt den Dirigentenposten übernommen hat. Ein Ausflug mit dem Nostalgiebus und ein Grillfest belohnten die Chormitglieder für ihre Mühen.

Lobende Worte für den Chor hatte nicht nur der neue Chorleiter Christoph Demandt parat, sondern auch Bürgermeister Christof Berger. Nachträglich gratulierte er dem Kirchenchor zum Jubiläum und überreichte eine große Torte.

Pfarrgemeinderat Dieter Jehle zeigte sich froh darüber, dass die Pfarrgemeinde einen solchen Chor habe. "Wir haben Freude an euren Darbietungen", sagte er, ehe zahlreiche Präsente an Chormitglieder überreicht wurden. Rosmarie Wieczorek wurde für fünfjährige, Sabrina Matt und Roland Dannenberger wurden für zehnjährige Mitgliedschaft geehrt .

Autor: pro