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21. März 2017

Fürstenberg-Holz will erweitern

Behörden machen strenge Sicherheitsauflagen.

  1. Fürstenberg-Holz liegt in einem Mischgebiet, Wohnbebauung grenzt direkt an den Werkszaun. Das hat in der Vergangenheit immer wieder zu Konflikten mit Anwohnern geführt. Foto: Gerhard Plessing

HÜFINGEN (hon). Fürstenberg-Holz plant, die Produktion von Eisenbahnschwellen in Tschechien auslaufen zu lassen und an den Standort in Hüfingen zu verlagern – und diesen damit zu stärken. Das Unternehmen setzt dabei auf eine neue Technik, die eine zusätzliche Imprägnieranlage notwendig macht.

Da die immissionsschutzrechtliche Genehmigung durch das Regierungspräsidium (RP) auch eine baurechtliche Genehmigung beinhaltet, landete das Vorhaben vor dem Hüfinger Gemeinderat. Die Mitglieder von CDU, FW, FDP und UWV stimmten dem entsprechenden Antrag zu, die SPD-Fraktion enthielt sich.

Das Verhältnis zwischen Fürstenberg-Holz und den direkten Anwohner ist seit vielen Jahren angespannt. Immer wieder erhoben sich Stimmen, wonach es auf dem Firmengelände zu laut zuginge – weshalb die Sprecher aller Gemeinderatsfraktionen in dieser Angelegenheit ganz genau nachfragten. Ganz wichtig ist ihnen und der Verwaltung auch, dass das Trinkwasser nicht gefährdet werden darf.
Zwei Experten des Regierungspräsidiums und ein für Fürstenberg-Holz arbeitender Holzschutzfachmann waren von Bürgermeister Michael Kollmeier zu der jüngsten Gemeinderatssitzung eingeladen worden – und die Räte machten regen Gebrauch davon, die Spezialisten zu löchern. Die Ergebnisse der Fragerunde: Die in einem Mischgebiet geltenden Lärmschutzrichtlinien würden eingehalten. Messungen hätten ergeben, dass tagsüber maximal 52 Dezibel erreicht werden, nachts maximal 13 Dezibel. Die Grenzwerte lägen bei 52 beziehungsweise 13 Dezibel. "Es wird auch Nachmessungen geben", so ein Vertreter des RP. In letzter Konsequenz muss laut Gemeinderatsbeschluss Fürstenberg-Holz dazu bereit sein, die Nachbarn durch Lärmschutzmaßnahmen zu schützen. Eine weitere Bedingung für die Genehmigung der Anlage: Auch bei den Geruchsemmissionen dürfen die geltenden Grenzwerte nicht überschritten werden. Der Vertreter von Fürstenberg-Holz sicherte das zu, denn die Eisenbahnschwellen sollen in einem geschlossenen Gebäude gelagert werden.

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Da Pumpversuche ergeben haben, dass sich ein Tiefbrunnen bis unter die geplante Anlage erstreckt, muss der Schutz des Trinkwassers gewährleistet sein. Und zwar im ganz normalen Betrieb wie auch bei einem Havarie- oder Brandfall. Befestigte Hofflächen und Auffangbehälter sollen das garantieren. Auf Nachfrage wurde den Räten versichert, dass das auch regelmäßig kontrolliert werde.

Die neue Imprägnieranlage wird vollelektronisch gesteuert. Sie steht in der Auffangwanne aus Stahlbeton, die mit Leckwarnsensoren ausgerüstet ist. Es soll sich um eine hochmoderne Anlage handeln, die erstmals in dieser Form in Europa zum Einsatz kommt – was Fürstenberg-Holz zu einem Alleinstellungsmerkmal verhilft und die Wettbewerbsfähigkeit stärkt. Nach der Imprägnierung wird das tropffreie Holz in die geschlossene Lagerhalle transportiert. Dort trocknet es drei Monate, dann kann es ausgeliefert werden.

Nach Auskunft eines RP-Sprechers sind noch bis zum 22. März Einwendungen gegen die neue Imprägnieranlage möglich, vier Einwendungen lägen der Behörde bis jetzt vor. Am 26. April steht der Erörterungstermin an, dann dauert es sechs bis acht Wochen, bis zur Entscheidung.

In der neuen Imprägnieranlage wird das Imprägniermittel Sleeper-Protect eingesetzt. Es besteht aus Kupfer und Fungiziden, ist lösungsmittelfrei und ersetzt das bisher in diesem Bereich verwendete Steinkohleteeröl. Sleeper-Protect soll sich laut der Verwaltungsvorlage durch einen milden Geruch nach natürlichen Ölen auszeichnen. Große Abnehmer wie beispielsweise die dänischen Staatsbahnen hätten verbindlich vorgeschrieben, Eisenbahnschwellen ausschließlich mit Sleeper-Protect haltbar zu machen.

Autor: skk