Slow-up im Basler Dreiländereck

40 000 unterwegs im Dreiland

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

So, 17. September 2017 um 17:08 Uhr

Basel

40000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren nach Angaben der Veranstalter am Sonntag auf der 60 Kilometer langen und für den Verkehr gesperrten Strecke des Slow-up Basel-Dreiland mit Fahrrädern und Inlinern unterwegs.

Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), der Lörracher Bürgermeister Michael Wilke und die Regierungsräte Isaac Reber (Baselland) und Hans-Peter Wessels (Basel-Stadt) eröffneten die Veranstaltung, in Lörrach gab es um 12 Uhr einen Start mit Minister Hermann im Dreiländermuseum. Bei dieser Gelegenheit sagte Bürgermeister Michael Wilke, es habe ein paar Jahre gebraucht, das Radler-Großereignis in Lörrachs Mitte zu bringen. Dieses Mal ist es gelungen – befördert von der Tatsache, dass das Dreiländermuseum eine gut bestückte Ausstellung zum Jubiläum 200 Jahre Fahrrad zeigte. Die Ausstellung fand mit dem Slow-up und einer ganztägigen, unentgeltlichen Öffnung ihr Ende. Winfried Hermann nutzte die Gelegenheit, sich die Schau von Museumsleiter Markus Moehring zeigen lassen. Anschließung lobte er Lörrach als eine der "Pionierkommunen" des neuen Radverkehrs.

Wer um 10 Uhr pünktlich in den Slow-up eingestiegen war, brauchte noch einen gewissen Optimismus unter grauem Himmel und kaltem Wind. Aber die Kenner wussten aus Erfahrung, dass es gutes Radfahrwetter werden könnte. Tatsächlich kam bis zum frühen Nachmittag die Sonne raus und bot Tausenden von Radfahrern, Inlineskatern und sogar einigen Läufern auf einer der drei Schlaufen herrliche Kulissen durch das Dreiland – bis nach Rheinfelden.

Dort auf der Bahnhofstraße fährt noch der Autoverkehr. Hier passt Gerhard Tröndlin, Leiter des THW Rheinfelden, mit zwei Kollegen auf, dass sich Rad und Autofahrer nicht in die Quere kommen: Mit Handzeichen werden die Autofahrer zum Anhalten gebracht. Das THW Rheinfelden besetzt in Grenzach-Wyhlen, Herten und Rheinfelden vier Kreuzungen mit zwölf Mann. Besonders Schweizer bedanken sich im Vorbeifahren immer wieder für ihren Dienst. Ein Hingucker ist Familie Betzold aus Pratteln mit ihrem gelben Tridem oder Triplet, einem Tandem mit drei Sitzen. "Von der Geschwindigkeit her können wir es hier mit den Rennfahrern aufnehmen", meint Papa Alex Betzold. Aus Höllstein im Oberbaselbiet kommt Familie Thommen mit drei Kindern. Sie hat das Park’n’Ride-Prinzip mit dem Slow-up verbunden und ist bis Augst mit dem Auto gefahren. Dieses Jahr waren sie schon an den Veranstaltungen am Murtensee, in Solothurn und Delémont. Insgesamt 19 Slow-ups finden übers Jahr verteilt in der Schweiz statt.

Kurz vor Mittag sind dann erste französische Sprachfetzen zu hören. Sicherlich sind die beiden jungen Männer vom anderen Ende des Slow-ups, von Saint-Louis oder Hüningen, gestartet. Unter den Bäumen wird italienisch gesprochen: Doch die Familien Pici, Sverino und Mariello kommen aus Pratteln, Frenkendorf und Birsfelden und sind bereits das zweite Mal mit ihren Kindern beim Slow-up dabei. Sie fahren die kleine Strecke nach Pratteln zurück.

Trotz des schönen Wetters wollen sie aber nicht zu lange Pause machen – was durchaus vorausschauend war. Die Straßen blieben bis 14.30 Uhr trocken und waren bis dann reich bevölkert. Der dann einsetzende Regen war für viele Teilnehmer aber ein Anlass abzubrechen. Der nächste Slow-up wird das Dreiland wieder am 16. September 2018 bewegen.