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17. März 2017

In Klangwelten eintauchen

Klassik in Schopfheim-Fahrnau und in Schloss Beuggen.

  1. Spezialist für historische Aufführungspraxis: der belgische Pianist Ludovic Van Hellemont, hier am Tafelklavier Foto: roswitha frey

"Tanzende Tasten": Unter dieses Motto könnte man die neue Saison der Reihe "Klassik im Krafft- Areal" in Schopfheim-Fahrnau stellen. In diesem Frühjahr und Sommer wird besonders für Klavierfreunde Erlesenes geboten . Zum Auftakt greift die künstlerische Leiterin der Reihe, Andrea Kauten, selbst in die Tasten. Am 1. April, 19 Uhr, gibt sie als Benefizkonzert einen Solo-Klavierabend mit Stücken aus dem Zyklus "Album für die Jugend" und dem "Carnaval" von Schumann, Beethovens Mondschein-Sonate, Mozart-Variationen sowie Werken von Chopin.

Erstmals in der Reihe zu Gast ist das Klavierduo Monika Egri und Attila Pertis. Das aus Budapest stammende Pianisten-Paar lebt in Wien, gehört zu den international interessantesten Klavierduos und wird für seine wunderbar ausgeglichene Harmonie zu vier Händen gerühmt. Am 13. Mai werden Egri & Pertis unter dem Titel "Tanzende Tasten" ein von Tänzen inspiriertes pianistisches Kaleidoskop von Kolo bis Csardas zum Funkeln bringen. Es erklingen Werke von Brahms, Rimski-Korsakow, Liszt und anderen.

Sehr gut angenommen wird bei diesen Konzerten der Anneliese Benner-Krafft-Stiftung die Kombination von Klassik und Jazz. Zum wiederholten Mal tritt am 15. Juli das Trio um den Pianisten Helmut Lörscher auf, das sich im Programm "Tristanesque" mit der Musik Richard Wagners auseinandersetzt. Tiefgründig und unterhaltsam werden Themen und Leitmotive aus Wagner-Opern in musikalische Reflexionen in der Besetzung Klavier, Bass, Drums mit Mitteln des modernen Jazz verarbeitet. Nach der Sommerpause geht es mit einem Liederabend, dem Vogler-Quartett und dem Kammerorchester der Philharmonie am Forum Offenburg weiter.

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Museumsstück zu neuem Leben erweckt

Tasten-Erlebnisse der historischen Art offeriert das Museum der Stadt Schopfheim, das über einen klingenden Schatz aus alter Zeit verfügt: ein Tafelklavier von 1799, das von Johann Jacob Brosy in Basel erbaut wurde und durch eine Schenkung der Ehrenbürgerin Anna Kym-Krafft in Museumsbesitz gelangte. Der junge belgische Pianist Ludovic Van Hellemont, der auf historische Tasteninstrumente und authentische Aufführungspraxis spezialisiert ist, erweckt dieses heikel zu handhabende Tafelklavier zu neuem musikalischen Leben. Er hat eine Konzertreihe initiiert, in der das altehrwürdige Museumsstück, das ein Vorläufer des Klaviers ist, im Mittelpunkt steht. Bei der Matinee am 11. Juni, 11 Uhr, erklingen im Roggenbach-Zimmer des Museums Werke für Tafelklavier und klassische Flöte wie einst in den Salons des späten 18. Jahrhunderts.

Große Freude herrscht bei Veranstaltern und Publikum, dass nach dem Besitzerwechsel in Schloss Beuggen die beliebte Reihe der Schlosskonzerte fortgesetzt werden kann – wobei das Kulturamt als Mitveranstalter fungiert. Der neue künstlerische Leiter, Celloprofessor Denis Severin , bringt wieder internationale Spitze ins stilvolle Ambiente am Rhein. Als Nächstes steht am 7. Mai, 17 Uhr, ein Liederabend mit dem Bariton Christian Hilz im Bagnato-Saal an. Der gefragte Konzert- und Opernsänger ist in den Musikzentren Europas wie dem Concertgebouw Amsterdam, dem Wiener Musikverein und den Londoner Proms zu Gast. Begleitet von der Pianistin Tatiana Korsunskaya, wird der Bariton Johannes Brahms’ Romanzen aus Ludwig Tiecks Magelone singen.

In ganz andere Klangwelten können die Besucher am 18. Juni, 17 Uhr, in der Schlosskirche eintauchen, wenn das Ensemble New Tango gastiert. Die Sängerin Marcela Arroyo, Gitarrist Julio Azcano und Bandoneonist Gabriel Rivano aus Argentinien haben sich mit dem Schweizer Cellisten Daniel Pezzotti zusammengetan, um klassische Tangos und Milongas mit raffinierten Arrangements und Eigenkompositionen zu vermengen. Auch Tango-Revolutionär Astor Piazzolla kommt in dieser Melange von gefühlvollem Gesang, melancholischen Rhythmen und jazzigen Anklängen zu Ehren.

Autor: ros