Mindestens sechs Tote

Hurrikan «Michael» verwüstet US-Südostküste

Von Can Merey und Shabtai Gold, dpa

Von Von Can Merey, Shabtai Gold & dpa

Fr, 12. Oktober 2018 um 16:26 Uhr

Brennpunkte

Panama City/Washington (dpa) - Hurrikan «Michael» ist mit verheerender Zerstörungskraft über die USA gezogen und hat in mindestens vier Bundesstaaten Menschenleben gekostet.

Die Katastrophenschutzbehörde im US-Bundesstaat Virginia teilte am Freitag auf Twitter mit, dort gebe es fünf bestätigte Todesfälle in Zusammenhang mit dem schweren Sturm. Die Zahl der Todesopfer durch Hurrikan «Michael» in den USA steig damit auf mindestens elf. Bereits davor hatten örtliche Behörden und US-Medien vier Tote in Florida, einen in Georgia und einen in North Carolina gemeldet.

Der Chef der US-Katastrophenschutzbehörde Fema, Brock Long, sagte dem Sender CNN am Freitagmorgen (Ortszeit): «Ich erwarte, dass die Opferzahl heute und morgen weiter steigen könnte.» Rettungskräfte arbeiteten sich immer noch durch Trümmer hindurch. CNN sprach von einem «historischen Hurrikan».

«Michael» war am Mittwoch in der Nähe des Ortes Mexico Beach in Florida auf Land getroffen - als Hurrikan der Kategorie vier mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometern pro Stunde. Er lag damit nur knapp unter der höchsten Kategorie fünf. Es war nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes der stärkste Hurrikan, der diesen Teil Floridas seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1851 getroffen hat.

«Michael» zog danach weiter nach Georgia, wo er vom Hurrikan zu einem tropischen Sturm heruntergestuft wurde. Er streifte Alabama, bevor er weiterzog über South Carolina, North Carolina, Virginia und Delaware. Inzwischen ist der Sturm über dem Atlantik. Das Nationale Hurrikan-Zentrum hob alle Sturmwarnungen für die USA im Zusammenhang mit «Michael» auf.

Nach Angaben von US-Medien und Behörden waren am Freitagmorgen insgesamt mehr als 1,5 Millionen Anschlüsse in den betroffenen Bundesstaaten ohne Strom. Die Katastrophenschutzbehörde in Virginia meldete alleine 520 000 Stromausfälle und 1200 gesperrte Straßen.

Der Sturm hinterließ großflächige Zerstörung. Einzelne Ortschaften wurden in weiten Teilen zerstört, Häuser stürzten ein, Bäume knickten reihenweise um. Das ganze Ausmaß der Schäden zeichnet sich nur nach und nach ab.

Das Nationale Hurrikan-Zentrum hatte vor meterhohen Sturmfluten gewarnt. Doch der Sturm gewann unerwartet schnell an Stärke, und viele Menschen brachten sich nicht rechtzeitig in Sicherheit. Viele Überlebende stehen nun vor den Trümmern ihrer Existenz. In dem kleinen Ort Mexico Beach, wo der Sturm als erstes auf die Küste getroffen war, zeigte sich ein Bild großflächiger Zerstörung.

Rettungskräfte drangen erst nach und nach zu den betroffenen Gebieten durch, um dort nach Verletzten zu suchen und Menschen mit Strom, Wasser und Essen zu versorgen. Diese Einsätze hätten nun die absolute Priorität, sagte Floridas Gouverneur Rick Scott. «Dieser Hurrikan war ein Monster.» Er habe schier unfassbare Zerstörung hinterlassen.

Auch US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag in Washington gesagt, der Hurrikan habe gewaltige Schäden angerichtet. Einen derart gewaltigen Hurrikan und eine solch massive Zerstörung habe das Land selten erlebt. Die Regierung stehe permanent in Kontakt mit den Verantwortlichen in den betroffenen Staaten. «Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um denen zu helfen, die Hilfe brauchen», versicherte er. Man werde nicht ruhen, «bis der Job erledigt ist».

Erst Mitte September hatte Tropensturm «Florence» die Südostküste der USA getroffen und vor allem in North und South Carolina schwere Überschwemmungen verursacht. Mehrere Dutzend Menschen kamen durch «Florence» und die Folgen des Sturms ums Leben.