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15. Januar 2009

Innere Bilder hervorrufen

Brigitte Rost und Werner Windisch zeigen im Waldkircher Georg-Scholz-Haus "schwarzweißblau".

WALDKIRCH. "Es beginnt ja immer gleich mit den Schubladen." Der in Freiburg lebende Maler Werner Windisch umreißt traditionelle Sehgewohnheiten: Immer, sagt der Künstler in der fast komplett gehängten, ersten Ausstellung des neuen Jahres im Georg-Scholz-Haus, gehe es darum, was der Betrachter sehe; ob es ein Baum, ein Haus sei, das ein Bild zeige. "Bilder gibt es genug", sagt der Künstler, er wolle die "inneren Bilder durch die reine Farbe" hervorrufen. Werner Windisch hat sich also der monochromen Malerei verschrieben: Seine Bilder zeigen eine Farbe. Wer genauer hinschaut, findet Strukturen, je nach Material des Untergrunds glänzen sie – bis zu 20 Schichten seien nötig, um das Gesehene zu erzeugen, sagt der Maler.

Windisch berichtet, er sei nach Ausflügen zum Konstruktivistischen und ins Gegenständliche wieder zur reinen Farbe zurückgekehrt. Gegenständliches Malen biete nur "kurzfristige Befriedigung", Farbe sei ein "Arbeitsraum, der nicht aufhört". Rot (für die Gegenwart) und Blau (die Vergangenheit) sind für Windisch die vertrautesten Farbtöne, erläutert er im BZ-Gespräch.

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Kunstforum-Vorstand Rainer Höll erläutert, die Gemeinschaftsausstellung sei von der Jury und dem Verein angeregt worden. "Wir kannten uns nur flüchtig", ergänzt Brigitte Rost, nun "bespielen" sie einen Teil der Räume gemeinsam. Dadurch entstehen interessante Kontraste: Brigitte Rost zeigt vor allem entfernt an Schnittbilder oder Fotogramme erinnernde Arbeiten, die in Schwarz, Weiß und Grau gehalten sind. Die ebenfalls in Freiburg ansässige Malerin hat aus Alltagsgegenständen ihre ganz eigenen Ornament-Welten geschaffen: Ihre Utensilien werden in Umrissen auf den Untergrund gebannt, gruppiert und schwarz-weiß-grau eingefärbt. Ab und zu gibt es Bildpaare – dieselben Utensilien chaotisch und in einer bestimmten Ordnung. Faszinierend ist ein Ensemble mit vier Bildern, die alle auf eine Teekanne zurückgehen und aus der einfachen Form ganz neue Varianten – Menschen, Tänzer – entstehen lassen.

Brigitte Rost bestätigt den Eindruck, sie habe die Beschäftigung mit Farbe zurückgestellt. Formen waren ihr wichtiger, erst in jüngerer Zeit geht die Malerin mit Block und Farbkasten in die Natur und hält Farben fest, die sie sieht.

Vernissage ist am Sonntag um 11 Uhr, wiederum gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm mit teilweise schon vertrauten Namen: So kommt der Schriftsteller und Grafiker Christoph Meckel wieder nach Waldkirch, diesmal mit seinem Buch über Marie Luise Kaschnitz (25. Januar, 11 Uhr). Zur Finissage am 1. März wird "Kapelje" erwartet.

Programm geht interessant weiter

Der in Murg lebende Stefan Bergmann stellt dann als nächstes aus: Er zeigt vom 29. März bis 10. Mai seine Arbeiten. Am 14. Juni folgt der in Riegel lebende Fotograf Telemach Wiesinger (bis 26. Juli). Noch nicht terminiert ist die Gemeinschaftsausstellung von Ilse Teipelke (Kehl) und Maria Dréa (Mittelbergheim, Elsaß).

Infos: Ausstellung "schwarzweißblau" im Georg-Scholz-haus Waldkirch. Vernissage am Sonntag, 18. Januar, um 11 Uhr. Bis 1. März donnerstags 15 bis 20 Uhr, freitags und samstags 15 bis 18 Uhr, sonn- und feiertags 10 bis 13 Uhr

http://www.georg-scholz-haus.de

Autor: Frank Berno Timm