Hütten haben im Naturschutzgebiet Krebsbachtal nichts zu suchen

Hannes Lauber

Von Hannes Lauber

Mi, 12. September 2018

Weil am Rhein

Deshalb hat das Regierungspräsidium Freiburg die Beseitigung einer wild errichteten Anlage angeordnet / Am Dienstagvormittag schritt das Truz nun zur Tat.

WEIL AM RHEIN (nn). Man ist es leider schon gewohnt: Mit der freien Natur wird zu oft nicht sehr pfleglich umgegangen und mancher Zeitgenosse benutzt abgelegene Wäldchen oder versteckte Böschungen gern, um seinen Müll loszuwerden. Das ist besonders kritisch zu sehen, wenn es in einem Naturschutzgebiet stattfindet. Kommt aber dennoch immer wieder mal vor. Und selbst vor dem Bau von Hütten im Schutzgebiet schrecken einige nicht zurück.

Das musste ein für das Trinationale Umweltzentrum (Truz) arbeitender Ornithologe jedenfalls in diesem Frühjahr feststellen. Auf einem seiner Erkundungsgänge stieß er im Krebsbachtal, einer der wenigen Naturschutzflächen auf der ohnehin kleinen Weiler Gemarkung, auf eine Hüttenanlage, die zweifellos dort nicht hingehörte. Mitarbeiter des Truz nahmen das Gelände daraufhin immer mal wieder in Augenschein, trafen aber nie jemanden an, den man als Urheber auf die Unrechtmäßigkeit hätte hinweisen können. Dass dort lediglich Kinder ihre Indianerphantasien ausgelebt hatten, war nicht anzunehmen. Die Art und Weise, wie zum Teil kleine Balken mit Nuten zusammengefügt worden waren, ließ nur den Schluss zu, dass Erwachsene am Werk waren und einiges an Aufwand in den Bau des Lagerplatzes gesteckt hatten. Bei einigen dieser Kontrollgänge wurden auch Cannabisprodukte vorgefunden, so dass der Verdacht aufkam, dass sich vielleicht junge Leute einen abgeschiedenen Treffpunkt eingerichtet hatten. Ein anderes Mal machte der Platz dann wieder den Eindruck, als ob er zwischenzeitlich von Obdachlosen als Nachtlager genutzt würde.

Wie dem auch immer sei, das Regierungspräsidium hatte zwischenzeitlich nun die Beseitigung der Hütten angeordnet, die im Naturschutzgebiet nun überhaupt nichts zu suchen haben. Am Dienstagmorgen war es soweit. Begleitet von einer Streife der Weiler Polizei gingen die Helfer des Truz an die Arbeit und entfernten die Anlage.

Im Krebsbachtal war das der erste Fall dieser Art. Müllablagerungen gebe es immer mal wieder, sagt die Leiterin des Truz, Astrid Deek, daneben habe auch schon einmal jemand ein Zelt aufgestellt, das aber nach einiger Zeit wieder verschwunden war.

Ähnliches gibt es übrigens von der unter Schutz stehenden Kiesgrube Käppelin zu berichten. Auch sie ist bei Übernachtungsgästen offenbar beliebt. Wilde Camper habe man schon mehrfach beobachtet, so Deek, wobei die einen ihren VW-Bus dort geparkt, andere dagegen ebenfalls ein Zelt aufgestellt hatten, um die Nacht zu verbringen.