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17. September 2010 20:01 Uhr
Naturphänomen
Kehren die Bergfinken in den Hotzenwald zurück?
Ein Naturspektakel, das es so noch nie gegeben hat: Vor einem Jahr haben Millionen von Bergfinken im Hotzenwald überwintert und zahlreiche Schaulustige angelockt. Wie wahrscheinlich ist, es dass sich das jetzt wiederholt?
HOTZENWALD. Angesichts der Zugvögel, die derzeit die Region verlassen, kommt vielen die Erinnerung an die Millionen Bergfinken, die sich im vergangenen Winter im Lindauer Tal niedergelassen hatten. Ob sie dieses Jahr wiederkommen, wollte BZ-Redakteurin Katja Mielcarek von Vogel-Experte Rudi Apel wissen.
BZ: Wie oft sind Sie in den vergangenen Wochen gefragt worden, ob wir dieses Jahr wieder ein solchen Spektakel im Hotzenwald erleben können?Rudi Apel: Och, das hielt sich eigentlich noch in Grenzen. Ich schätze, 15- bis 20-mal. Aber die Frage gingen ja schon im März los, als die Bergfinken gerade weg waren.
BZ: Und Ihre Antwort?
Apel: Ich fürchte, nicht. In ganz Deutschland gab es eine solche Ansammlung von Bergfinken überhaupt erst zweimal. Im vergangenen Winter bei uns und 1983 bei Magstadt. In ganz Europa sind nur sieben Fälle bekannt geworden.
BZ: Wovon hängt es denn ab, wo die Bergfinken sich im Winter niederlassen?
Apel: Wenn man das mal wüsste. Ich habe schon mit vielen Experten über dieses Thema diskutiert, aber keiner kennt die Antwort. Solche Ansammlungen von Bergfinken kommen so selten vor, dass es auch wenig Ansatzpunkte gibt, nach einem Grund zu forschen.
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BZ: Aber offensichtlich hat es den Vögeln im vergangenen Winter gut bei uns gefallen. Kann es nicht sein, dass sie dieses Jahr einfach mal schauen, ob es immer noch schön ist?
Apel: Wie gesagt, die Erfahrung zeigt, dass es wohl nicht so sein wird. Im vergangenen Winter gab es bei uns eine gute Bucheckernmast, soviel ich weiß, wird es diesen Winter nicht ganz so gut aussehen. Woher die Bergfinken das jeweils wissen, kann ich nicht sagen. Aber das ist ja auch das Faszinierende an diesem Phänomen.
BZ: Wenn die Finken wider Erwarten doch kommen, wann könnten wir mit ihnen rechnen?
Apel: Im vergangenen Jahr kamen sie um den 28. November rum und blieben bis zum 19. März. Ich war insgesamt 103-mal draußen und habe meine Beobachtungen alle protokolliert. Zum Beispiel hat man ungefähr drei Wochen vor ihrem Abflug eine Veränderung im Flugverhalten gemerkt. Bis dahin sind sie immer sehr zielstrebig in Richtung ihrer Schlafplätze geflogen. Plötzlich sind sie kreuz und quer geflogen, fast wie bei einem Balzflug.
BZ: Sie haben also geahnt, dass die Bergfinken, in den nächsten Tagen wieder verschwinden würden. Kam da Wehmut auf?
Apel: Natürlich. Ich kann ja schließlich davon ausgehen, dass ich so etwas nicht noch einmal erlebe. Aber es war schön, dass sie da waren.
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Autor: Katja Mielcarek
