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16. Februar 2010 15:22 Uhr

"Wir dürfen nicht unter die Räder kommen"

Neue BI fordert zügigen Weiterbau der B 31 West

Für Hans Mattmüller gibt es bei der B31 West keinen Weg zurück. Auch die Diskussion um den Trassenverlauf sollte seiner Meinung nach schleunigst beendet werden. Anderenfalls drohe Ihringen und Wasenweiler in den nächsten Jahren eine unerträgliche Verkehrsbelastung.

  1. Die Bürger von Wasenweiler und Ihringen (unser Bild) leiden unter dem Transitverkehr, der tagtäglich auf den Ortsdurchfahrten unterwegs ist. Foto: Rainer Klotz

IHRINGEN. Vor wenigen Wochen gründete der Jurist eine Bürgerinitiative für den unverzüglichen Weiterbau der B31 West (UWB Ihringen), der sich bereits 250 Mitglieder angeschlossen haben.

"Wir wollen nach außen sichtbar machen, dass es in unserer Gemeinde auch zahlreiche Befürworter der Straße gibt, und haben bei vielen Bürgern offene Türen eingerannt", freut sich Mattmüller über diese Zustimmung. Seine Initiative strebt eine enge Kooperation mit entsprechenden Interessenverbänden in Bötzingen, Gottenheim und Umkirch an. Außerdem möchte Mattmüller mehr Sachlichkeit in die öffentliche Diskussion bringen. Darüber hinaus beabsichtigt die UWB, sich für die Sicherstellung der Projektfinanzierung einsetzen, wenn der Planfeststellungsbeschluss ergangen ist.

Die B31 West müsse als kleiner Teil der Transitstrecke zwischen der Bodenseeregion und Frankreich gesehen werden. Insbesondere durch den fast vollendeten Bauabschnitt zwischen Freiburg und Gottenheim seien in der Region Fakten geschaffen worden, die es zu akzeptieren gelte. "Wir leben nicht in der grünen Idylle, in der jeder der Umwelt zuliebe nur noch mit Bahn und Fahrrad fährt. Die Realität ist leider eine andere", betont Mattmüller. Es dürfe nicht sein, dass der Verkehr einer entsprechend ausgebauten Bundesstraße in das Dorf gespült werde.

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Eine Verzögerung des Weiterbaus der B31 hält der gebürtige Ihringer daher für die schlechteste Variante. Zumal er wegen den geplanten Ortsumfahrungen von Eichstetten und Bötzingen auch in Nord-Süd-Richtung mit zunehmendem Verkehr rechnet, weil die Strecke am Kaiserstuhl dann verstärkt als Alternative zur Autobahn A5 genutzt werden könnte.

Für langwierige Diskussionen um die Streckenführung westlich von Gottenheim sei es mittlerweile zu spät. "Die von den Planungsbehörden favorisierte so genannte Nordvariante der Trassenführung, die nun auf so erbitterten Widerstand stößt, ist bereits seit 1989 bekannt", erinnert Mattmüller. Für einen anderen Verlauf der Bundesstraße hätte man sich seiner Ansicht nach schon vor etlichen Jahren einsetzen müssen. Jetzt jedoch führten solche Bemühungen lediglich zu weiteren Verzögerungen, die der Kaiserstuhlgemeinde letztlich nur schadeten.

"Wir wissen, dass der geplante Verlauf der B31 nicht den Wunschvorstellungen vor allem vieler Wasenweiler Bürger entspricht", räumt der Gründer der Bürgerinitiative ein. Mattmüller denkt jedoch auch an die vielen Menschen, die entlang der fast 4 Kilometer langen Ortsdurchfahrten von Ihringen und Wasenweiler leben: "Bereits heute leiden diese Anwohner insbesondere unter dem Schwerlastverkehr, der sich durch die innerörtlichen Nadelöhre quält." Wenn die beiden genannten Straßenprojekte fertiggestellt seien und dadurch das Verkehrsaufkommen weiter zunehme, "kommen wir erst richtig unter die Räder", fürchtet er.

Die Bürgerinitiative UWB sieht kurz vor Abschluss des Planfeststellungsverfahrens für den 2. Bauabschnitt die einmalige Chance gekommen, mit einem Weiterbau der B31 West den Transitverkehr von den Ortsdurchfahrten in Ihringen und Wasenweiler fernzuhalten. "Das Regierungspräsidium arbeitet auf Hochtouren an diesem wichtigen Bauvorhaben", davon ist Mattmüller überzeugt. Der notwendige Druck seitens der Bevölkerung und der Politik für die zügige Verwirklichung sei vorhanden.

BI fürchtet, dass Trassendiskussion zu weiteren Verzögerungen führt

Doch wenn bis zur Verabschiedung des nächsten Bundesverkehrswegeplans durch Taktieren und Verzögern kein rechtskräftiger Beschluss zu diesem Feststellungsverfahren vorliege, werde es in den nächsten 25 Jahren keine Umfahrung für Ihringen und Wasenweiler geben. "Und das ist nicht nur unseren Kindern gegenüber verantwortungslos", findet der zweifache Familienvater. Dass der Tourismus durch den Bau der Bundesstraße schaden nehmen könnte, glaubt er nicht: "Schließlich ist uns die staatliche Anerkennung als Erholungsort vor allem wegen unseres ungelösten Verkehrsproblems verwehrt worden."

Kontakt: UWB Ihringen, Hans Mattmüller, Telefon 07668/950457, E-Mail: hans.mattmueller@t-online.de

Autor: Bianka Pscheidl