Montag startet die große Sperrung

skk

Von skk

Sa, 03. November 2018

Hüfingen

Umfahrung Behla wird an die alte B 27 angeschlossen / Die Straße wird für etwa vier Wochen komplett gesperrt .

HÜFINGEN-BEHLA (guy). Der wichtigste Abschnitt der großen Bundesstraßenumfahrung bei Behla steht jetzt an: Ab Montag, 5. November, wird der neue Abschnitt neben der Ortschaft an das bestehende Straßennetz angeschlossen. Damit verbunden auch eine komplette Sperrung der B 27 durch Behla.

"Mit dieser Entscheidung waren ausführliche Überlegungen verbunden, ob wir uns noch trauen, den Anschluss überhaupt zu machen", sagt Michael Waidele, Projektleiter des Regierungspräsidiums Freiburg für die Behla-Umfahrung. Was sich nämlich rapide verschlechtert hat, ist das Wetter. Und das spielt bei den anstehenden Arbeiten eine große Rolle. Noch am Dienstagnachmittag ist Behla in graue Wolken und Schneegestöber verhüllt. "Das sind keine guten Bedingungen", so Waidele. Der Anschluss soll dennoch erfolgen, der Zeitplan passe weiterhin und werde auch eingehalten.

Besonders der Asphalt sei sehr temperaturabhängig. "Er wird mit etwa 170 Grad angeliefert. Je näher er den 100 Grad kommt, desto mehr nimmt die Verdichtung ab", erklärt Waidele. Das habe dann schließlich Auswirkungen auf die Dauerhaftigkeit der Straße und die damit verbundene Gewährleistung des Unternehmens. Das liege eigentlich bei fünf Jahren. Wird in Wind und Schnee eingebaut, sieht das allerdings anders aus.

Wenn begonnen wird, gibt es kein zurück

Wenn mit den Arbeiten begonnen wird, dann gibt es kein zurück mehr. "Wenn wir hier anfangen, dann müssen wir es auch fertigmachen. Die Anschlüsse Nord und Süd sind ja keine einfachen Straßenanschlüsse. Da muss das jeweilige Gefälle der Kurven noch angeglichen werden" sagt Waidele. Er ergänzt: "Das ist kein einfacher Anschluss einer neuen an eine alte Straße, das ist ein Umbau – und baulich sehr anspruchsvoll." Zwischenlösungen gebe es daher keine.

Dass die Sperrung ohne Probleme zu bewältigen sein wird, daran glaubt Michael Waidele nicht. Zu groß der Projektumfang und der Verkehr, der täglich über die B 27 fließt. "Es sind rund 15 000 Fahrzeuge pro Tag, darunter 14 Prozent Schwerlastanteil, das ist viel. Das umliegende Straßenverkehrsnetz kann so etwas nicht einfach schlucken", sagt der Projektleiter. Man hoffe allerdings, das Ganze dennoch entsprechend in den Griff zu bekommen.

Der Kälteeinbruch war ein Schock für die Verantwortlichen der Umfahrung. Man ist sich dennoch sicher, dass es mit den Temperaturen auch wieder nach oben gehen wird, der Startschuss für die wichtige Phase kann also fallen: Laut Wetterbericht soll es sich deutlich entspannen, zumindest was die Temperaturen betrifft. Im Sommer sei Regen bei Asphaltierungsarbeiten weniger ein Problem, "im November trocknet das dann allerdings doch nicht so schnell", sagt Waidele. Das Wetter sei daher auch der einzige ernst zu nehmende Gegner im letzten Projektabschnitt. Der schlimmste Fall wäre, wenn der Schnee liegen bleiben und noch ein halber Meter obendrauf käme. "Das ist allerdings sehr unwahrscheinlich. Es könnte ja auch ein Meteorit auf die Baustelle krachen", so Waidele. Schlechtes Wetter werde höchstens den ein- oder anderen Tag kosten und sich so auf die Dauer auswirken.

Bis einschließlich Samstag, 1. Dezember, soll die Sperrung dauern – vorausgesetzt ist dabei stets die passende Witterung. "Wir denken, dass wir das hinbekommen. Die Schritte sind bis ins kleinste Detail geplant. Bisher haben wir alles termingerecht geschafft. Diese letzte und größte Herausforderung wird uns auch gelingen." In dieser kritischen Endphase müsse man jetzt besonders wachsam sein. "Wir sind allerdings hoffnungsvoll, dass es auch im November noch schöne Tage geben wird", sagt Waidele.

Die Umleitung gilt von Montag an

Die Umleitung wird am Wochenende eingerichtet und gilt dann bereits ab Montagmorgen, 5. November. "Wenn es hell ist, dann werden wir im Norden die Straße rausfräsen. Dort werden dann drei Amphibiendurchgänge geschaffen. Dann muss die Straße neu aufgebaut werden." Parallel beginne man im Süden mit den restlichen Arbeiten. Von Donaueschingen aus wird der Verkehr auf die B 31 nach Geisingen geführt. Von dort geht es dann schließlich über die Landesstraße 158 nach Blumberg. Der kritische Knoten befindet sich beim Übergang von der B 31 auf die Landesstraße in Richtung Blumberg. "Wir werden dort eine Dreiphasenampel aufstellen", sagt der Projektleiter. Die werde zuerst über eine Grundeinstellung betrieben. Man werden die Stelle allerdings weiter beobachten und eventuell weitere Einstellungen vornehmen, sollte die Taktung nicht passen.

Die Arbeiten an der Kreisstraße nach Hausen vor Wald können nur in den Ferien gemacht werden, um den Busverkehr auf der Straße nicht einzuschränken. Daher ist das Ziel, die Straße spätestens am Montagmorgen, 5. November, wieder für den Verkehr offen zu haben. In östlicher und westlicher Richtung sind die Zufahrten nach Behla weiterhin frei, also über die Kreisstraße nach Hausen vor Wald und nach Sumpfohren. Wie Waidele sagt, werde es auch so sein, dass Ortskundige sich über Alternativstrecken einen Weg suchen werden.

Von Montag, 3. Dezember, bis Donnerstag, 8. Dezember, soll der Verkehr die neue Ortsumfahrung zunächst in Richtung Donaueschingen nutzen können. In Richtung Blumberg bleibt es zunächst bei der Umleitung. Nach Abschluss von Restarbeiten wird dann zeitnah auch die Fahrtrichtung Blumberg freigegeben, so das Regierungspräsidium.