Städtische Einrichtung

In die neue Kita neben dem Rathaus kommen vor allem Kinder von Rathaus-Mitarbeitern

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

Di, 20. Februar 2018

Freiburg

Die im Mai eröffnete städtische Kita am Eschholzpark liegt gleich neben dem neuen Rathaus im Stühlinger. Ein Vorteil für Rathaus-Mitarbeiter ist, dass die Betreuungszeiten auch kurzfristig an die Arbeitszeiten der Eltern angepasst werden können.

FREIBURG-STÜHLINGER. Im Flur ist was los: Da steht ein Haus aus Kartons, kleine Kinder gehen ein und aus. Daneben im Turnzimmer klettern zwei Jungs auf den Kasten und lassen sich auf Matten plumpsen. Überall ist was anderes geboten in den zwei Stockwerken der städtischen Kita am Eschholzpark, die, genau wie das neue Rathausgebäude nebenan, ein Rundbau ist. Die Gebäude hängen nicht nur äußerlich zusammen: Städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekommen bevorzugt Plätze für ihre Kinder in dieser im Mai eröffneten städtischen Betriebs-Kita.

Eigentlich mag Lea (6) am liebsten Pferde und Einhörner. Doch hier in der Kita findet sie auch Dinosaurier gut. Im Bauzimmer gibt’s viele unter den kleinen Tierfiguren zum Spielen. Lea baut einen Dino-Park: Immer zwei oder drei Dinos haben zusammen ein Gehege, das sie mit Holzstücken einzäunt.

Vor ihr rattert Asuka (3) mit einem Feuerwehrauto durch den Raum, ihre Zwillingsschwester Yumi wühlt in einer Kiste mit Tierfiguren. Im Nebenraum ist es still: Elias, Finja-Sophia und Lina (alle 3) schauen konzentriert auf das Brettspiel vor ihnen auf dem Tisch und würfeln, immer einer nach dem anderen. Die Erzieherin Serpil Weigel spielt mit und hilft, wenn jemand mal nicht weiter weiß. Unter denen, die hier im unteren Geschoss herumwuseln, ist Lea eine der Ältesten. Es gibt 65 Plätze für Kita-Kinder. Im Obergeschoss sind maximal 30 Krippenkinder zwischen einem und drei Jahren.

Lea ist eines der neun Kita-Kinder, die im Herbst sie auf die Schule wechseln. Das findet sie schade: "Ich würde gern länger hier bleiben." Sie hat öfter gewechselt, es ist schon ihre dritte Kita: "Hier gefällt es mir am besten." Leas Eltern sind städtische Mitarbeiter, deshalb wurde sie hier angemeldet – so wie bisher etwas mehr als ein Drittel der Kinder, mit steigender Tendenz, sagt die Kita-Leiterin Angela Zimmermann. Schon im Herbst, wenn alle 95 Plätze belegt und Neue nachgerückt sind, werden mehr als die Hälfte der Kinder diesen Hintergrund haben. Viele von ihnen wohnen nicht in der Umgebung, einige sogar im Umland, dafür aber arbeiten ihre Eltern direkt nebenan im Rathaus – oder irgendwo anders in einem städtischen Job, egal ob bei der Verwaltung, auf dem Friedhof oder bei der Müllabfuhr.

Die Kita liege für alle zentral, sagt Angela Zimmermann. Städtische Mitarbeiter bekommen bevorzugt einen Platz und können, falls sie mal länger arbeiten müssen, ihr Kind auch unkompliziert zu anderen als den gewohnten Zeiten vorbeibringen – für sie gelten besondere Bedingungen. Der Rest der Plätze wird an andere Interessierte vergeben, die aber in Freiburg wohnen müssen, die meisten sind aus dem Stadtteil. Um die bald 95 Kinder, die von 7 bis derzeit 18 Uhr zwischen sieben und zehn Stunden täglich bleiben, kümmern sich 20 Mitarbeiterinnen und zwei Mitarbeiter – mehr Männer wären sehr erwünscht. Sie teilen sich 18,1 Stellen. Die meisten sind Erzieherinnen, manche haben stattdessen eine Kinderpflege-Ausbildung oder einen Studienabschluss in "Pädagogik der frühen Kindheit".

Das Mittagessen kommt derzeit noch vom Caterer, soll aber bald in der Rathaus-Kantine gekocht werden – allerdings auf Kinder abgestimmt, nicht die übliche Kantinen-Erwachsenenkost.

Das pädagogische Konzept ist dasselbe wie in allen 21 städtischen Kitas, sagt Christa Zink, die Leiterin des Amts für städtische Kitas: Jedes Kind hat eine Stammgruppe, in der es den Morgenkreis und die Mittagsruhe verbringt, ansonsten können alle auswählen, was sie machen und wo sie sein wollen. Das klappe gut, finden Christa Zink und Angela Zimmermann.

Ihrem Eindruck nach gilt das selbst für die Kleinsten, obwohl für die ihre Bezugserzieherinnen besonders wichtig und sie auf den Aufbau von stabilen Bindungen angewiesen seien.