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03. August 2012 15:51 Uhr
Nach dem endgültigen Aus für das Baugebiet Breul
Ihringen weist neue Wohnbauflächen aus
Mit der einstimmig gefassten Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses hat sich der Ihringer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung von der geplanten Wohnbebauung im 3,5 Hektar großen Baugebiet Breul verabschiedet.
IHRINGEN. Gleichzeitig stimmte das Gremium der Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes für die Gebiete "Äußerer Breul II" und "Kaibengasse" zu.
Das im Mai von einem Fachgutachter für das Gebiet Breul vorgelegte Lärmschutzgutachten (die BZ berichtete) sei im Ergebnis so eindeutig gewesen, dass klar war, "davon die Finger zu lassen", sagte Bürgermeister Martin Obert in der Sitzung. Das Aus für das vorgesehene Areal bezeichnete der Rathauschef als "Beerdigung 1. Klasse". In der Entwurfsplanung sei nicht zu erkennen gewesen, dass die von benachbarten Gewerbebetrieben ausgehenden Lärmemissionen so erheblich sind. Eine Realisierung hätte hohe Risiken mit sich gebracht, die Gemeinde wäre möglicherweise einer Klageflut gegenübergestanden, sagte der Bürgermeister auf BZ-Anfrage. Für die Wohnbebauung werde diese Fläche künftig keine Rolle mehr spielen.
"Machen sich denn die Planungsbüros keine Gedanken darüber, ob Lärmbeeinträchtigungen den ganzen Entwurf zu Fall bringen können", wollte CDU-Gemeinderätin Elvira Kiss in der Sitzung wissen, und zeigte sich von der Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses geschockt.
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Bürgermeister Obert versicherte, dass die während der ersten Planungsphase angestellten Voruntersuchungen für das Baugebiet Breul korrekt verlaufen seien. Die vom Gewerbe ausgehenden Lärmemissionen hätten im Rahmen der Voruntersuchungen nicht geprüft werden müssen. Immerhin zählt ein Betrieb der Schwerindustrie zu den Firmen, die im östlich des Gebiets Breul liegenden Gewerbegebiet ansässig sind. Dass ein Baugebiet wegen Lärmemissionen nicht realisiert werden kann, sei für Ihringen ein Novum und habe mit verschärften Lärmschutzvorschriften zu tun, erklärte der Bürgermeister.
Zwischenzeitlich hat die Gemeindeverwaltung die Stadt Freiburg über die Aufgabe des Baugebietes Breul informiert. Im Mai war Ihringen bekanntlich mit Freiburg eine Kooperation eingegangen, die zum Ziel hat, in dem Winzerdorf gemeinsam Wohnbauflächen zu entwickeln. In Freiburg habe man die Aufgabe des Baugebiets in Bahnhofsnähe bedauert, sagte Obert auf Anfrage, man wolle aber an der Kooperation mit Ihringen weiter festhalten. In der Gemeinderatssitzung wurde einstimmig die Aufstellung eines Bebauungsplans für die Gebiete "Äußerer Breul II und "Kaibengasse" gefasst. Sie sollen als Ersatzflächen schnellstmöglich für eine Wohnbebauung entwickelt werden und sind bereits im Flächennutzungsplan ausgewiesen. Beide Areale zusammen haben eine Fläche von 3 Hektar. Denkbar wäre eine zusätzliche Abrundung des Gebietes durch Hinzunahme eines Teilbereichs der Fläche "Westengarten", das eine Größe von 0,4 Hektar aufweist. Mit der Planung beauftragt wird das Architekturbüro Bäuerle, Heinrich, Kosiol (BHK), das 2011 schon die Entwurfsplanung für das jetzt ad acta gelegte Baugebiet Breul erarbeitet hatte.
"Wir werden mit Volldampf in die Planung gehen, denn viele Interessenten warten darauf, dass Ihringen zügig Bauland anbietet", sagte Bürgermeister Obert und kündigte baldige Gespräche mit den Grundstückseigentümern an. "Ich hoffe, dass wir 2013 mit der neuen Projektplanung gut vorankommen", sagte der Bürgermeister gegenüber der BZ.
Autor: Kai Kricheldorff



