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24. September 2011 16:55 Uhr
Breisach
Integration und kulturelle Identität
Seit Februar haben die Schülerinnen und Schüler der Julius-Leber Schule (JLS) die Möglichkeit, Albanisch zu lernen. Ihre Lehrerin, Aorora Rexhaj, lebt seit acht Jahren in Deutschland.
Sie freut sich, dass sie ihre Muttersprache weitergeben kann und vor allem über die Begeisterung und Lernbereitschaft der Kinder und Jugendlichen. Ein Freitagnachmittag kann für die 488 Schüler der Julius-Leber-Schule ganz unterschiedlich aussehen. Während die einen nach Hause gehen und die anderen sich Sportkleidung anziehen, Vokabeln lernen oder nachsitzen müssen, lernen 21 Schülerinnen und Schüler die Sprache ihrer Eltern und Großeltern. Seit sechs Monaten schon wird vom albanischen Alphabet über die Grammatik bis hin zu Gedichten all das geübt, was den Schülern die Traditionen Albaniens nahebringt.
"Der Zusammenhalt zwischen uns Albanern liegt mir sehr am Herzen", sagt Rexhaj, die im Kosovo ein Studium zur Grundschullehrerin absolvierte. Da ihr Abschluss von den deutschen Behörden nicht anerkannt wird, will Rexhaj das deutsche Staatsexamen nun nachholen, um eine feste Stelle als Lehrerin bekommen zu können. Bis es soweit ist, unterrichtet sie im Kunstsaal der JLS die Schüler im Lesen, Schreiben und Verstehen der albanischen Sprache.
Rexhaj hatte sich der Breisacher Schule als Lehrerin angeboten. Sowohl die Julius-Leber-Schule als auch der für ganz Deutschland zuständige albanische Lehrrat und die Eltern der Schüler unterstützen die Idee.
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Es hat sich gelohnt. Bereits nach kurzer Zeit haben die Schüler große Fortschritte gemacht und wechseln teilweise schon problemlos zwischen der deutschen und der albanischen Sprache hin und her. Das hat auch positive Auswirkungen auf die Schulzeugnisse, in denen nicht selten ein "sehr gut" für Albanisch steht. Neben der Note liegen den Zeugnissen auch Zertifikate bei, die den Schülern ihre Teilnahme am Albanisch-Unterricht und somit das Beherrschen einer weiteren Sprache bescheinigen.
Die Bedeutung ihres Sprachunterrichts sieht Rexhaj jedoch nicht nur in der zusätzlichen Qualifikation der Schüler. "Integration ist nur dann möglich, wenn die Menschen nicht vergessen, wo sie herkommen und sich sowohl der Kultur bewusst sind, in der sie leben, als auch der, aus der sie ursprünglich stammen", erklärt sie. Ein Problem bei der Integration sei die Unbestimmtheit und das Fehlen einer kulturellen Identität.
16 Uhr, die Schulglocke erklingt und auch für die Albanischschüler beginnt jetzt das Wochenende. "Mirupafshim – auf Wiedersehen", sagt die Lehrerin.
Autor: Meike Nicole Völz
