In Lörrach soll ein Stadtplan voller nachhaltiger und fairer Orte entstehen

Ansgar Taschinski

Von Ansgar Taschinski

Di, 12. Februar 2019 um 08:00 Uhr

Lörrach

Eine Initiative sammelt für die "Karte von morgen" lokale, regionale und nachhaltige Angebote aller Art. Interessierte sind zu einem Treffen eingeladen.

Einen Stadtplan für nachhaltige Orte in Lörrach wollen die Organisatoren des Lörracher "Stadtplan von morgen" zusammenstellen. Bei einem Pressegespräch am Freitag stellten die Organisatoren das Projekt vor. Am 18. Februar wird es zudem eine Kick-off-Veranstaltung geben, um weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu gewinnen.

Als Treffpunkt hatten die Veranstalter das Restaurant Delikaktus ausgewählt. Dieses hat sich auf vegane und koschere Gerichte spezialisiert und gehört damit zu einer Vielzahl an nachhaltigen Angeboten in Lörrach. "Es gibt schon sehr, sehr viel", erklärte Hartmut Schäfer. Mit dem "Stadtplan der Möglichkeiten" wolle man helfen, dass solche Angebote leichter entdeckt werden können. Gemeinsam mit Amandine Tupin, Kathrin Buchs und Ottmar Donnenberg will er einen Lörracher "Stadtplan der Möglichkeiten" erstellen. Getragen wird das Projekt vom BUND, den Fairbrauchern, der Gemeinwohl-Ökonomie, Ideenhochdrei und Fairnetzt.

Die Idee stammt ursprünglich aus Mannheim

Die Idee der "Karte von morgen" kommt aus Mannheim. Dort begann Helmut Wolmann vor einigen Jahren die nachhaltigen Einkaufsangebote seiner Stadt zu sammeln und für jeden zugänglich zu machen. Wie auf Google Maps kann man auf der Website http://www.vonmorgen.org die nachhaltigen und regionalen Einkaufsmöglichkeiten seiner Stadt erkunden. Mittlerweile gibt es das Projekt in Städten in ganz Deutschland.

Auch in Lörrach gibt es bereits die ersten Einträge. "Als wir die Karte von morgen entdeckt haben, gab es in Lörrach nur einen einzigen Eintrag" erinnert sich Hartmut Schäfer.

Bei einem Marktstand am Energie- und Umwelttag sei mit Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger die Liste auf 50 Einträge angewachsen, von Restaurants, über Reparaturangebote bis hin zu unterschiedlichen Initiativen. Das Angebot ist offen für jeden. Jeder kann neue Orte eintragen und andere Orte nach sechs Kriterien bewerten. Ist der Ort natürlich, erneuerbar, fair, menschlich, solidarisch und transparent? Anhand der Bewertungen gibt es ein Ranking mit Angeboten "von heute", "von morgen", "von übermorgen" bis hin zu "visionären" Orten.

An die Arbeit der "Fairbraucher" anknüpfen

Auch Kritik ist möglich, allerdings werden die schlecht bewerteten Orte nicht mehr auf der Karte angezeigt und nur bei einer gezielten Suche offenbart. "Wir wollen sehen: Was ist gut und toll, wo habe ich gute Erfahrungen gemacht", so Schäfer. Auch als App ist die "Karte von morgen" verfügbar. Man beabsichtige mit dem Stadtplan an die Arbeit der "Fairbraucher" anzuknüpfen. So wolle man wieder Info- und Diskussionsabende rund um das Thema organisieren. Eine andere Idee sei, Stadtführungen zum Thema nachhaltiges Einkaufen anzubieten. "Es geht nicht nur darum, die Karte zu füllen, sondern auch darum, ein Bewusstsein zu schaffen", sagte Schäfer.

Am 18. Februar wollen die Organisatoren mit einer Kick-off-Veranstaltung um 18 Uhr im Delikaktus Mitstreiter gewinnen. "Wir brauchen Leute, die mitmachen wollen", erklärte Schäfer: "Die Leute, die da sind, sollen nachher rausgehen und sagen, ich mache dieses und jenes. Es ist eine Mitmachveranstaltung." Auch der Erfinder der Karte von morgen, Helmut Wolmann, wird anwesend sein.

Bis zum Zukunftstag am 15. Oktober 2019 wollen die Organisatoren mindestens 40 Orte, die auch hinter dem Projekt stehen, auf der Karte verzeichnen, die dann auch in einer gedruckten Variante erscheinen soll. Die Karte soll unter anderem durch die Stadt, die Duale Hochschule Baden-Württemberg und die teilnehmenden Unternehmen verteilt werden.
Termin:

Die Kick-off-Veranstaltung findet am 18. Februar von 18 bis 20 Uhr im Delikaktus, Rainstraße 4a gemeinsam mit Helmut Wolmann statt. Weitere Informationen unter gibt es auf der Homepage von Fairnetzt.