HSG Freiburg kommt mit einem blauen Auge davon

Jochen Dippel

Von Jochen Dippel

Mo, 26. März 2018

Handball 3. Liga

Drittliga-Handballerinnen besiegen Herzogenaurach hauchdünn.

HANDBALL Dritte Liga Frauen: HSG Freiburg – TS Herzogenaurach 25:24 (10:11). Eigentlich ist es (fast) wie immer gewesen: Das Licht geht aus, die Gerhard-Graf-Sporthalle wird stockduster und 200 Zuschauer stimmen erwartungsfroh das Badnerlied an. Doch irgendwo zwischen Kabine und Spielfeld scheint der Schwung bei den Drittliga-Handballerinnen der HSG Freiburg auf der Strecke geblieben zu sein. Denn im Duell mit dem Drittletzten TS Herzogenaurach blieben die Gastgeberinnen vieles schuldig, kamen aber mit einem blauen Auge davon.

Immerhin benötigte der Tabellenvierte stolze 37 Minuten, um nach einer schwachen ersten Hälfte gegen den verletzungsbedingt ersatzgeschwächten Aufsteiger beim 13:12 erstmals in Führung zu gehen. "Das Beste war das Ergebnis, dass wir nur mit einem Tor hinten lagen", resümierte HSG-Trainer Ralf Wiggenhauser, der auf die erkrankt auf der Tribüne sitzende Spielmacherin Rebecca Dürr verzichten musste. "Wir haben uns nicht an die klaren Vorgaben gehalten", räumte Angelika Makelko ein.

So vernachlässigten die Freiburgerinnen ihre Außen und wollten stattdessen im Zentrum zum Abschluss kommen, wo die Gäste aber wie erwartet geschickt verdichteten. Die Folge waren 16 technische Patzer, Fehlpässe und schlechte Würfe in Durchgang eins. Zwar verlieh Makelko, die erneut auf (beinahe) allen Positionen auftauchte und ihre Vielseitigkeit bewies, nach 15 Minuten dem Spiel ihres Teams mehr Struktur. Indes agierten ihre Kolleginnen fahrig und nervös, so dass Herzogenaurach auf 9:6 davonzog. "Da haben wir versäumt, den Vorsprung auszubauen", bilanzierte Coach Klaus Watzinger, der "stolz auf die Riesenmoral der Mannschaft" war, die nie aufsteckte. "Schade, dass sie sich nicht belohnt hat, da machte sich unsere dünne Bank bemerkbar."

Die Pausenansprache der HSG wirkte. Vor allem in der Deckung, die zuvor wiederholt über den Kreis düpiert wurde, waren die Einheimischen nun wacher, aggressiver und fix auf den Beinen. Dabei zwangen sie die Gäste ständig zu Fehlern, Zeitspiel oder Notwürfen. Zudem eroberten sie zahlreiche Bälle und setzten sich mit einem 9:1-Lauf auf 20:13 ab (43.). "20 Minuten lang haben wir eine unfassbar gute Abwehr gespielt", schwärmten Makelko und Wiggenhauser.

Beim 24:18 schien alles klar zu sein. "Dann gaben alle zehn Prozent weniger, und der Gegner legte 20 Prozent zu", versuchte Makelko die letzten sieben Minuten zu erklären. "Plötzlich war alles wie weggeblasen", sagte Betreuerin Antje Matschenz. Herzogenaurach kam Tor um Tor heran (wobei die 20-jährige Laura Wedrich ungehindert acht ihrer neun Treffer warf) und stand beim 23:24 vor einem nicht unverdienten Punktgewinn. Erst ein mutiger Durchbruch von Makelko ("Ich gehe gern voran"), nur per Foul gestoppt, und der von Nadine Czok verwandelte Strafwurf sicherten den Sieg.

Tore HSG: Czok 8/5, Margull 4, Baum 4, Burgert 4, Makelko 3, Gempp 1, Hartl 1. Spielfilm: 3:3 (13.), 4:6, 6:9 (20.), 8:9, 10:11. – 11:12 (33.), 17:12 (40.), 20:13 (43.), 24:18 (53.), 24:23 (59.), 25:23 (60.), 25:24.