Bildschön und immer noch agil – Zweiräder von gestern

Paul Schleer

Von Paul Schleer

Mo, 18. Juni 2018

Inzlingen

Oldtimer-Motorradtreffen in Inzlingen zieht Hunderte an.

INZLINGEN (kwb). Hunderte von Besuchern fanden sich zum 10. Inzlinger Oldtimer-Motorradtreffen rund ums Wasserschloss ein, um die vielen Oldies zu bestaunen. Das Treffen war vom Motorrad-Oldtimer-Stammtisch wieder vorbildlich organisiert worden. Er trifft sich immer am ersten Donnerstag im Monat, im Sommer im Freigelände und im Winter in der Kellerbeiz des Wasserschlosses, zu den traditionsreichen "Benzingesprächen".

Der Stammtisch ist eine lose Vereinigung. Im Moment wird er von Franz Rüsch als Vorsitzendem und Organisator und von Pressesprecher Jürgen Maares geleitet, die 15 bis 20 Stammtischfreunde unterstützen sie. Man legt großen Wert darauf, kein Verein zu sein. Die Motorradfreunde nennen bis zu sechs "heiße Öfen" ihr Eigen. Ehrensache ist, dass sich alle gegenseitig helfen. Die Freunde unternehmen Ausflüge in die nähere Umgebung, in den Schwarzwald und die Schweiz. Dabei zeigt sich das Leistungsvermögen der alten Motorräder.

Am Wochenende wurden in Inzlingen deutsche, italienische, französische und englische Motorräder vieler Marken gezeigt. Viele der Hersteller gibt es nicht mehr. Besonders beliebt sind bei den Stammtischlern die alten deutschen Marken, von denen leider nur wenige den Übergang in die heutige Zeit geschafft haben. Für alle Motorräder gibt es bis heute Ersatzteile, wenn das auch bei einigen Modellen schwieriger ist. Problematisch und teuer ist es für japanische Motorräder.

Ein besonderer Augenschmaus war bei dem Treffen das älteste der Motorräder, eine NSU Baujahr 1927 mit Ledersitz, die heute noch mehr als 100 Stundenkilometer bringt. Besitzer ist Martin Rotzinger aus Albbruck. Ein besonderer Blickpunkt waren die vielen Puch-Mofas und -Mopeds von Paul Reinger aus Inzlingen. Viel Interesse fanden auch die alten Adler-Motorräder des Schreibmaschinenbauers, die Zündapp-Motorroller, die Dürrkopp-Motorroller des Nähmaschinenbauers und die Florett des schwäbischen Herstellers Kreidler – allesamt Modelle, die die fünfziger Jahre nicht überlebt haben. Dies gilt auch für das DDR-Motorrad MZ ES 150/1 aus dem Jahr 1972.

Für Stärkung sorgten die Landfrauen Binzen-Rümmingen mit einem Kuchenbüffet und für den Durstlöscher die Mitglieder des Motorradstammtisches. Überall wurden über die gezeigten Zweiradfahrzeuge diskutiert, wobei das Wort der Experten besonders interessierte.