Trockenheit

In St. Ulrich wird das Trinkwasser knapp – weil Quellen am Schauinsland austrocknen

Sebastian Krüger

Von Sebastian Krüger

Do, 23. August 2018 um 12:53 Uhr

Bollschweil

Weil die Quellen am Schauinsland austrocknen, ist die Gemeinde auf eine Notversorgung aus Sölden angewiesen. Derweil ruft die Verwaltung ihre Bürger auf, Wasser zu sparen.

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit bittet die Gemeindeverwaltung Bollschweil ihre Bürger, sparsam mit Trinkwasser umzugehen. Insbesondere in St. Ulrich seien die Wasservorräte äußerst knapp, sagte Bürgermeister Josef Schweizer im Gespräch mit der BZ.



"Ich nehme an, dass wir noch eine Zeitlang von der derzeitigen Katastrophe betroffen sind." Josef Schweizer, Bürgermeister Bollschweil
Das Problem: St. Ulrich bezieht sein Trinkwasser nicht vom Wasserversorgungsverband Möhlingruppe, der die Gemeinden Bollschweil, Ehrenkirchen, Pfaffenweiler, Schallstadt sowie den Bad Krozinger Ortsteil Biengen beliefert. Daher ist die Gemeinde auf ihre eigenen Quellen am Schauinsland angewiesen und diese schütteten kaum noch Wasser aus, so Schweizer. Auch sei es für St. Ulrich im Gegensatz zu den umliegenden Gemeinden technisch nicht möglich, Tiefbrunnenwasser aus Hausen anzubohren. "Wir zapfen jetzt die Notversorgung von Sölden an", sagt Schweizer. Als es in St. Ulrich im Jahr 2003 ähnliche Probleme mit extremer Trockenheit gegeben hatte wie in diesem Jahr, handelte die Gemeinde mit Sölden eine entsprechende Vereinbarung aus.

Kommen bald Wasserlieferungen per Lkw?

Und wenn auch das Wasser aus Sölden zu Neige geht? "Dann sitzen wir auf dem Trockenen und wären auf Lkw-Lieferungen angewiesen. So einen Fall hat es bisher zum Glück noch nicht gegeben." Damit das so bleibt, ruft Schweizer St. Ulrichs Bürger auf, sparsam mit dem Wasser umgehen. So sollten sie darauf verzichten, den Hof mit einem Hochdruckreiniger abzuspritzen, den Swimmingpool zu befüllen oder den Garten zu gießen. Wer im eigenen Garten Gemüse anbaut, dürfte das nicht gerne hören. "Klar, die Situation ist schwierig, wenn man auf Quellwasser angewiesen ist. Daher kann ich nur appellieren, das Wasser sehr gezielt einzusetzen."

Wetterbericht lässt Hoffnung aufkeimen

Hoffnung macht der Wetterbericht. Zum Wochenende soll es kühler und vor allem regnerisch werden. "Das brauchen wir unbedingt", sagt Schweizer, der hofft, dass es mal wieder länger am Stück regnet, damit "der Boden durchfeuchtet und eine Art Schwammwirkung erzeugt, damit die Quellen wieder nachhaltig mit Wasser gespeist werden können". Denn sollte es zu wenig regnen, würde das "dem steinharten Boden" in St. Ulrich nicht weiterhelfen. Bei plötzlichen, zu heftigen Regenfällen hingegen könne der trockene Boden das Wasser nicht aufnehmen. "Daher nehme ich an, dass wir noch eine Zeitlang von der derzeitigen Katastrophe betroffen sind", so Schweizer.