Imposante Stürme in der Belchenhalle

Eberhard Groß

Von Eberhard Groß

Di, 02. Januar 2018

Münstertal

Anspruchsvolles Jahreskonzert der Münstertäler Trachtenkapelle lässt musikalisch keine Wünsche offen.

MÜNSTERTAL. Es war der musikalische Höhepunkt des Jahres, das Konzert der Trachtenkapelle am Zweiten Weihnachtsfeiertag, zu dem der Vorsitzende der Trachtenkapelle, Dieter Geiger, die zahlreichen Gäste in der Belchenhalle begrüßen konnte. Geboten wurde ein Programm, das das Publikum vollauf begeisterte und das eindrucksvoll die erfolgreiche Arbeit des Dirigenten Hermann Haege widerspiegelte. Erstklassige Musik bot neben dem großen Blasorchester der Trachtenkapelle auch die Jugendkapelle.

Schon das gemeinsame Jugendorchester von Trachtenkapelle und Stadtmusik Staufen, das die Traditionsveranstaltung eröffnete, ließ beim ersten Musikstück aufhorchen. Die neue Dirigentin, Natalie Viehöver, die ihr Dirigentenamt erst nach den Sommerferien angetreten hat, hatte die etwa 25 Nachwuchsmusiker intensiv auf diesen Auftritt vorbereitet. Die vorgetragenen Stücke, darunter Filmmusik und moderne Hits, wurden gekonnt interpretiert, sodass die jungen Musikerinnen und Musiker die Bühne erst nach einer geforderten Zugabe verlassen konnten.

Die Trachtenkapelle unter der bewährten Leitung von Hermann Haege zeigte sich anschließend in Bestform. Durch dieses führten mit fachkundigen Erläuterungen die Aktiven Anja Böhler und Steffen Eckerle. Die über 50 Orchestermitglieder eröffneten ihren Part mit der kraftvollen "Appalachian Overture" von James Barnes. Ihr folgte der verspielte "Slavonic Marsch" als Teil der Serenade Opus 44 für Bläser von Antonin Dvorak, in der auch volkstümliche, traditionelle sowie böhmische Melodien verarbeitet sind.

Einer der Höhepunkte im Programm war die Cavatine aus der Oper "Der Freischütz" des Komponisten Carl Maria von Weber. Die Opernmelodie wurde allerdings nicht von einer jungen Dame gesungen, sondern von Matthias Hasenauer als Solist mit dem Horn meisterlich und gefühlvoll vorgetragen, der damit erneut einen Beweis seines musikalischen Könnens gab. Nicht um tötende Katzen, sondern um verschiedene Begebenheiten innerhalb des im amerikanischen Naturschutzgebiet liegenden Gebirges Catskill Mountain handelt es sich bei dem Werk "Songs from the Catskills" aus der Feder von Johan de Meij, der einige Jahre in diesem Gebiet lebte. Er verarbeitete darin die reiche und bewegende Geschichte der Gebirgskette, in der auch amerikanische, irische und schottische Volkslieder ihren Niederschlag fanden.

Nach der Pause ging es mit "Into the Storm" stürmisch weiter, da darin die Entwicklung eines Tropensturms zu einem gewaltigen Schneesturm im Osten der USA nachempfunden wird, der mit hoher Geschwindigkeit über das Land fegte. Dieser "Sturm des Jahrhunderts" als besonderes Naturereignis inspirierte Robert W. Smith zu dieser "stürmischen" Komposition. Von den USA ging es danach zurück nach Europa und den Nahen Osten. Die Flucht zahlreicher Juden nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Schiff "Exodus" von Zypern nach Palästina verarbeitete Ernest Gold in dem bewegenden Werk "Highlights from Exodus", in dem die damaligen Ereignisse bis zur Gründung des Staates Israel – von der Trachtenkapelle ergreifend wiedergegeben – imposant zum Ausdruck gebracht werden.

Im Gegensatz dazu stand der Marsch "In Harmonie vereint", der zu den beliebtesten Kompositionen von Siegfried Rundel zählt und mit dem die Trachtenkapelle ihre Konzertbeiträge schwungvoll beendete. Die stürmisch geforderte Zugabe wurde mit der Johann-Strauß-Polka "Vergnügungszug" gerne gewährt. Nach dem gemeinsam gesungenen Schlusslied "O du fröhliche" wurden die Preise der reichhaltigen Tombola verlost.