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22. Januar 2010
Tierschützer zeigen Jäger bei Staatsanwaltschaft an
Drückjagd bei Mundelfingen am 9. Januar hat Nachspiel / Schneelage im Blickpunkt / Jäger und Forst weisen Vorwürfe zurück
HÜFINGEN-MUNDELFINGEN (blu). Die revierübergreifende Drückjagd zwischen Mundelfingen und Blumberg-Achdorf am 9. Januar hat ein Nachspiel. Gegen die Verantwortlichen haben mehrere Tierschutzorganisationen, darunter Peta, Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Konstanz gestellt. Die Anzeige hat der Rechtsanwalt Dominik Schurr aus Neustadt am Main mit Datum vom 18. Januar verfasst.
Die Tierschützer werfen den verantwortlichen Revierinhabern und Jagdleitern vor, die Tiere hätten wegen des Schneesturms Daisy und der Schneeverwehungen länger leiden müssen. Die Tierschützer halten diese Jagd, an der 200 Jäger und 40 Treiber sowie Jagdhunde teilnahmen, für einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Ihrer Meinung nach würde die Bewegungsjagd auf Sauen bei der jetzigen Schneelage auch alle anderen Wildtiere körperlich zu sehr belasten.
Organisator Frieder Dinkelaker, Leiter der Forstbetriebsstelle Baar im Kreisforstamt Donaueschingen, blieb nach dem Überprüfen der Anzeige und der Vorwürfe gelassen. Offensichtlich seien die extremen Wetterlagen in anderen Gebieten Deutschlands auf das Achdorfer Tal übertragen worden. In Mundelfingen habe es keine heftigen Windböen und keine starken Schneeverwehungen gegeben und im Wald schon gar nicht. "Und wir haben nur im Wald gejagt." Zudem: "Wir haben sorgfältig geprüft, ob wir die Jagd durchführen können. Und wir waren uns einig, dass die Jagd von der Sicherheit her über den Tierschutz bis hin zum Jagdrecht möglich war", sagte Dinkelaker. Er wies zudem darauf hin, dass die Jäger seit Jahren den Januar für Drückjagden im Achdorfer Tal nutzen, um das Schwarzwild zu jagen sowie zu reduzieren und damit den Landwirten zu helfen.
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Blumbergs Hegeringleiter Ekkehard Jeserich, der selbst bei der Drückjagd dabei war, wundert sich: "Keine der Bedingungen an diesem Tag waren so, dass sie eine jagdliche Einschränkung aus tierschutzrechtlichen Gründen erforderlich gemacht hätten." Und Jeserich, auch Wildtierbeauftragter im Schwarzwald-Baar-Kreis, legt nach: "Weder die Temperatur noch die Schneelage waren so, dass sie ein Einschränkung notwendig gemacht hätten."
Im Gegenteil: "Es herrschte klares Wetter, und der Schnee als Hintergrund erleichterte das Erkennen und das sichere Treffen der Wildschweine." Für den Hegeringleiter und die Jäger war das eine "tierschutzgerechte Jagd zur Reduktion der Wildschweine."
Der Konstanzer Staatsanwalt Egon Kiefer bestätigte den Eingang der Anzeige. "Wir werden die Vorwürfe prüfen", sagte er auf Anfrage, zum Ausgang des Verfahrens könne derzeit noch nichts gesagt werden.
Autor: bz
