Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

27. Oktober 2009

Ein Museum, das erzählen kann

Am Sonntag weihte die Gemeinde Ibach gemeinsam mit prominentem Besuch das neue Bürstenmuseum ein

  1. Im Museum zum Anfassen gibt’s Bürsten in vielfacher Ausfertigung. Foto: Christel Schuster-Stich

  2. Alle haben an einem Strang gezogen und mit dem alten Ibacher Feuergöcklein das Museum eingeweiht: Gottfried Mutter, Frank Lang, Jürgen Glocker, Peter Straub, Artur Meiners, Werner Schmid, Paul Mark, Klaus Schüle und Helmut Kaiser (von links) Foto: Christel Schuster-Stich

  3. Im Museum zum Anfassen gibt’s Bürsten in vielfacher Ausfertigung. Foto: Christel Schuster-Stich

  4. Alle haben an einem Strang gezogen und mit dem alten Ibacher Feuergöcklein das Museum eingeweiht: Gottfried Mutter, Frank Lang, Jürgen Glocker, Peter Straub, Artur Meiners, Werner Schmid, Paul Mark, Klaus Schüle und Helmut Kaiser (von links). Foto: Christel Schuster-Stich

IBACH. Ein Erzählmuseum soll das neue kleine Ibacher Museum sein, das am Sonntag im Alten Rathaus eingeweiht wurde. So der Wunsch von Paul Mark vom Arbeitskreis Bürstenmuseum, der bei der Eröffnung sehr lebhaft und engagiert über die Museumskonzeption sprach.

Zuvor begrüßte Bürgermeister Helmut Kaiser zahlreiche Gäste, darunter Landtagspräsident Peter Straub, Landtagsabgeordneter Klaus Schüle, Kulturreferent Jürgen Glocker vom Landratsamt, die Altbürgermeister Gottfried Mutter und Artur Meiners, die Mitglieder des Arbeitskreises Bürstenmuseum, Planer Frank Lang, das Team des Bürstenmacher-Films, einige Naturführer und Bürstenmacher Helmut Schmid mit Familie. Kaiser dankte den Vertretern des Landes für die finanzielle, dem Landratsamt für die ideelle und konzeptionelle Unterstützung, den Bürgern, dem Arbeitskreis und allen Helfern für die nie aufgegebene Überzeugung, dass die Pläne umgesetzt werden können.

Die Begeisterung für das Bürstenmuseum war greifbar, als Paul Mark von den Anfängen sprach, vom Ringen um ein umsetzbares Konzept und von der Freude, als es vorwärts ging. Ein Museum im herkömmlichen Sinne wird das Bürstenmuseum nach Marks Darstellung nicht sein, dazu sei der Raum doch zu beschränkt. Nicht die Exponate selbst sollen das Museum ausmachen, sondern das, was sie und die Menschen, die mit ihnen umgehen werden, erzählen können. Da geht es um das harte Leben auf dem Wald in den zurückliegenden Jahrhunderten, um das Ringen um den Lebensunterhalt für die bäuerlichen Familien. Man wird erfahren, wie die Menschen im Hochtal zur Landwirtschaft weitere Gewerbe, im Wesentlichen alle im Zusammenhang mit dem heimischen Holz, betrieben haben, unter anderem eben die Bürstenmacherei, die im Jahr 1860 nach Ibach kam. Es wird gezeigt, wie bereits damals Ibach in den globalen Handel eingebunden war, dass Rohstoffe für die Bürsten gar aus Indien und China nach Ibach kamen.

Werbung


"Ibach wird mit diesem Museum an Sympathie gewinnen, nicht nur bei den Touristen, auch bei den Menschen der Region", sagte Kulturreferent Jürgen Glocker, der das Erzählmuseum bereits als Modellprojekt sieht. Ebenso wie Glocker gratulierte auch Klaus Schüle mit herzlichen Worten. Er betonte, wie wichtig es sei, den Respekt vor den Werten der Vergangenheit zu erhalten und sah es als einen eindrücklichen Beweis von Nachhaltigkeit, dass Bürstenmacher Werner Schmid bei seinen Vorführungen im Museum die Schürze seines Vaters tragen wird. Museumsplaner Frank Lang sieht im Museum einen Treffpunkt und Ausgangspunkt für das Kennenlernen der Landschaft und der Menschen im Ibacher Hochtal. Es sei geplant, dass die Naturführer ihre Ibacher Touren künftig mit einer kleinen Museumsführung beginnen.

Mit dem Läuten des ehemaligen Ibacher Feuerglöckleins aus dem Jahr 1702 wurde der Bürstenmacherteil des Museums eröffnet. Die Trachtenkapelle Ibach-Wittenschwand umrahmte diesen Akt musikalisch, bevor Landtagspräsident Peter Straub Bürstenmacher Werner Schmid in die historische Schürze half.

Die Bürstenmacherwerkstatt befindet sich im Untergeschoss des Alten Rathauses und beherbergt das Arbeitsgerät von Werner Schmid und Infotafeln. Im Obergeschoss wird der Film "Der Bürstenmacher von Ibach" von Hermann Ohnheiser mit Musik von Heiner Frohm gezeigt. Dort sollen im Laufe der Zeit weitere Waldgewerbe eingerichtet werden.

Besichtigungstermine des Museums können bei der Gemeindeverwaltung unterTel. 07672/842 abgesprochen werden. Vorab können Interessierte auch schon im Internetportal http://www.st.blasierland.de einen Blick ins Museum werfen.

Autor: Christel Schuster-Stich