Einzelhandel

In der Lörracher Innenstadt gibt es einige Geschäftswechsel

Sabine Ehrentreich und Peter Gerigk

Von Sabine Ehrentreich & Peter Gerigk

So, 20. Januar 2019 um 08:00 Uhr

Lörrach

Beim Einzelhandel in der Lörracher Innenstadt gibt es derzeit einige Wechsel. Wirtschaftsförderin Marion Ziegler-Jung sieht darin eine Chance.

In der Einzelhandelslandschaft in der Lörracher Innenstadt ist einiges in Bewegung. In etlichen Geschäften gab oder gibt es Wechsel. Auch Wirtschaftsförderin Marion Ziegler-Jung beobachtet das und ergänzt: "Das hatten wir viele Jahre gar nicht". Sie findet das freilich eher gut als bedenklich. "Veränderung ist auch eine Chance", ist sie überzeugt. Kommt ab und zu etwas Neues, belebe das die Stadt.

Selbst ein zeitweiliger Leerstand könne mal heilsam sein – wenn er dafür sorge, dass die Mieten nicht allzu sehr abheben. Leerstand ist freilich in Lörrach, anders als in vielen anderen Städten, vorläufig nicht das Thema, und Ziegler-Jung findet die derzeitige Bewegung im Mix alles andere als alarmierend.

Das Ehepaar Henle bedauert die Schließung

Die Wechsel hätten unterschiedliche Gründe, sagt die Wirtschaftsförderin. Der Lebensmittelmarkt Henle mit Hauptsitz in Brombach schließt seine Filiale an der Turmstraße am 28. Februar nach mehr als 25 Jahren. Er habe bis Ende 2020 bleiben können, aber der Umsatz sinke, weil viele Kunden mangels Parkgelegenheit nur kleine Einkäufe erledigen, sagt Claudia Henle. Zudem sei der bauliche Zustand des Gebäudes nicht gut. Der Vermieter bevorzuge ein langfristiges Mietverhältnis.

Sie hätten immerhin gerne weitergemacht, bis das Wohn- und Geschäftshaus Lö, in das ein Lebensmittelmarkt kommen soll, steht. Doch investieren wollen sie und ihr Mann Martin Henle nicht mehr in die Filiale. Claudia Henle bedauert die Schließung: "Viele werden uns vermissen", gerade ältere Menschen, die mit Bus und Taxi kommen und zum Kundenstamm zählen. Begrüßen würde Wirtschaftsförderin Ziegler-Jung, wenn sich im Zuge des Wechsels an dieser Stelle baulich etwas tun würde, etwa eine Verbindung mit der Grabenstraße.

Und noch ein Nagelstudio

Die Filiale von Gerry Weber machte zu, weil der Mutterkonzern in Schwierigkeiten ist, sagt Ziegler-Jung, hier ist eine Timberland-Filiale eingezogen. Ein anderes Geschäft am Senser Platz fand eine günstigere Lage, auch hier fand sich ein Nachfolger. NKD in der Teichstraße macht zu. Und dies sind nur einige Beispiele.

Im ersten Stock der Turmstraße 15 am Durchgang zum Chesterplatz entsteht ein Kosmetik- und Nagelstudio. Der Gemeinderatsausschuss für Umwelt und Technik erteilte dafür am Donnerstag eine Ausnahme von der Veränderungssperre, die besteht, um Vergnügungsstätten in der Innenstadt zu verhindern. Auf dieser Fläche war bisher das Lager eines Schuhgeschäfts. Wenig erfreulich fanden die Fraktionssprecher im Ausschuss, dass ein weiteres Studio dieser Art in die Stadt kommt. Man müsse aufpassen, dass die Anmutung der Innenstadt nicht "beliebig und uniform" werde, mahnte Gerd Wernthaler (Grüne).

Das Umfeld für den Einzelhandel wird nicht einfacher

Ein Kosmetik- und Nagelstudio könne die Stadt nicht verhindern, sagte Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic. Doch man werde darauf achten, die Qualität in der Innenstadt hochzuhalten. Da sieht Wirtschaftsförderin Marion Ziegler-Jung auch die Vermieter der Ladenflächen in der Verantwortung. Vernünftige Mieten, Vielfalt, Individualität sind für sie da die Stichworte. Auch Vermieter profitierten davon, wenn die Stadt nicht nur aus Handyläden und Filialen bestehe, sondern der Mix stimme und der Standort auf diese Weise attraktiv bleibe.

Das Umfeld werde nicht einfacher, unabhängig vom heißen Sommer, der dem Handel schadete. Neue Flächen in Weil am Rhein, Veränderungen beim Schweizer Einkaufstourismus, Onlinehandel – die Herausforderungen nehmen zu.