Keramik, Schmuck und Maischeduft

Christine Weirich

Von Christine Weirich

Mi, 12. September 2018

Ihringen

Der Wasenweiler Kunst- und Töpfermarkt war gut besucht / Traubenanlieferung im Weinhaus stieß ebenfalls auf großes Interesse.

IHRINGEN-WASENWEILER. Ein Hauch von Maischeduft lag über dem kleinen, aber feinen Kunst- und Töpfermarkt vor dem Weinhaus der Wasenweiler Winzer. Wegen des außergewöhnlich frühen Herbstbeginns fiel der Markt zum ersten Mal seit Bestehen voll in die Lesezeit. Dies sei eine große Herausforderung für das Organisationsteam, sagte Geschäftsführer Thomas Wihler im Gespräch mit der Badischen Zeitung. Für die Gäste biete dies aber auch ein besonderes und spannendes Ereignis.

Reizvoll für die zahlreichen Gäste, die bei sonnigem Spätsommerwetter die Arbeiten der Kunsthandwerker bestaunten, war eine fachkundige Führung durch den Weinkeller. Besonders für die Touristen unter den Gästen war es spannend, die Anfuhr des Leseguts und dessen Weiterverarbeitung zu beobachten. Der Samstag sei ein besonders starker Lesetag, erklärte Wihler. Viele Besucher nahmen auch das Angebot einer Verkostung der edlen Tropfen im Verkaufsraum wahr.

In diesem Jahr boten 26 Aussteller ihre Kreationen zum Kauf an. Allen voran Korbmacher Rudi Jakob aus Ihringen, der schon seit vielen Jahren seine diversen Flechtarbeiten ausstellt. Das Weidenholz müsse zunächst 8 Tage gewässert werden, damit es seine Biegsamkeit für das Flechten bekomme, informierte er. Seine Leichtigkeit erhält der Korb, wenn das Holz getrocknet ist.

Dekoratives aus Rheinkieseln
Was man mit Rheinkieseln oder Vulkangestein aus dem Kaiserstuhl fertigen kann, führte Florian Herth aus Breisach vor. Mit Hammer und Meißel werden Motive herausgearbeitet, deren Form mit diversen Farben hervorgehoben wird. Die beliebten Windrosen und Teelichter mit Herzmotiven sind ein Blickfang für Dekorationen für den Innen- und Außenbereich.

Alexander Burgert aus Wettelbrunn ist zum ersten Mal dabei. Mit seinen herbstlichen Arrangements aus Blumen gefertigt, sei er nur auf ausgesuchten Märkten unterwegs. Ebenfalls zum ersten Mal dabei sind Keramikhersteller aus dem Elsass. Ihre 12-jährige Erfahrung mit einer besonderen Form von Keramikherstellung – die Dekorationsstücke erhalten ihre Feuerfarben durch einen Holzbrand – spiegelte sich in den auf Hochglanz polierten Vasen, Schalen und Dekorationsstücken wider. Ansprechende Dekorationsgegenstände, Gartenschilder, Vogeltränken oder Insektenbäder wurden von Hand getöpfert, wie die aus Stegen kommende Künstlerin versicherte.

Butterdosen und Vesperbretter
Ginas Keramikstüble, das am Feldberg seinen Standort hat, stellte unter anderem farbenfrohe Butterdosen und Blumenübertöpfe aus. Ebenfalls aus Keramik gefertigt war Nützliches für den Haushalt, für den Garten und zu Dekorationszwecken von Gertrud Winterhalter aus Oberried. Vom Schwarzwald an den Kaiserstuhl gereist war Johann Kohler, der aus seiner Holzmanufaktur Vesperbretter, Nudelhölzer und vieles mehr mitbrachte.

Kreative Schmuckgestaltung mit Glas- oder Edelsteinperlen führte Renate Kalt aus Schallstadt-Mengen vor. Das Verarbeiten der Perlen mit verschiedenen Häkeltechniken zu Halsketten und Armbändern sei eine Geduldsarbeit, berichtete die rührige Dame. Eine große Auswahl an Colliers, Ringen, Armbändern und Ketten aus Silber, Gold und Edelsteinen hatte Katalin Jung aus Niederrotweil dabei. Ihre Kreationen seien alle Unikate, erzählte sie stolz. Überwiegend Silberschmuck wurde von der Gruppe Gut-Art aus Rielasingen angeboten.

Glücksbringer aus Tafelsilber
Wieder aus dem Schwabenland angereist war Familie Semma mit Schmuck aus Tafelsilber. Das besondere Schmuckstück in diesem Jahr sei ein Muschelanhänger als Glücksbringer für den Jakobsweg, der aus einem einstigen Zuckerlöffel gefertigt wurde. Der Marktstand mit der etwas anderen Glückwunschkarte war wieder mit neuen Kreationen von in Holz gebundenen Karten vor Ort.

Rita Schächtele aus Neuenburg bot zusammen mit ihrer Tante handgefertigte Teddybären aus Plüsch und Mohair an, gefilzte Blütenfeen, Eichhörnchen und Blumenkinder. Spaß am Nähen von Kinderbekleidung aller Art hat eine im Elsass lebende Dame, die bereits seit vielen Jahren den Markt bereichert.

Wihler dankte den Wasenweiler Landfrauen. Sie sorgten wie immer zusammen mit den Helfern des Sportvereins für die Bewirtung der Kunstmarktbesucher.