Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
09. Februar 2012 16:37 Uhr
BZ-Interview mit Gustav Rosa
Reaktion auf Sarkozy-Besuch: Der Protest gegen Fessenheim wird weitergehen
Gustav Rosa ist ein engagierter AKW-Gegner. Die Aussage des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, das AKW Fessenheim weiter am Netz zu lassen, spornt ihn nur an, den Protest zu verstärken.
BREISACH/FESSENHEIM. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat am Donnerstagmittag bei einem Besuch im französischen Kernkraftwerk Fessenheim angekündigt, das AKW weiter am Netz zu lassen. Er sieht keine Sicherheitsrisiken. Kraftwerksgegner protestierten derweil in Heiteren gegen die französische Atompolitik und forderten die Abschaltung des ältesten französischen Atommeilers. Unter ihnen war Gustav Rosa (60), der für die SPD am Breisacher Neutorplatz seit über 40 Wochen Mahnwachen gegen das AKW organisiert. Mit ihm sprach BZ-Redakteur Gerold Zink.
BZ: Sarkozy will das Atomkraftwerk Fessenheim weiter betreiben. Sind Sie sehr enttäuscht oder hatten Sie dies erwartet?
Rosa: Nach den Vorfällen der letzten Wochen war dies zu erwarten. Ich bin enttäuscht und wütend und sehe die Aussagen von Sarkozy als Ansporn, unseren Protest weiter voranzutreiben.
BZ: Sie waren bei der Demonstration im französischen Heiteren dabei. Wie war die Stimmung?
Werbung
BZ: Bald wird in Frankreich ein neuer Staatspräsident gewählt. Der sozialistische Bewerber Francois Hollande hat angekündigt, im Falle eines Sieges Fessenheim abzuschalten. Drücken Sie Hollande deshalb besonders die Daumen?
Rosa: Auf jeden Fall, er hat unsere volle Unterstützung.
BZ: Wie sehen Sie seine Chancen?
Rosa: Was wir aus der Presse so mitbekommen, liegt er momentan in den Umfragen vor Sarkozy.
BZ: Werden Sie nun in Breisach Ihren Kampf für die Stilllegung des AKW Fessenheim noch verstärken?
Rosa: Auf jeden Fall, aber nicht nur in Breisach, sondern auch am Kaiserstuhl, im Breisgau und am Tuniberg.
BZ: Sind neben den Mahnwachen weitere Aktionen geplant?
Rosa: In Zusammenarbeit mit anderen Anti-Atomgruppen werden wir weiter aktiv bleiben. Die Markgräfler haben den Slogan ausgegeben ’Kein ruhiges Markgräflerland, bis Fessenheim nicht stillgelegt ist’. Dem schließen wir uns an. Auch am Kaiserstuhl, im Breisgau und am Tuniberg wird es keine Ruhe geben.
Autor: gz
