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07. Juli 2014 17:34 Uhr

Weingenuss für die Krebsforschung

Das Rebpatenprojekt des Staatsweinguts Freiburg auf dem Ihringer Blankenhornsberg ist ein Erfolg. Es wurden schon mehr als 200 00 Euro gespendet.

  1. Auf das Rebpatenprojekt stießen (von links) Ministerialrat Konrad Rühl vom Landwirtschaftsministerium, Rolf Steiner, Leiter des Staatlichen Weinbauinstituts Freiburg, Bernhard Huber, Chef des Staatsweinguts Freiburg & Blankenhornsberg, Professor Dr. Hans Helge Bartsch, Ärztlicher Direktor der Klinik für Tumorbiologie Freiburg, und Hans-Bodo Hartmann, Vorstandsmitglied der Fördergesellschaft Forschung Tumorbiologie, auf dem Blankenhornsberg an. Foto: Kai Kricheldorff

IHRINGEN. Wer gewinnt: Fußball oder das Rebpatenprojekt des Staatsweinguts Freiburg für die Klinik für Tumorbiologie? Diese Frage stand zu Beginn der Feier für die Rebpaten auf dem Blankenhornsberg in Ihringen, die traditionell am ersten Freitagnachmittag im Juli stattfindet. Dieses Jahr musste sie mit der Übertragung des Fußballspiels Frankreich gegen Deutschland konkurrieren.

Legt man die Zahl der gut 80 Rebpaten zugrunde, die trotz Fußball auf den Blankenhornsberg gekommen waren, bleibt festzustellen, dass die vor 12 Jahren ins Leben gerufene Initiative "Ein Rebstock für die Forschung" dem Match in Rio de Janeiro auf lokaler Ebene doch irgendwie den Rang abgelaufen hat.

Gut so. Denn diese Patenschaft ist "eine Erfolgsgeschichte", wie Konrad Rühl vom Landwirtschaftsministerium sagte. Über 3000 Rebstöcke wurden inzwischen in der Einzellage "Doktorgarten" für die Rebpaten angepflanzt. Mehr als 200 000 Euro Spenden für die Krebsforschung sind seit Projektbeginn bei der Fördergesellschaft Forschung Tumorbiologie eingegangen. Mehrfach musste das Staatsweingut die Rebfläche für den Spätburgunder erweitern. Für eine 100-Euro-Spende übernehmen die Paten einen Rebstock. Drei Fünftel des Betrags gehen direkt in die Forschungsarbeit der Klinik für Tumorbiologie.

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Belohnt werden die Paten mit einer Flasche Spätburgunder aus dem "Doktorgarten". Die Präsentation der "Edition Rebpaten" des Jahrgangs 2013 fand im Rahmen der Feier auf dem Blankenhornsberg statt. Die Paten konnten den Wein probieren, die Landschaft und Atmosphäre an diesem exklusiven Ort genießen und sich über die Forschungsprojekte der Klinik für Tumorbiologie informieren, die unter anderem durch ihre Spenden realisiert werden. "Eine Win-win-Situation also", wie Ministerialrat Rühl sagte, der Minister Alexander Bonde, den Schirmherrn des Projekts, vertrat. Für Professor Hans Helge Bartsch, Ärztlicher Direktor der Klinik für Tumorbiologie, ist es die erfolgreichste Spendenaktion der Fördergesellschaft. Fortschritte in der Krebstherapie seien nur erreichbar, wenn gute Forschung möglich ist.Durch die Spenden der Rebpaten wird derzeit ein Forschungsvorhaben gefördert, mit dem ein Mittel gegen im Blut zirkulierende Tumorzellen gefunden werden soll. Professor Bartsch erinnerte daran, dass die Übernahme einer Rebpatenschaft auch ein exklusives Geschenk sein kann.

Hans-Bodo Hartmann Vorstandsmitglied des Vereins Fördergesellschaft Forschung Tumorbiologie, dankte Rebpaten und Staatsweingut für Unterstützung, mit der das "lustbetonte Projekt zum Knüller im Portfolio der Fördergesellschaft" geworden sei.

Fast 2000 Rebpatenschaften, die jeweils für ein halbes Jahrzehnt übernommen wurden, liefen vergangenes Jahr aus, teilte Bernhard Huber, Chef des Staatlichen Weinguts auf dem Blankenhornsberg, mit. Mehr als ein Drittel der Unterstützer haben eine Anschlusspatenschaft gezeichnet. Von den 3000 Rebstöcken in der Lage "Doktorgarten" ist derzeit fast die Hälfte an Rebpaten vergeben. Der übrige Spätburgunder gelangt in den freien Verkauf und jeweils 1 Euro aus dem Erlös jeder verkauften Flasche spendet das Weingut ebenfalls für die Krebsforschung. So kamen weitere 685 Euro an Spenden zusammen.

Den Jahrgang 2013 des Rebpatenweins charakterisierte Huber als einen mit der Geschmacksnote frische Kirsche versehenen Spätburgunder mit angenehmer Gerbstoffstruktur, der noch einige Zeit liegen kann, bis er sein Genussmaximum erreicht hat.

Autor: Kai Kricheldorff