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26. Juni 2012

Mailänder Modetage

Immer schön fröhlich

Bunt und optimistisch – so wollen Designer Europas Männer sehen / Männermode in Mailand.

  1. Klassisch: Vivienne Westwood Foto: dpa

  2. Farbenfroh sollen Männer im Frühjahr und Sommer 2013 unterwegs sein – geht es nach den in Mailand gezeigten Entwürfen von Salvatore Ferragamo, Burberry Prorsum, Prada und Roccobarocco (von links). Foto: Fotos: dpa

  3. Foto: dpa

  4. Foto: dpa

  5. Foto: dpa

MAILAND (dpa). Krise? Welche Krise? Mailands Designer entwerfen eine Mode, als scheine über ganz Europa die Sonne. Der Mann soll im Frühjahr/Sommer 2013 mit seiner Kleidung den ökonomischen Widrigkeiten trotzen. Die Botschaft der bis Dienstag laufenden Milano Moda Uomo lautet: Immer fröhlich bleiben. Es gibt leuchtende Farben, edle Stoffe, viele Shorts und eine sehr lässige Eleganz.

Gentleman oder Athlet, Künstler oder Kraftpaket – die in den rund 40 Defilees der vier Mailänder Modetage vorgestellten Männerbilder könnten unterschiedlicher kaum sein. Dennoch eint sie fast alle die Sehnsucht nach dem Guten und Schönen. Die Mode wird zum Antidepressivum. Deutlich lässt sich dieser Gedanke an Salvatore Ferragamo festmachen. Das Modehaus aus Florenz steht eigentlich für eine klassische Eleganz. Doch dann knallen auf dem Laufsteg die Farben. Blau, orange und gelb treffen in den kräftigsten Nuancen großflächig aufeinander. Trenchcoats haben innen eine andere Farbe als außen, am Fuß trägt der Mann poppige Sportschuhe. Die Hosen fallen in eine Karottenform.

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Auch das britische Label Burberry Prorsum setzt am Samstag mit seinem Metall-Glanz leuchtende Akzente. Versace ist traditionell sehr bunt, und selbst die puristische Jil Sander streut bei ihrer Comeback-Show ab und an Farbakzente ein. Miuccia Prada gilt nach wie vor als richtungsweisende Designerin der Mailänder Modeszene. In ihrer Kollektion verfolgt sie den Gedanken einer Unisex-Mode, lässt Mann und Frau zum Teil in identischen Kleidungsstücken auflaufen. Die Formen sind schlicht, der Fokus liegt auf den Stoffen und ihrer linearen Gestaltung. So ziert ein Kontrastreifen die Innenseite der Hosenbeine sowie der Sakko- und Mantelärmel: Weiß auf Dunkelblau, Weiß auf Bordeaux, Hellblau auf Beige. Dieser Ansatz wird zum Leitbild der ganzen Kollektion. Vivienne Westwood hat sich den Ruf einer Exzentrikerin erarbeitet. Vieles davon war auch in der Show am Sonntag zu sehen – allerdings auf den Zuschauerrängen. Dort hatten sich die Fans der Designerin zuweilen schrill herausgeputzt. Ganz anders auf dem Laufsteg. Hier dominierten helle Anzüge. Bei Calvin Klein wie auch bei anderen Marken wurde eine Mode mit viel Volumen vorgestellt. Wer will, kann wenigstens das als Anpassung an die Krisenzeiten verstehen. Der Mann sucht Schutz vor dem, was auf ihn zukommen könnte.

Weitere Fotos unter http://mehr.bz/milano-12

Autor: dpa