Ihringer Wein in England ausgezeichnet

Ulrike Ott

Von Ulrike Ott

Mi, 14. Juni 2017

Ihringen

Für die WG Ihringen sind Prämierungen wichtige Bestätigungen der Arbeit / Festwein ist ein Weißwein-Cuvée aus Müller-Thurgau und Muskateller.

Die Kaiserstühler Winzergenossenschaft Ihringen ist optimistisch in den Frühsommer gestartet. Das hat vor allem damit zu tun, dass ihre Produkte durchweg gut ankommen – sowohl auf dem Markt als auch bei den Juroren verschiedener Weinverkostungen. Beispielsweise landete der 2015er Spätburgunder Rotwein "PP" aus dem Premiumprojekt des Betriebes bei einem Wettbewerb in England in der Liste der besten 50 Weine aus Deutschland.

Für Geschäftsführer Volker Paschke, der nicht nur stolz auf das in großen Eichenholzfässern ausgebaute und von hochwertigen Rebgrundstücken stammende Produkt ist, bestätigt dieser "schöne Erfolg" auch, dass sich badische Spätburgunder am internationalen Markt behaupten können. Das sei nicht immer so einfach, sagt er. Dass jetzt ein Ihringer Tropfen aus der WG so einen Treffer gelandet habe, sei vor diesem Hintergrund umso bemerkenswerter.

Für Paschke sind Auszeichnungen und Prämierungen wichtige Bestätigungen der Arbeit im Weinberg und im Keller. Er kann nicht verstehen, dass die Medaillenflut bei Gebiets- und Landesweinprämierungen gerade erst vor wenigen Wochen ins Kreuzfeuer der Kritik geraten ist. Denn bei solchen Prämierungen würden sowieso nur die jeweils besten Tropfen angestellt, was nur einen ganz geringen Anteil der Produktionsmenge ausmache. Zwar würden viele der eingereichten Weine tatsächlich ein Gütesiegel verliehen bekommen. Gemessen an der Weinmenge in einem Betrieb stelle eine Medaille aber immer noch eine gute Orientierung für den Kunden beim Weinkauf dar. "Wir reichen doch auch nicht jedes Jahr gleich viele Weine ein", argumentiert Paschke weiter. "Es gab auch schon Jahre, in denen wir gar nicht mitgemacht haben", fügt der Geschäftsführer hinzu.

Auf jeden Fall freut sich Paschke über das gute Abschneiden der Ihringer Genossenschaft bei der jüngsten Frühlings- und Sommerweinprämierung des Badischen Weinbauverbands. Drei Weine aus dem Ihringer Betrieb wurden in diesem Jahr verkostet. Und alle drei hätten Gold geholt. Vergoldet wurden ein Rivaner QbA trocken, ein Silvaner Kabinett trocken und ein Spätburgunder Rosé QbA trocken. Der Jahrgang 2016 habe den Voraussetzungen für gute Frühlings- und Sommerweine, die bekanntermaßen keinen so hohen Alkoholgehalt haben dürfen, aber auch entsprochen. Ein Jahr zuvor sei das aufgrund des grundsätzlich höheren Alkoholgehalts der Weine gar nicht möglich gewesen.

Als "elegant, frisch und ausgewogen zwischen Säure und Frucht" beschreibt der Geschäftsführer die Weißweine aus seinem Betrieb. Sie seien leicht, dafür etwas aromaintensiver als im Vorjahr und "ideal zum Trinken", pflichtet ihm Verkaufsleiter Roland Jakob bei. Das werde auch bei den Kunden gut ankommen und man freue sich, diese frische Weinpalette beim Ihringer Weinfest präsentieren zu können.

Die Rotweine 2016 seien noch nicht abgefüllt, würden sich vor allem auch in der Farbe aber gut entwickeln, erklärt Paschke weiter. Auch hier seien entsprechende Qualitäten zu erwarten. Grundsätzlich am Markt gut nachgefragt seien sowohl Rot- und Weißweine, berichten die beiden Experten. Für beides gibt es in der Genossenschaft unterschiedliche Linien – neben der Basislinie auch eine Premium- und eine Exzellenz-Serie, die beide hohe Anforderungen an die Winzer und an den Kellermeister stellten.

Etabliert hätten sich inzwischen die neuen, weitaus schlichteren Etiketten, die Qualität, Hochwertigkeit und Besonderheit der Ihringer Weine besser rüberbringen sollen. Sie tragen nur noch die wesentlichen Informationen und setzen auf einen hohen Wiederkennungswert. Das sei wichtig im Verkaufsregal, erklärt Paschke, und habe sich auch schon bewährt. Gerade im regionalen Markt habe man mit einer immer größeren heimischen Konkurrenz zu rechnen. Immer mehr Betriebe fänden sich mit ihren Produkten in den Weinabteilungen wieder. Da habe es der Kunde bisweilen schwer, sich für einen Wein zu entscheiden. Ein ansprechendes Etikett werde deshalb immer wichtiger.

Aber jetzt geht es erst einmal um das Feiern. Die Ihringer Weintage stehen vor der Tür. Traditionell gibt es aus der Winzergenossenschaft den passenden Festwein – ein Weißwein-Cuvée aus Müller-Thurgau und Muskateller wurde abgefüllt. Die gut 3000 Flaschen sollen beim Weinfest verkauft werden. Besonders jüngere Weintrinker würden erfahrungsgemäß auf den Festwein setzen, sagen Paschke und Jakob. Er stehe auch heuer wieder für einen unkomplizierten Trinkgenuss. In den Vorjahren habe er sich neben Scheurebe und Muskateller immer wieder als Renner der Ihringer Weintage erwiesen.

Verkauft wird der Festwein nicht nur in den Höfen auf dem Festgelände, sondern auch in der Genossenschaft selbst. Diese hat auch am Wochenende wieder ihre Türen geöffnet .

Mit Weinfreunden ins Gespräch kommen

Das Ihringer Weinfest ist für Paschke nur eine von vielen Gelegenheiten, Weinfreunde für Ihringer Weine zu begeistern. Aber neben den zahlreichen Werbeauftritten auf Messen und anderen Veranstaltungen, die außerhalb der Region stattfinden, würden vor allem auch die Aktionen vor Ort immer mehr an Bedeutung gewinnen. Wichtig ist Paschke zum Beispiel auch die "Ihringer Weinkost", die in diesem Jahr bereits zum wiederholten Male stattfand . Gut ankommen auch Veranstaltungen unter der Woche wie "Ihringer After-Work-Grillen und (W)Einkaufen", bei dem ein Foodtruck für das leibliche Wohl sorgt. "Das entspricht dem Zeitgeist", sagt Paschke, und erzählt, dass es sich bei solchen Gelegenheiten ganz gut ins Gespräch kommen lässt. So wie jetzt bei den Ihringer Weintagen.