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28. August 2010

Hotzenwälder Individuen

Ungewöhnlich gewachsene Bäume wecken das Interesse von holzverarbeitenden Betrieben / Wirkung auf die Psyche des Menschen.

  1. Forstwart Werner Gebhardt hilft beim Auffinden ungewöhnlicher Bäume. Foto: privat

  2. Kunstvoll-bizarre Verkernungen im Stammholz sind für die Möbelherstellung von hohem Wert. Foto: Wolfgang Adam / BZ

  3. Schreinermeister Werner Lauber hat sich auf die Suche und Verarbeitung besonders gewachsener Stämme spezialisiert. Foto: Wolfgang Adam

HOTZENWALD. In der Natur entwickeln sich ausgeprägte Individualitäten nicht nur bei Menschen und Tieren, sondern auch unter den Pflanzen. In der Waldbewirtschaftung spielt diese Verschiedenheit sogar eine ökonomische Rolle: Dann nämlich, wenn Bäume mit eigenwilligem Wachstum zu höheren Preisen an die holzverarbeitenden Betriebe verkauft werden. wie Rickenbachs Revierleiter, Forstwart Werner Gebhardt, auf Anfrage der Badischen Zeitung berichtete.

Wenn Werner Gebhardt im Wald bei eingeschlagenen Bäumen besondere Merkmale wie formenreiche und dunkle Stamm-Verkernungen entdeckt, informiert er gezielt Waldbesitzer, Sägewerker und holzverarbeitende Schreiner, die mit der speziellen Natur-Eigenart etwas anzufangen wissen.

Einer von ihnen ist der 40-jährige Schreinermeister Werner Lauber aus Bergalingen. Er beschäftigt sich schon seit geraumer Zeit mit Untersuchungen von seltenen Holzverkernungen. Für ihn sind besonders die dunkleren Exemplare interessant, weil sie im herausgesägten Holz für einzigartige, kunstvolle Linien und Formen sorgen. Mit solchen Brettern kann er wertvolle Möbel herstellen, die von einem wachsenden Kundenkreis heute immer häufiger nachgefragt werden.

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Der Verkauf ungewöhnlicher Bäume hilft indirekt bei der Bestandspflege

An dieser Verbesserung der Wertschöpfung im Wald beteiligen sich Förster der Region aus gutem Grund: "Wenn wir wertvolle Hölzer finden, steigern wir die Verkaufserlöse. Und das ist dann ein indirekter Beitrag zur ökologisch wichtigen Bestandspflege, die ja mit Investitionen verbunden ist", erklärt Werner Gebhardt. Er begrüßt somit das Interesse des Bergalinger Schreinermeisters an der wertsteigernden Verarbeitung besonderer Bäume.

Aus Sicht von Werner Lauber bedeutet die Möbel-Herstellung mit seltenen Hölzern für den späteren Besitzer eine Erhöhung der Lebensqualität. Dies beziehe sich aber längst nicht allein auf die Optik der Möbelstücke. Wohnraumberater und Naturforscher gingen davon aus, dass von dem eigenwillig gewachsenen Holz spezielle feinstoffliche Bewegungen und Schwingungen ausgehen, die sich auch auf das Wohlbefinden der mit dem Möbel lebenden Menschen positiv oder unter Umständen auch negativ auswirken könnten, so Lauber. Auf Wunsch vermittelt er seinen Kunden Kontakte zu Spezialisten, die für bestimmte Menschentypen die zu ihnen passenden Holzarten aussuchen.

Die Holzstrukturen können sowohl beruhigend als auch anregend wirken

"Beispielsweise werden hyperaktiven Menschen die Möbel mit beruhigenden Holzstrukturen empfohlen, während für antriebsärmere Zeitgenossen ein sehr lebhaftes Holz bevorzugt würde", berichtete der Schreiner. Über das heutige Wissen rund um seltene Holzstrukturen will er übrigens am 23. und 24. Oktober in seinem Bergalinger Betrieb bei einem "Tag der offenen Tür" informieren. Vorgestellt wird dann auch die Einführung einer neuen Holz-Zertifizierung in seinem Betrieb. Dem Möbelkäufer wird damit auch ein Nachweis der regionalen Herkunft des verarbeiteten Holzes gegeben. Der Nachweis dokumentiert die geografischen Daten des ursprünglichen Baumstandortes fast punktgenau.

Autor: Wolfgang Adam