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09. März 2012 20:00 Uhr

Kategorie große Unternehmen

IMS Gear aus Donaueschingen/Eisenbach holt Jobmotor 2011

IMS Gear aus Donaueschingen und Eisenbach, dessen Kunden vor allem Autozulieferer sind, ist stärker denn je. In der Kategorie große Unternehmen holte IMS Gear den Jobmotor 2011. Ein Porträt.

  1. Wettbewerbsvorteil Präzision: IMS-Gear-Produktion Foto: Thomas Kunz

Eigentlich dürfte es IMS Gear gar nicht mehr geben. Experten hatten in den 70er und 80er-Jahren der Schwarzwälder Wirtschaft in Büchern eine düstere Zukunft prophezeit. Betriebe würden reihenweise untergehen, sagten die Autoren. Zwischen Tannen, auf 1000 Meter Höhe, hätten Firmen keine Chance gegen die neue Billigkonkurrenz aus Fernost. Ihre These begründeten die Experten mit dem Schicksal der Schwarzwälder Hi-Fi- und Uhrenindustrie, die unter dem Druck des Wettbewerbs zusammengebrochen waren.

Clemens Rosenstiel (64) hat das alles miterlebt – die Insolvenzen der Uhrenfabriken und das Verschwinden großer Namen wie Dual (Plattenspieler) oder Saba (Fernsehgeräte). 1968 wurde er von der IMS Morat & Söhne in Eisenbach eingestellt. Auch der Arbeitgeber des aus Friedenweiler stammenden Industriekaufmanns und Betriebswirts belieferte damals noch Uhrenfabriken.

Diese Kunden sind verschwunden, doch IMS Gear, wie IMS Morat & Söhne heute heißt, gibt es noch. Heute ist das Unternehmen, dessen Kunden vor allem Autozulieferer sind, stärker denn je. Allein 2011 schuf IMS Gear mehr als 240 neue Arbeitsplätze. In diesem Jahr sind schon 60 weitere Jobs hinzugekommen. "Läuft alles planmäßig, werden es 2012 rund 100 neue Stellen sein", sagt Rosenstiel. 1500 Menschen werden dann für IMS Gear in Eisenbach und Donaueschingen arbeiten. Einen Umsatz von 250 Millionen Euro strebt das tarifgebundene Unternehmen an. 1968 waren es sieben Millionen Mark. Es ist die Krönung von Clemens Rosenstiels Karriere. Ende 2012 geht der Geschäftsführer in den Ruhestand, nachdem schon Norbert Willmann, sein langjähriger Weggefährte in der Chefetage, in Rente gegangen ist.

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Warum IMS Gear den Krisen getrotzt hat? "Innovation, Verlässlichkeit und richtige Weichenstellungen", sagen Wolfgang Weber und Bernd Schilling – Willmanns und Rosenstiels Nachfolger. IMS ist bei der Elektrifizierung des Autos ein wichtiger Spieler. Damit ist nicht der Elektromotor gemeint, sondern die Elektrifizierung von Nebenantrieben, wie zum Beispiel der elektromechanischen Servolenkung oder elektromechanischen Bremskraftverstärkern. Hier ist IMS Gear mit Zahnrädern, Baugruppen und Getrieben vorne mit dabei. Der Elektrotrend wird nach Einschätzung des Führungstrios anhalten. "Die Servolenkung spart Gewicht und bis zu 0,6 Liter Benzin pro 100 Kilometer", sagt Rosenstiel. Ob Benzin oder Elektro – die Technik ist bei allen Antrieben einsetzbar.

Schwierigkeiten, Leute zu finden, habe IMS Gear nicht. "Wir haben in der Region einen guten Ruf und bilden 150 junge Leute aus", sagt Bernd Schilling. Im Schwarzwald wisse man Verlässlichkeit zu schätzen, fügt Rosenstiel hinzu. In der Krise hatte das Unternehmen auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet, die Mitarbeiter auf einen Teil des Gehalts. Als die Konjunktur wieder ansprang, kam das gesparte Geld dann auf die Konten der Mitarbeiter.
Die Platzierten (Kategorie große Unternehmen)
  • Zweiter Platz: WST Präzisionstechnik, Löffingen
  • Dritter Platz: Maxon Motor GmbH, Sexau

Autor: Bernd Kramer