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10. September 2013 14:25 Uhr

Bewerber der großen Parteien standen Rede und Antwort

Landjugend lud in Ihringen zum Kandidatencheck

Der Bund Badischer Landjugend (BBL) hat zusammen mit der Ihringer Landjugend Bundestagsbewerber der fünf großen Parteien zu einem spielerischen Kandidatencheck eingeladen.

  1. Der Bund Badischer Landjugend organisierte zusammen mit der Landjugend Ihringen in Ihringeneinen Kandidatencheck für die Bundestagswahl. Foto: Elisabeth Saller

IHRINGEN. Unter dem Motto "Ich steh‘ fürs Land" diskutierten und spielten die Jugendlichen zusammen mit Matern von Marschall (CDU), Kerstin Andreae (Bündnis 90/Die Grünen), Sascha Fiek (FDP) und Tobias Pflüger (Linke). Gernot Erler sollte eigentlich für die SPD beim Kandidatencheck mit von der Partie sein, er war jedoch verhindert und wurde von Parteifreund Werner Krögner vertreten.

Unter der Leitung von Thorsten Rothmund, dem ehemaligen Vorsitzenden der BBL, bildeten die rund 50 jungen Erwachsenen und interessierten Bürger verschiedene Gruppen und sprachen an den Thementischen jeweils 10 Minuten lang mit den Politikern über Weinbau, Agrar- und Jugendpolitik, den demografischen Wandel, über Privates, Finanzen und Wirtschaft. Jeweils ein BBL-Mitglied leitete an jedem Tisch die Diskussion.

Pflüger sprach am Tisch von Weinbau und Agrarpolitik die Lebensmittelverschwendung an. "Ich halte es für Wahnsinn, Lebensmittel von hier nach da rumzuschicken", meinte der Bundestagskandidat. Er würde dagegen die Regionalvermarktung weiter vorantreiben. Sorgen bereite ihm, dass sich manche Menschen "gute" Lebensmittel nicht mehr leisten können. Währenddessen erzählte Fiek am Tisch über Privates aus dem Nähkästchen und gab zu, dass er "nicht bös’ drum" sei, falls er nicht in den Bundestag einziehen dürfe. Der Fahrlehrer ist auf Listenplatz 13, rechnet nicht mit einem Umzug nach Berlin und macht dennoch seine Parteiarbeit aus Überzeugung. Sein Privatleben möchte er weiterhin schützen und fordert, dass, mit Blick auf die Spitzelaffäre, in den Schulen der Unterricht zum Umgang mit neuen Medien weiter ausgebaut werden soll. Am Tisch über Jugendpolitik wurde mit dem SPD-Politiker überlegt, warum viele Jugendliche nicht verstehen, warum sie eigentlich zur Wahl gehen sollen. Ein Jugendlicher sprach die Verständigungsproblematik zwischen Politikern und Bürgern an. Krögner gab ihm Recht, entgegnete aber, dass "die Wahlkampfzeit die Zeit ist, in der Politik einfach erklärt wird."

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Jeder musste an jedem Tisch Rede und Antwort stehen

Da jeder Kandidat einmal an jedem Tisch Rede und Antwort stehen musste, fanden sich beim Weinbau auch Andreae und von Marschall nacheinander ein. Die Grünen-Politikerin unterstrich, dass sie sich zwar für ökologischen Anbau einsetze, die konventionelle Methode jedoch nicht verbieten möchte. "Man darf das nicht gegeneinander ausspielen", betonte sie. Dagegen lagen von Marschall besonders die Artenvielfalt und der Erhalt der Kulturlandschaft am Herzen. Für ihn ist es außerdem wichtig, zu wissen, wo Lebensmittel herkommen und dass sie regional produziert werden.

Zwischen den Gesprächen über Politik gab es jeweils eine Spielerunde, in der die Kandidaten mit ihren nach Farben geordneten Gruppen an das bekannte Gesellschaftsspiel "Activity" angelehnt, teils recht kniffelige Aufgaben bewältigen mussten. So mussten zum Beispiel Matern von Marschall zusammen mit einer Bürgerin den Begriff "Berufswettbewerb" pantomimisch darstellen, die übrigen Gruppenmitglieder sollten dies erraten und durften dann ein paar Felder vorrücken. Ziel war es, den Parcours aus Spielsteinen möglichst schnell zu durchlaufen. Gewonnen hat die gelbe Gruppe um Sascha Fiek.

Sehr enttäuscht waren Landjugend und Bürger darüber, dass weder Gemeinderäte noch Bürgermeister zur Veranstaltung erschienen waren. Die Jugendlichen engagierten sich sehr im Ort, daher fand es eine Ihringerin sehr schade, dass "die Oberen keine Zeit für die Jugend haben."

Autor: eli