Lehrermangel

In Lahr gibt es zwar noch genug Lehrer – krank werden darf aber niemand

Mark Alexander

Von Mark Alexander

Fr, 07. September 2018 um 17:30 Uhr

Lahr

Während landesweit noch mehr als 700 Lehrer gesucht werden, konnten im Ortenaukreis alle Stellen besetzt werden. Viel Spielraum gibt es allerdings nicht.

Der Unterricht in Lahr kann am Montag wie geplant beginnen. Während landesweit noch mehr als 700 Lehrer gesucht werden, konnten im Ortenaukreis alle Stellen besetzt werden. Viel Spielraum gibt es allerdings nicht. Bei längerfristigen Ausfällen würde es auch in Lahr eng.

750 unbesetzte Lehrerstellen. 115 mehr als vor einem Jahr. Diese Zahlen hat Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Donnerstag veröffentlicht. Ein Blick auf die Landkarte zeigt: Während es bei Rottweil, Konstanz oder im Schwarzwald-Baar-Kreis noch größere Lücken gibt, kommt der Ortenaukreis vergleichsweise gut weg. "Wir haben alle Stellen im Kreis besetzt", sagt Barbara Kempf vom Staatlichen Schulamt Offenburg. Der Unterricht kann am Montag nach Plan beginnen.

Kempf hatte zuletzt alle Hände voll zu tun. "Diese Woche gab es viele Ausfälle." Durch Erkrankungen oder auch durch Schwangerschaften. Sollten es noch mehr werden, dann könnte es auch im Raum Lahr Probleme geben. "Es ist eine ganz knappe Versorgung", sagt die stellvertretende Amtsleiterin. "Bei längeren Erkrankungen wird es schwierig."

Auch pensionierte Lehrer könnten zur Not wieder einspringen

Dann müssten beispielsweise Lehrer in Teilzeit aufstocken und mehr Stunden übernehmen. Kempf liegt auch eine Liste mit pensionierten Lehren vor, die bereit wären, kurzfristig einzuspringen. "Die musste ich noch nicht anfragen", sagt sie.

Eine andere Option hat sie gezogen, um eine Lücke zu füllen: Ein Diplomsportlehrer ist in den Schuldienst übernommen worden. Auffällig in diesem Schuljahr: Nicht nur an Grundschulen tun sich Lücken auf, auch an weiterführenden Schulen wird es zunehmend eng. Dennoch sagt Kempf: "Wir sind hier keine große Problemregion." Dass es hier ausreichend Bewerber gibt, hänge mit der Nähe zu Freiburg zusammen. Verlässt man die Rheinschiene weiter in ländliche Regionen, dann sieht das schnell anders aus.

Aus den Lahrer Schulen heißt es, man sei gut versorgt

"Die Lücken sind woanders", sagt auch Markus Adler, Pressesprecher des Freiburger Regierungspräsidiums. Teilweise seien in der Region Stellen mit befristeten Verträgen besetzt worden. Der Unterricht könne wie geplant beginnen, es gebe allerdings kaum Reserven.

Ähnliche Stimmen sind aus Lahrer Schulen zu hören. "Das Schulamt hat seine Pflicht getan. Wir sind ordentlich aufgestellt", sagt Stephan Seizinger, der neue Leiter der Friedrich-Gemeinschaftsschule. "Der Pflichtunterricht ist abgedeckt." Seizinger weiß, wie schnell sich Lücken auftun können. Wie schnell eine Arbeitsgemeinschaft ausfallen kann, weil der Lehrer anderweitig gebraucht wird.

"Wir sind gut versorgt", sagt Christian Reinbold. Der Rektor der Otto-Hahn-Realschule geht am Montag mit 636 Schülern und 50 Lehrern (darunter sieben neue Gesichter) ins Schuljahr. Längerfristige Ausfälle konnten zuletzt kompensiert werden, weil Kollegen aufgestockt haben.

"Es darf niemand krank werden", sagt Ursula Mall, stellvertretende Leiterin der Johann-Peter-Hebel-Grundschule. Auch sie würde sich über mehr Personal freuen. "Aber das Schulamt hat niemanden mehr." Nach einer Schwangerschaft im vergangenen Jahr sei Fachunterricht ausgefallen. Zeitweise auch die Vorbereitungsklasse, als Vertretungsregelungen notwendig wurden. Sie hofft, diesmal weniger improvisieren zu müssen.