Kleingärtner im Ernteglück

skk

Von skk

Mo, 27. August 2018

Hüfingen

Warmes Frühjahr lässt alles gut wachsen / Im Haberfeld ist man mit dem Gartenjahr zufrieden.

DONAUESCHINGEN (gal). Im Haberfeld existiert eine Gemeinschaft, in der das Hobby Garten die Menschen vereint. Die sehenswerte Kleingartenanlage verdient die Bezeichnung "Klein-" eigentlich nicht: Rund 70 Gärten befinden sich am Stadtrand und bestechen vor allem durch ihre Vielfalt und ihre Gepflegtheit. Dies Gartenanlage wurde vor vier Jahren auf Anhieb beim Bundeskleingartenwettbewerb mit einer Silbermedaille ausgezeichnet.

Macht man einen Spaziergang durch die Gärten, kann man sich an den ganz individuell gestalteten Grundstücken mit Garten und Häuschen erfreuen. Überall blüht und wächst es, die angelegte Natur präsentiert sich hier prächtig. Der Sommer 2018 bescherte viel Sonnenschein, viel Wärme, aber wenig Regen und wenig Schnecken. Doch wie fällt die Ernte bei den Kleingärtnern unter diesen Wetterbedingungen aus? Eine, die einen guten Vergleich zu anderen Jahren hat, ist Erna Haser, die ihren Garten mit dem schmucken und gepflegten Häuschen schon seit über dreißig Jahren bearbeitet. "Das war auf jeden Fall ein gutes und ertragreiches Erntejahr, weil es im Frühjahr keine Kälte und keinen Frost gab. Unter diesen Bedingungen konnte alles prima wachsen und gedeihen" berichtet sie. Außer ein paar Gemüsesorten wie Kartoffeln, Blumenkohl, Weiß- und Rotkraut ist alles schon geerntet und der Garten wieder fürs nächste Frühjahr vorbereitet. Viel früher als in anderen Jahren. Erna Haser hat auf ihrem etwa 240 Quadratmeter großen Grundstück zwar kein Beerenobst, dafür aber jede Menge Gemüse wie Bohnen, Kartoffeln, Gelbe Rüben, Zwiebeln, Rettich und Radieschen, Kohlrabi, Blumenkohl, verschiedene Kohlsorten und natürlich Salat sowie Küchenkräuter.
"Diesen Sommer musste man sehr viel mit der Gießkanne und dem Schlauch die Pflanzen tränken, weil es kaum geregnet hat. Das war ziemlich viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt, die Ernte war gut. Vor allem die Bohnen waren dieses Jahr von hervorragender Qualität" freut sie sich. "Frisch geerntet schmeckt es am besten, der Rest wandert in die Tiefkühltruhe und reicht über den ganzen Winter", erzählt die Hobbygärtnerin.

Katica Genhardt bewirtschaftet das Nachbargrundstück sogar noch ein bisschen länger und erntet ebenso viele Gemüsesorten und obendrein noch Paprika, Zucchini und Knoblauch. Den Weg zum Wochenmarkt kann sie sich sparen, denn ihr Garten gibt fast genauso viel her. Gerade richtig für den Eigenverbrauch. Auch sie ist hochzufrieden mit ihrer Ernte, ihre beiden Zwetschgen- und drei Apfelbäume hängen voller großer Früchte. Aus den Zwetschgen werden Kuchen, Kompott, Marmelade und sogar Knödel gemacht. "Dieses Jahr fällt die Ernte auf jeden Fall besser als im letzten Jahr aus und ist viel früher dran als üblich", stellt sie fest. Vor allem ihre Trauben an dem kleinen schönen Eigenheim hängen proppenvoll, müssen aber noch an dunkler Farbe gewinnen. Sie werden zum leckeren Weintraubengelee verarbeitet.

Auch Katica Genhardt schätzt den Wert von eigenem Gemüse und Obst zu ernten sehr hoch ein. Zudem bietet so ein Garten neben der Arbeit auch ein erhebliches Maß an Erholung. "Wir leben hier zusammen wie in einem kleinen Dorf. Erna, ich und unsere Familien pflegen seit Jahren eine gute Nachbarschaft. Wir treffen uns fast täglich hier, essen und trinken öfters gemeinsam und tauschen Gartentipps aus. Keiner sieht den anderen als Konkurrenten", freut sich Katica Genhardt, die auch die Gemeinschaft der hier ansässigen Kleingärtner zu schätzen weiß. "Hier hilft jeder jedem."

In der Kleingartenanlage im Haberfeld existiert auch ein Schulgarten, in dem Schüler der Erich-Kästner-Schule pädagogisch ans Gärtnern herangeführt werden.