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26. April 2010

Klares Bekenntnis zum Projekt Atdorf

Die Freien Wähler aus Herrischried wollen das neue Pumpspeicherkraftwerk / Vorsitzender Franz Albiez gibt nach 21 Jahren sein Amt an Ingrid Grieshaber ab.

  1. Foto: Katja Mielcarek

  2. Foto: Katja Mielcarek

HERRISCHRIED. Die Freien Wähler aus Herrischried befürworten das geplante Pumpspeicherkraftwerk Atdorf. Das machten sie in ihrer Hauptversammlung am Samstag deutlich. In dieser Sitzung gab der Vorsitzende Franz Albiez nach 21 Jahren sein Amt an Ingrid Grieshaber ab.

"Das Projekt Atdorf kann aus Sicht der Freien Wähler von Herrischried nur gut für die Gemeinde sein", fasste der bisherige Vorsitzende Franz Albiez die Einschätzung der Fraktion zusammen. Für die Freien Wähler sei die Notwendigkeit zusätzlicher Pumpspeicher unstrittig, wenn man erneuerbaren Energien ausbauen wolle. "Wer gegen Atomkraft schimpft, kann ja wohl nicht gegen diesen Energiespeicher schimpfen." Die schon vorhandenen Schaltanlage und Stromableitung sowie die günstige Höhenlage sprächen eindeutig für den geplanten Standort.

Für den ländlichen Raum könne das Projekt eine echte Stärkung sein dank zusätzlicher Steuereinnahmen und einer Belebung des Arbeitsmarktes – in der Bauphase, aber auch danach, da der Gemeinde mehr Spielraum für Investitionen entstehe. Auch gesamtwirtschaftlich mache das Projekt für die Freien Wähler Sinn: Es könne nicht sein, dass deutsche Stromgelder im Ausland investiert würden – wie für das Inntalkraftwerk durch die EnBW – und der Strom dann später wieder nach Deutschland zurückfließe. "Die Betriebsgewinne der Stromkonzerne sollten im eigenen Land investiert werden."

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Allerdings verschlössen die Freien Wähler die Augen auch nicht vor den Belastungen für die Anwohner. Deshalb forderten sie die bestmöglichen Schutzmaßnahmen gegen Staub, Lärm und Verkehr sowie eine angemessene Entschädigung der Betroffenen. "Aber wenn das Becken erst einmal steht, strahlt es nicht, stinkt nicht und macht auch keinen Lärm", so Franz Albiez. Er erwarte, dass die Schluchseewerk AG die Aufträge, so weit wie möglich an deutsche Unternehmen vergibt. Außerdem wollen die Freie Wähler eine begehbare Dammkrone, die sich sowohl touristisch als auch sportlich vermarkten ließe. Auch die Wege für die Forstwirtschaft müssten optimiert werden.

Die Kritik an den Informationsveranstaltungen zu dem Projekt kann Albiez nicht nachvollziehen: "Ich habe sie als sehr gut gefunden. Sie waren umfangreich und sehr exakt. Außerdem verhält sich das Öko-Institut neutral, und das ist in Ordnung so." Die Frage des Ersatzwassers hält Albiez für geklärt. Zudem werde vertraglich geregelt, dass das Schluchseewerk nachlegen müsste, falls der Wasserverbrauch im Hotzenwald wider Erwarten deutlich ansteige. Er habe den Eindruck, dass immer mehr Menschen den Nutzen des Projektes erkennen.

Die Bürger sollen Ideen und Wünsche an das Schluchseewerk einbringen

"Die, die jetzt dagegen schwätzen, wussten vor dem Projekt gar nicht, wo der Abhau überhaupt ist", sagte Patrick Tröndle, der unter den Gegnern kaum "echte Hotzenwälder" ausgemacht hat. Er selber wohne seit 13 Jahren in Herrischried, ohne dass ihn das Hornbergbecken I je gestört habe. "Die geografische Lage ist das einzige Wertvolle, was der Hotzenwald noch hat, und das sollten wir so teuer wie möglich verkaufen." Michael Arzner rief alle Bürger auf, ihre Ideen einzubringen, was die Gemeinde für ihre Bürger beim Schluchseewerk aushandeln könne.

Franz Albiez gab nach 21 Jahren den Vorsitz der Herrischrieder Freien Wähler an Ingrid Grieshaber ab (wir berichten noch). Es sei Zeit, dass Jüngere das Zepter übernehmen, sagte er. Stellvertreter Peter Huber, Schriftführer Thomas Schneider und Kassierer Markus Hottinger wurden in ihren Ämtern bestätigt. Bei den Beisitzern gab Rainer Bernauer seinen Posten an Bernd Eckerle ab.

Autor: Katja Mielcarek