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17. Juni 2017

Eine Show über die Kraft des Glaubens

Rund 70 Jugendliche des Projektchors "Adonia" führten in der Kaiserstuhlhalle das Musical "Josef" auf / Zuschauer waren begeistert.

  1. Die rund 70 Akteure des Projektchors „Adonia“ beeindruckten in Ihringen mit dem Musical „Josef“. Unser Bild zeigt, wie das Küchenpersonal am Hof des Herrschers Potifar Josef begeistert feiert. Foto: Joshua Kocher

  2. Mehrfach muss Josef Schicksalsschläge erleiden, doch durch seinen Glauben wendet es sich immer zum Guten. Foto: Joshua Kocher

IHRINGEN. Wenn man selbst bei größten Schicksalsschlägen den Glauben an Gott nicht verliert, dann wird er es immer zum Guten wenden. So lässt sich die Botschaft des Musicals "Josef", das vom Projektchor "Adonia" in der Kaiserstuhlhalle auf Einladung der evangelischen Gemeinschaft Ihringen aufgeführt wurde, zusammenfassen. Die rund 70 Jugendlichen lieferten in Ihringen erneut eine begeisternde Show.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Josef, der zu Beginn des Auftritts ein gelbes Trikot mit der Nummer 11 und seinem Namen auf dem Rücken geschenkt bekommt. Sofort wird klar, dass Neid und Eifersucht eine zentrale Rolle in der Erzählung spielen werden. Denn der von Stammvater Jakob stark bevorzugte Josef zieht vor allem durch seine Träume den Unmut seiner elf Brüder auf sich.

Eifersüchtige Brüder
Darin stellt er sich vor, wie sich alle vor ihm niederwerfen und er ungeteilte Aufmerksamkeit bekommt. Die Brüder beklagen sich über diese Ungerechtigkeiten und hätten lieber "Zusammenhalt und Frieden" in der Familie. Doch es heißt "immer nur Josef", wie der Chor im Hintergrund stimmgewaltig beschreibt. Also schmieden die Brüder Pläne, wie sie den ungeliebten Josef loswerden könnten. Eines Tages fangen sie ihn ab, als er nach den Herden des Vaters schauen möchte. Doch anstatt ihn, wie geplant, in einen Brunnen zu werfen, verkaufen sie ihn gefesselt an ägyptische Sklavenhändler – da hilft selbst das "schlechte Gewissen" des Chors im Hintergrund nichts. "Wo ist jetzt dein Gott?", fragen die Brüder. Doch selbst, als Josef im fremden Land Ägypten ankommt, verliert er nicht den Glauben. Sein neuer Herr, Potifar, erkennt dies und vertraut Josef seinen gesamten Haushalt an. Er weiß, dass er ihm vertrauen kann. Josef avanciert erneut zum Liebling am Hof und genießt vor allem bei seinen Bediensteten einen überaus guten Ruf.

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Doch wieder scheint sich alles zum Schlechten zu wandeln. Denn als Potifars Frau ein Auge auf den Schönling wirft und versucht, ihn zu verführen, kommt es zum Streit. Josef weigert sich aus Treue zu seinem Herrn, mit dessen Frau zu schlafen und flüchtet. Aus der Kränkung heraus beschuldigt die Frau ihn, er habe versucht, sie zu missbrauchen. Der Zorn des Herrschers lässt nicht lange auf sich warten. Er durchschaut die Lüge seiner Frau nicht und sperrt Josef in den Kerker.



Glaube wird auf die Probe gestellt
Jetzt wird Josefs Glaube erneut auf die Probe gestellt. Wie kann es sein, dass sich alles immer zum Schlechten wendet? Doch die Geschichte wiederholt sich. Dank seiner Tüchtigkeit kann sich Josef auch in der Gefangenschaft einen hohen Posten sichern. Vor allem seine Traumdeutungen sind beliebt bei den Mithäftlingen. Durch Zufall erfährt der Pharao von dieser Gabe und ernennt Josef zum stellvertretenden Staatsoberhaupt. In seinen Deutungen hatte Josef eine siebenjährige Hungerperiode vorausgesehen und wird nun damit beauftragt, diese vorauszuplanen und die Kornspeicher zu füllen. Auch am Herrscherhof des Pharaos wird er bald zur beliebtesten Person. Er heiratet und bekommt mehrere Kinder. Dann tritt die prognostizierte Hungersnot ein und Josef muss sich beweisen. Nach langer Leidenszeit und Rebellionen aus der Bevölkerung öffnet er die Kornspeicher.

Josef schießt Selfies
Aus dem ganzen Land strömen die Menschen herbei, um etwas zu essen zu bekommen. Darunter auch die Brüder, die Josef einst verraten hatten. Doch sie scheinen ihn nicht zu erkennen. Erst nach einer gemeinsamen Feier und einem Diebstahlsdelikt gibt er sich zu erkennen und lässt Gnade walten. Anstatt sie zu bestrafen, verzeiht er ihnen, denn sie sind seine Brüder. Dies war eine der Kernbotschaften der Bibel und des Stücks, das das Publikum begeisterte. Die 70 Mitwirkenden hatten in kurzer Zeit das 90-minütige Programm einstudiert und die biblische Geschichte an die Moderne angepasst. So schießt Josef Selfies mit seinen Brüdern und tanzt zu Electro-Klängen in der Herrscherküche. Bedenkt man, dass die Akteure nur eine knappe Woche Zeit zur Vorbereitung hatten, so war die Aufführung umso beeindruckender.

Autor: Joshua Kocher