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24. Oktober 2009

Großes Interesse am alten Handwerk

Morgen eröffnet das Ibacher Bürstenmuseum / Ein Arbeitskreis war jahrelang mit den Planungen beschäftigt.

IBACH. Der morgige Sonntag wird in Ibach zu historischer Bedeutung gelangen. Die lange erwartete Einweihung des Bürstenmuseums im Alten Rathaus steht an und die Bürger können die neue Einrichtung erstmals offiziell besichtigen.

Die Pläne für ein Bürstenmuseum bestehen bereits seit dem Jahr 2000, in dem die sogenannte Hotzenwaldkonzeption 2000 ins Leben gerufen worden war. Im Zuge der Umsetzung dieses Konzepts, die eine touristische Besucherlenkung unter Berücksichtigung der geschichtlichen und landschaftlichen Ressourcen im Hotzenwald zum Ziel hatte, sind beispielsweise in der Nachbargemeinde Dachsberg der Naturerlebnisplatz Friedrich-August-Grube und das Mineralienmuseum Gottesehre in Urberg entstanden.

Für Ibach hatten sich die Projektbeteiligten sehr bald für die Sanierung des Alten Rathauses und dessen Nutzung als Heimatmuseum in weitem Sinne entschieden. Mit Mitteln aus dem Leader-Programm, das von der Europäischen Union und dem Land Baden-Württemberg finanziert wird, konnte die Sanierung des Alten Rathauses finanziert werden. Der damalige Gemeinderat unter Leitung von Bürgermeister Artur Meiners griff Ideen aus der Bevölkerung auf und befürwortete die Widmung als Bürstenmuseum. Diese Entscheidung lag nahe, denn mit dem heute 82-jährigen gelernten Bürstenmacher Werner Schmid war ein Fachmann vor Ort, der über das Handwerkszeug und das notwendige Wissen und Können verfügt, um das alte Handwerk lebendig werden zulassen.

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Dass auch heute noch großes Interesse an diesem alten Handwerk, das noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts den Menschen im Ibacher Hochtal Lohn und Brot gab, besteht, zeigt sich immer wieder durch begeisterte Zuschauer, wenn Werner Schmid sein Handwerk vorführt, wie beispielsweise bei den jährlichen Dachsberger Kohlenmeilertagen. Unter der Federführung von Paul und Margarethe Mark entstanden die ersten Pläne für dass Museum. Neben der Bürstenmacherei sollte auch das Leben im zurückliegenden Jahrhundert gezeigt werden, das durch Wald- und Landwirtschaft geprägt war. Die ersten Exponate wurden zusammengetragen, darunter auch viele Bild und Schriftdokumente aus weit zurückliegenden Epochen. Einen Rückschlag erlebte der Arbeitskreis Museum als vor wenigen Jahren das Wohnhaus von Paul Mark und damit auch die dort eingelagerten Exponate einem Brand zum Opfer fielen. Mit großen Elan ging es an einen Neubeginn, die Organisatoren suchten nun auch Unterstützung bei Museumspädagogen und anderen Fachleuten. Zusätzliche Mittel wurden aus dem Leader-Programm bereitgestellt, das Bürstenmuseum sollte um den Teil Waldwirtschaft erweitert werden. Letztendlich entschieden sich die Verantwortlichen zur Zusammenarbeit mit dem freischaffenden Kulturwissenschaftler Frank Lang aus Vaihingen.

Die Früchte dieser Kooperation sind für den Teil des Bürstenmuseums nun am Sonntag erstmals einem großen Publikum zugänglich. Neben der Bürstenmacherwerkstatt von Werner Schmid gibt es zahlreiche von Frank Lang konzipierte Infotafeln, die auf die Bedeutung dieses historischen Handwerks eingehen. Die Eröffnung des Waldgewerbesteiles wird nach dessen Fertigstellung zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Die Eröffnung der Bürstenmacherwerkstatt im Museums findet am Sonntag, um 14 Uhr vor dem Museum statt. Bei schlechtem Wetter wird sie in den Sitzungssaal des benachbarten Rathauses verlegt. Die Eröffnungsansprache hält Bürgermeister Helmut Kaiser. Es folgen Grußworte, musikalisch umrahmt von der Trachtenkapelle Ibach-Wittenschwand. Werner Schmid zeigt sein Handwerk, die Naturführer Oberer Hotzenwald bieten eine Wanderung in der Umgebung an, die Landfrauen wirten in ihrem Vereinsraum. Der neue Film "Der Bürstenmacher von Ibach" wird der Öffentlichkeit vorgestellt und fortlaufend im Obergeschoss des Alten Rathauses gezeigt, wo später die Präsentation des Waldgewerbes beherbergt werden soll.

Autor: Christel Schuster-Stich