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21. Juni 2012
Impulse für den Lebensraum Elz
Bei der Inspektion des Flusslaufs von Riegel bis nach Kappel-Grafenhausen wurden zahlreiche Verbesserungen registriert.
KENZINGEN (BZ). Laut Satzung des Wasserverbandes "Alte Elz" muss der Zustand des Gewässerlaufes bei einer ausgedehnten Inspektion überprüft werden. Behördenvertreter, Verbandsmitglieder und Betreiber benötigten für den 21 Kilometer langen Flusslauf, von der Riegeler Einlassschleuse bis nach Kappel-Grafenhausen, am Dienstag knapp neun Stunden.
Die Gemeinden Riegel, Kenzingen, Rheinhausen, Rust, Kappel-Grafenhausen und die Nutznießer – heute die Regenerativ-AG, EnBW Rheinhausen, der Europa-Park Rust und das Sägewerk Kunz – schlossen sich bereits vor fast 60 Jahren zum Wasserverband zusammen, der seinen Sitz in Kenzingen hat. Laut Gesetz müssen alle Verbandsmitglieder entlang der als "Gewässer zweiter Ordnung" eingestuften Elz für einen weitgehend ungehinderten Flusslauf garantieren. Hört sich logisch und nachvollziehbar an, doch in der Praxis offenbaren sich die Tücken. Der Vertreter des Landratsamtes Offenburg, Jürgen Parden, nannte es eine "Gratwanderung", die Interessen aller Beteiligten in Einklang zu bringen.Treffpunkt war wie immer die Riegeler Einlassschleuse. Hier wird der Wasserlauf gesteuert. Für die Gewässerschau wurde er minimal abgesenkt, damit die Boote die Brückenbauwerke auch gut passieren konnten. Der Fluss schlängelt sich bis zum ehemaligen Elektrizitätswerk nach Kenzingen hindurch, landschaftlich der reizvollste Abschnitt. Die Übertretungen der Naturschutzauflagen in den Riegeler Kleingärten gehören der Vergangenheit an, wie sich die Teilnehmer vom Wasser aus überzeugen konnten. Ein größerer Pappelbestand, der tief ins Flussbett ragte, wurde beseitigt. Neben viel Bruchholz müssen einzelne Pappeln noch entfernt werden – für Geschäftsführer Werner Henninger eher "kosmetische Arbeiten".
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Nachbesserungen in erheblichen Umfang hält der Verbandsvorsitzende und Kenzinger Bürgermeister Matthias Guderjan bei der Einhaltung des Uferrandstreifens vor den Toren Kenzingens für notwendig. Nachbesserungen forderte auch der Naturschutzbeauftragte Reinhold Hämmerle. Der Wiesenknöterich sei deplatziert und sollte durch den Bauhof nach und nach entfernt werden.
Nach der Bootsumsetzung ging es auf der zweiten Etappe Richtung Norden bis zum EnBW-Betriebswerk in Rheinhausen. Michael Gutjahr, Leiter des Regionalzentrums, stellte kurz das älteste Wasserkraftwerk der Region vor, das trotz seines musealen Charakters auch nach mehr als 100 Jahren noch seinen Dienst verrichtet. Im Gewann stießen die Teilnehmer der Gewässerschau auf einen Müllplatz, der auf jeden Fall zu beseitigen ist. Hämmerle regte zudem einen Pflegeeinsatz unterhalb des Nachtallmendsees an.
Der dritte Abschnitt bis zum Europa-Park erfuhr auf etwa einem 500 Meter langen Teilstück eine erhebliche Aufwertung. Über die notwendige Ufersicherung hinaus konnte der Lebensraum für am und im Wasser lebende Tiere nachhaltig verbessert werden, wie Landschaftsförster Fabian Mayer erläuterte. Es wurden große Erdmengen bewegt, um steile Ufer abzuflachen und kleine Buchten und Schwellen ausgebaut, die als sogenannte "Strömungsleiter" dienen. Rund 50 000 Euro hat die Gemeinde Rust für die Arbeiten ausgegeben, die in den knapp drei Wochen des Bachabschlages durchgeführt wurden. Auf einer Strecke von weiteren rund zweieinhalb Kilometern soll ebenfalls noch renaturiert werden.
Auf dem letzten Abschnitt in der Ortenau hat sich lediglich abflussminderndes Gehölz angesammelt. Um den Wirkungsgrad der Wasserkraftanlagen nicht unnötig zu verschlechtern, sollte die Beseitigung dringlich erledigt werden, wurde bei der Schau betont. Der in Rust angelegte Gewässerrandstreifen wurde als vorbildlich gelobt, die abgestellten Bauwagen kurz vor Ende des Zuständigkeitsbereiches bei der Fischerinsel in Kappel jedoch moniert. Diese bereits im letzten Jahr bemängelte Verfehlung müsse notfalls mit behördlicher Anweisung verfolgt werden, so die einhellige Meinung der Verbandsteilnehmer.
Autor: wes



