Gegen Gewalt an Frauen

In Schopfheim wurde für die Aktion "One Billion Rising" geübt

Lea Rollbühler

Von Lea Rollbühler

Di, 13. Februar 2018 um 13:54 Uhr

Schopfheim

Tanzend wollen am Mittwoch allein in 175 deutschen Städten Frauen ein Zeichen gegen Gewalt setzen. In Schopfheim haben einige von ihnen dafür geübt.

Eine Milliarde Menschen fanden sich zur Probe der "One Billion Rising"-Choreographie im evangelischen Gemeindehaus in Schopfheim zwar nicht ein, doch es werden immer mehr Frauen, die sich aktiv gegen Gewalt einsetzen. "One Billion Rising" ist ein Flashmob (spontaner Menschenauflauf), der ein Zeichen setzen will gegen verschiedene Formen von Gewalt an Frauen. Am Mittwoch, 14. Februar, wird weltweit zum Song "Break The Chain" getanzt. BZ-Praktikantin Lea Rollbühler tanzte bei der Probe mit.

Video: One Billion Rising in Berlin 2017



"Wir müssen einfach weiterhin über dieses Thema aufklären. Und nicht nur Mädchen, auch Jungs sind betroffen", erläutert Hauptorganisatorin Gisela Schleidt den Zweck des Flashmobs. Schon 2014 kamen viele Menschen in Lörrach zusammen zu einem "One Billion Rising"-Flashmob. "Ich hoffe dieses Jahr werden es noch mehr, wir haben über die Medien viel Werbung gemacht", erzählt Gisela Schleidt.

"We are beautiful creatures"

"Eins, zwei, drei, vier. Und los," gibt Gisela Schleidt das Kommando. Die zwölf motivierten Frauen tanzten unter Anleitung von ihr die Choreographie. Meine Vorbereitung hielt sich in Grenzen, ich hatte einmal die halbe Choreographie in einem Video gesehen. Als der Song anfing, und die ersten ziemlich simplen Hand- und Armbewegungen losgingen, dachte ich mir: Das wird ein Klacks. Von wegen.

Weiter ging es mit Seitwärts-Schritten, zeitgleich mit den Händen über dem Kopf klatschen und dann folgt ein abrupter Wechsel ins Vorwärtslaufen und Schnipsen. Alle Frauen konnten diese Choreographie, hatten vorher geübt.

Schon beim zweiten Durchlauf merkte ich, wie die Koordination einsetzte, und der Aufbau der Choreographie wurde mir klar. "Sollen wir es nochmal probieren?", fragte Gisela Schleidt in die Runde, und so fingen wir nochmal von vorne an. "We are mothers, we are teachers, we are beautiful creatures", sang Tena Clark: Nacheinander stand jeder bei seinem Stichwort auf.

Es ist schön, füreinander einzustehen

Als sich meine Hände – zu Fäusten geballt – vorm Oberkörper finden, schaute ich nach rechts und links zu den anderen Frauen und freute mich. Es ist so schön, dass wir zusammenkommen, um füreinander einzustehen. Jeder hat seine Geschichte, jeder wird beim Tanzen an etwas anderes denken, das aber dennoch zum Thema passt. Was zählt, ist die Verbindung, gemeinsam ein Zeichen zu setzen.

Nach einer Stunde und circa fünf Durchgängen gingen alle vorbereitet auf den Flashmobtag nachhause. "Sexueller Missbrauch und Gewalt sind nichts Neues, das gab es schon immer. Ich mache mit, um ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen, das nicht wehtut," sagt eine Teilnehmerin. Gisela Schleidt, die im Jugendreferat Lörrach arbeitet, macht schon lange Mädchenarbeit und erklärt, dass sich die Tabuthemen geändert hätten. "Trotzdem ist es wichtig, sich gegen Gewalt aufzulehnen", sagt sie entschlossen.
One Billion Rising

Nach Abagben der Veranstalter wurde "One Billion Rising" im September 2012 von der New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler initiiert.Die eine "Milliarde" (Englisch: Billion) deutet auf eine UN-Statistik hin, nach der eine von drei Frauen in ihrem Leben entweder vergewaltigt oder Opfer einer Schweren Körperverletzung werden. Die Aktion findet jährlich am 14. Februar und mittlerweile in mehr als 200 Ländern statt. In Deutschland findet die Aktion in über 175 Städten statt.

Termine in Südbaden:

Lörrach, 13 Uhr, Chesterplatz

Bad Krozingen, 14 Uhr Bahnhofsplatz

Freiburg, 17 Uhr, vor dem Freiburger Stadttheater

Offenburg, 17 Uhr, vor dem Rathaus