Lob für Landmarkt-Konzept

Johanna Hoegg

Von Johanna Hoegg

Mi, 30. Mai 2018

Inzlingen

Der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Stickelberger informiert sich in Inzlingen.

INZLINGEN. Im Juni wird der "Landmarkt" in Inzlingens Dorfmitte ein Jahr alt. Das wird gefeiert mit einer Aktionswoche und Überraschungen. Bernhard Neth-Schell hatte am Dienstag schon Gelegenheit, auf die Entwicklung des wohl sortierten Lebensmittelmarktes zurückzublicken, denn es gab dort prominenten Besuch: Der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Stickelberger informierte sich auf eigenen Wunsch beim Initiator des vom Kolping-Bildungswerk Freiburg getragenen Ladens.

Darin harrt das integrative Konzept der Weiterentwicklung. Sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilen sich 4,2 Vollzeitstellen. Menschen mit Körperbehinderung können derzeit dort noch nicht arbeiten. Für Praktikanten-Kontakte arbeitet man mit der Lebenshilfe, die das Lörracher "Glashaus" trägt, und dem St. Josefshaus Herten zusammen.

Als Vollsortimenter erfüllt der Laden eine wichtige Funktion: Die Nahversorgung mit allem, was man zum Leben braucht, ist vor allem für ältere Dorfbewohner eminent wichtig und als Kommunikationszentrum schon nicht mehr wegzudenken. Denn die Frequenz im Laden ist rege. "Dafür arbeiten wir tagtäglich hart", betont Neth-Schell, der den Gast und dessen Büroleiterin Christiane Cyperrek durch die breiten Gänge führt und zeigt, dass es für verschieden dicke Geldbeutel eine vielfältige Produktpalette gibt – auch in Bioqualität.

Auf Regionalität der Frischeprodukte wird stark geachtet, der Hauptzulieferer Okle in Singen berücksichtigt auch Sonderwünsche. "Sehr gut angenommen" werde die Poststelle, berichtet Neth-Schell, häufig auch von Schweizer Kunden. Und: "Jeder Postkunde ist ein potentieller Käufer."

Die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde lobt er auf Nachfrage Stickelbergers. Bei ihr habe man nach vierjähriger Durststrecke ohne Laden mit dem Konzept für den Landmarkt "offene Türen eingerannt". Als Bürgermeister-Stellvertreterin konnte Ute Homberger nur zustimmend nicken. Denn aus eigener Anschauung sieht sie auch, wie wichtig und erleichternd der Landmarkt für viele ältere Mitbürger ist. Ein Bring- und Hol-Service ist geplant.

Der kommunalpolitische Blick in die weitere Ferne blieb nicht aus auf eine Zeit, in der der Landmarkt vielleicht einmal an einen zentralen Platz ziehen und größer werden könnte. Zukunftsmusik. "Ein ganz interessantes Konzept", lobte Stickelberger. Dafür mache er gerne Werbung. Im Blick auf das schwindende Engagement vieler wichtiger Dienstleistungsgeschäfte im ländlichen Raum könne so ein Laden gegen die Tendenz zur puren "Schlaf-Gemeinde" wirken. Auch deshalb denkt man im Landmarkt schon über die Ausweitung der Öffnungszeiten an einem Abendtermin nach.

Geöffnet ist der Landmarkt in der Dorfstraße 19a an allen Wochentagen zwischen 8 und 12.30 Uhr, samstags bis 13 Uhr; nachmittags außer Mittwoch und Samstag ist offen zwischen 15 und 18.30 Uhr.