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11. August 2012
Kneipenquiz fürs Fernsehen: "Ihr rastet jetzt so richtig aus!"
Lokale Rateteams beim Fernsehdreh unter anderem in der Freiburger Hemingway Bar für ein neues Kneipenquiz-Format.
Nachmittags um fünf. Ein Pulk von 30, 40 jungen Leuten vor der Hemingway Bar in der Eisenbahnstraße drängt zum Eingang, dazwischen geschäftige Typen in dem schwarzen T-Shirt-und-Jeans-Outfit mit Knopf im Ohr und einem Hauch genervtem Stress, die signalisieren: Hier steht man Profis im Weg. Profi ist auch Daniel Schindler mit Kopfhörer und Mikro, mit extra Durchblick und mit klaren Ansagen. Daniel Schindler ist Aufnahmeleiter bei den Dreharbeiten, die an diesem Nachmittag in der lauschigen Loungebar stattfinden, und bereitet den Pulk auf den Auftritt vor.
Gedreht wird in Freiburg eine Woche lang für ein neues Kneipenquiz-Format auf ZDF-neo: Die bisherigen Drehtermine in Leipzig, Berlin und Köln waren, so berichtet ZDF-neo-Redakteurin Silvia Hubrich, weniger im städtischen Alltag beachtet als die Drehs in Freiburg: "Das liegt an der Größe – und genau deswegen haben wir Freiburg auch mit reingenommen, weil es intimer ist. Und klar ist da die Aufregung dann größer." Für die per Bewerbungsvideo gecasteten Rateteams ist der Dreh in der Bar denn auch aufregender als die ohnehin schon spannenden regelmäßigen Freiburger Pub-Quiz-Abende ohne Fernseh-Aufnahmen.Werbung
Allerdings läuft beim Dreh alles ziemlich genauso ab wie bei normalen Kneipenquiz-Veranstaltungen. Die Teams – mit klangvollen Namen wie "Dreisamchiller" oder furchteinflößend wie die "Brisacher Höllenbrut" – sitzen verteilt an Tischen, ein Moderator stellt die Fragen und dann sollten alle nicht nur schnell, sondern eben auch schlau sein. Das schnellste und schlauste Team nämlich gewinnt, was der Jackpot hergibt.
Die Spielregeln muss Aufnahmeleiter Daniel Schindler nicht erklären: Die hier aus Freiburg zum Raten angetreten sind, kennen sich aus. Für das neue TV-Format spielen vier lokale Teams gegen ein Herausfordererteam. Hinterm Tresen stürzt malerisch der Hinterglas-Wasserfall die raue Kellergewölbewand runter. Und hinterm Tresen hat auch der wortwitzige muntere Moderator Philip Simon gleich neben Hemingway-Wirt Boris Gröner Aufstellung genommen. Um viertel vor sechs geht’s los. "Alle Handys aus!" weist Aufnahmeleiter Daniel Schindler Mitspieler und Gäste an, und schon läuft der erste Probe-Take: "Ihr rastet jetzt so richtig aus, Team Multikulti!" Die Kameras sind auf Position, Multikulti bleiben erst noch ein bisschen verhalten beim künstlichen Jubel, dann aber klappt’s mit dem Ausrasten, auch der Applaus für Philip Simons Ansagen ist kameratauglich. Gefühlte 17 Mal spricht er sein Intro in die Kamera – und kommentiert nebenbei fürs Kneipenpublikum: "Man braucht übrigens für den Moderationsberuf einen Schulabschluss, auch wenn man’s in so einem Moment kaum glauben kann!" Ringsherum entspanntes Gekicher: "Der ist ja echt gut drauf!"
Und dann, endlich: die erste Fragerunde, Themenspektrum "Allgemeines", in der es sich zum Beispiel als günstig erweist, holländische exotische Inseln zu kennen. Und rumänische Küstenorte. Die Herausforderer zeigen sich gleich souverän, Freiburg läuft erst allmählich zu exzellenter Form auf. Gedreht wird Raterunde um Raterunde, ein zweites Set von vier Freiburger Rateteams wird zur Halbzeit eingewechselt, um halb elf ist alles im Kasten. Und bleibt vorläufig unter Verschluss, denn: gesendet wird das neue fixe Format "Thekenquizzer" in 40 Folgen erst ab 21. September auf ZDF neo.
Autor: Julia Littmann



