Kein Ufo

Nächtliche Flüge über Lörrach für ein neues 3-D-Modell

Daniel Gramespacher

Von Daniel Gramespacher

Do, 21. Juni 2018 um 14:57 Uhr

Basel

Ufo oder Aufklärungsflug? Leser haben ein nicht zu identifizierendes Flugobjekt entdeckt. Die Recherche ergab: Alles ist rechtens. Die Flüge hatte der Kanton Basel-Stadt in Auftrag gegeben.

Ein rot blinkendes Flugobjekt, das in den Nächten auf Mittwoch und Donnerstag stundenlang über Basel und Umgebung kreiste, sorgte grenzüberschreitend für Aufsehen. Es handelte sich weder um Außerirdische noch um Aufklärungsflüge im Auftrag der Grenzwache, wie aufgeschreckte Leser mutmaßten. Auftraggeber war vielmehr der Kanton Basel-Stadt, der im Hinblick auf große Infrastrukturprojekte ein dreidimensionales Modell von Gebäuden und Gelände erstellt.

Eine zweimotorige Cessna

Wie Daniel Hofer vom Bau- und Verkehrsdepartement auf BZ-Anfrage erläuterte, überflog eine zweimotorige Cessna in etwa 1500 Meter Höhe Basel-Stadt gitternetzförmig und erfasste den gesamten Kanton mit einem Laserscan – in der ersten Nacht fünf Stunden über der Stadt Basel, in der zweiten drei Stunden über Riehen, Bettingen und dem Rhein. Ziel ist, ein aktuelles dreidimensionales Gebäude- und Geländemodell des Stadtkantons zu erstellen. Dies sei im Hinblick auf geplante große Infrastrukturprojekte wie der Rheintunnel und das S-Bahn-Herzstück eine wichtige Planungsgrundlage.

Nur nachts eine Fluggenehmigung

Eine Vermessung aus der Luft sei deutlich kostengünstiger als eine Messung vom Boden aus. Den Zeitpunkt für die Flüge wählte dabei nicht der Kanton. Vielmehr benötigte er hierfür eine Genehmigung der Luftfahrtbehörden im Dreiland. Diese habe er von der zuständigen französischen Flugbehörde nur für die Nacht erhalten, erklärt Hofer. Was für den beabsichtigten Zweck unproblematisch war: Ein Laserscan benötigt kein Tageslicht. Zudem muss das Wetter einigermaßen gut sein, damit die Maschine stabil fliegt. Bei hoher Gewittergefahr wie vergangene Woche sind solche Vermessungsflüge nicht möglich. Da die Piloten abhängig vom Flugverkehr die definitive Freigabe erst kurzfristig erhalten, wurden die Flüge nicht angekündigt. Künftig will das Departement im Voraus aber besser kommunizieren, um niemanden zu erschrecken.

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