Miles Kane

INDIE-ROCK: Ungestüme Rasanz

Simon Langemann

Von Simon Langemann

Mi, 22. August 2018

Rock & Pop

Wer mit Miles Kane warm werden möchte, muss sich an sein stimmliches Temperament gewöhnen. Der legendär nasale Oasis-Sänger Liam Gallagher hat Spuren hinterlassen, die unschuldige Leichtigkeit von Arctic Monkeys-Kollege Alex Turner, mit dem Miles Kane 2007 die Last Shadow Puppets gründete, ebenfalls. Doch in puncto Dringlichkeit übertrifft der 32-jährige Brite beide. Nur folgerichtig, dass sein drittes Soloalbum mit einem Stück wie "Too Little Too Late" beginnt, das in seiner ungestümen Rasanz an die Queens Of The Stone erinnert. Gerade in Kanes Gitarren-Sound blitzt die Stoner Rock-Band wiederholt auf: hier die rumpeligen, aber pointierten Riffs – da die verzerrt singenden Leadgitarren. Zu Glanzstücken mausern sich aber die Abweichler von diesem Konzept, wie etwa das soulige "Wrong Side Of Life". Und natürlich der tanzbare Titeltrack "Coup De Grace": ein stampfender Groove, eine breitbeinige Bassline, sparsame Gitarreneinwürfe und der herausgeschriene Refrain – ein würdiger Namensgeber für diese gelungene Rock’n’Roll-Platte.

Miles Kane: Coup de Grace (Virgin EMI)