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10. Februar 2012
Zoff um Sitzplätze
Der Hüfinger Zunftchef ist sauer auf die Stadtverwaltung.
HÜFINGEN (vo). Wenige Tage vor der Fasnet ist dem Hüfinger Zunftmeister Thomas Schmid die Lust auf das närrische Treiben vergangen. Sie fühlen sich von der Stadt im Stich gelassen. Nach dem Ärger um Absperrungen und Straßenverunreinigungen nach den Umzügen trifft es jetzt den Zunftball.
In einem Schreiben an die Veranstalter wies Bürgermeister Anton Knapp im Januar auf die strikte Einhaltung der Bestuhlungsordnung hin. Diese wurde von den Vereinen in den vergangenen Jahren recht lax gehabt. Doch nach den Vorfällen bei der Love-Parade in Duisburg mit zahlreichen Toten und vielen Vorwürfen gegenüber den Organisatoren sind die Verantwortlichen hellhörig geworden. Sie pochen nun verstärkt auf die Vorschriften. In Villingen wurden Fasnetbälle abgesagt, als die Stadt aus Sicherheitsgründen ihre Bestuhlungsordnung auch für die Fasnet streng auslegen wollte. In Hüfingen heißt dies, dass beim Zunftball am kommenden Samstag nur noch 55 Brauereigarnituren im Parterre der Halle aufgestellt werden dürfen; neun Tische weniger als bislang geduldet. Das sind 90 Personen weniger, die den Zunftball besuchen dürfen. Inklusive Galerie können somit nur noch 600 Hüfinger den Bühnenspaß verfolgen.
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Gegen diese strengere Auslegung der Stadt kann Schmid nichts sagen, aber gegen das Wie. Diesen Brief hätte man auch schon früher herausgeben können, kritisiert er. So seien die Planungen und Bestellungen fürs Essen und Trinken schon lange abgeschlossen. 90 zahlende Besucher weniger würden in der Kasse der Zunft ein ordentliches Loch hinterlassen.
Nachdem die Stadt vor zwei Jahren schon die Kosten für das Aufstellen der Beschilderung vor den Umzügen auf die Zunft abwälzen wollte und Bürgermeister Knapp eine vierstellige Rechnung für die Straßenreinigung androhte, falls Umzugsteilnehmer die Straßen weiter mit Stroh, Heu und Papierschnipseln verunreinigen sollten, ist die närrische Stimmung bei Thomas Schmid fast auf dem Nullpunkt angelangt. Die Zunft pflege lediglich das Brauchtum auch im Sinne der Stadt und sei doch nicht für alles verantwortlich, was an der Fasnet passiere, meinte Schmid am Mittwochabend bei den Proben in der Stadthalle.
Hauptamtsleiter Horst Vetter verteidigte für den am Donnerstag nicht erreichbaren Bürgermeister das Vorgehen der Stadt. Der Bauhof sei oft zwei Tage mit der Straßenreinigung beschäftigt gewesen. Nach dem Appell an die Zunft und die Teilnehmer sei die Straßenverunreinigung 2011 kein Thema mehr gewesen. Auch auf die Beschilderung habe man sich geeinigt. Bei der Hallenbestuhlung bestehe man nun lediglich auf die Bestuhlungsordnung, die seit Bestehen der Halle gelte.
Autor: bz
