Am liebsten mit anderen unterwegs

Johanna Hoegg

Von Johanna Hoegg

Do, 02. August 2018

Inzlingen

LEUTE IM DORF: Willibald Frey ist in Inzlingen bekannt als Läufer, Wanderer und früherer Übungsleiter beim Turnverein.

INZLINGEN. Er ist einer, der vieles kann, nur nicht stillsitzen. Willibald Frey ist ein Inzlinger "Urgestein", der überall gern mit anpackt, wo eine helfende Hand gebraucht wird. Der von klein auf mit dem 1950 gegründeten Turnverein eng verbunden ist. Der sich außerhalb seines 50 Jahre währenden Berufslebens als Gipser, Chemikant, Hausmeister stets laufend, gehend, radfahrend, wandernd fit gehalten hat. Alles tut er immer ehrenamtlich und mit fest umrissenen Vorstellungen, wie etwas gelingen kann.

In jungen Jahren organisierte der zwischenzeitlich 80-Jährige eine der ersten "Discos" in Inzlingen, zu denen bis zu 200 Teilnehmer kamen. Nach Takt gepfiffen hat er im früheren Spielmannszug, den Stundenlauf rund ums Wasserschloss und die Buttenberg-Waldläufe waren unter anderem seiner Initiative zu verdanken. Im Turnverein, der ihn 1987 zum Ehrenmitglied ernannte, hat er viele Jahre Vorstandsämter bekleidet, als Abteilungsleiter Leichtathletik und als Lauftreff-Übungsleiter Hunderte von Kilometern unter seine Füße genommen.

Den Wanderkick genoss er (wie immer zusammen mit Ehefrau Gisela) an zwölf Tagen auf dem Höhenweg Pforzheim Basel. Die unzähligen Wanderungen in der Region, die auch heute noch genauso "vorgewandert" werden und im Schnitt ein Dutzend Mitwanderer anziehen, gehören zum Kult genauso wie das Miteinander mit den Jedermännern. Das extremste Unternehmen war ein Nacht-Marathon über 100 Kilometer, an das sich Willibald Frey erinnert: "Mit Sport hat das nichts mehr zu tun, es war reiner Ehrgeiz, weil Nachbarn das taten." Was er danach empfunden hat? "Stolz und Muskelkater", sagt er.

Nun lässt er es etwas gemütlicher angehen – statt Rennen ist alle Woche forsches "Walking" angesagt. Gern würde er wieder einmal bei Ausgrabungsarbeiten des Heimat- und Geschichtsvereins Grenzach-Wyhlen helfen. Mangels aktuellem Projekt versucht er seine grauen Zellen mit einem Englischkurs anzuregen. Die vielen Auszeichnungen vom Deutschen Turnerbund, Deutschen Leichtathletikverband und Markgräfler Hochrhein Turngau schmücken nicht etwa die Vitrine im Eigenheim – sie ruhen in der Schublade. Wie bringt man all die Unternehmungen zeitlich unter einen Hut? Lapidare Antwort: "Es hat jeder gleichviel Zeit, man muss sie nur nutzen!"