"Riesenhausnummer für den Verein"

Johanna Hoegg

Von Johanna Hoegg

Di, 31. Juli 2018

Inzlingen

Das Inzlinger Waiefescht bietet das bewährte Programm mit neuer musikalischer Ausrichtung am Montagabend.

INZLINGEN. Ein Traditionsfest wie das Inzlinger "Waiefescht" ist seit Jahrzehnten eine feste Größe in der Region. Trotz mannigfacher Konkurrenz in anderen Orten bewahrt es sich auch in seiner 68. Auflage seinen ganz speziellen Charakter zwischen urigem Volksfest, Party-Event für die jüngere Generation und regionalem Blasmusik-Treffen. "Das Fest ist eine Riesenhausnummer für unseren Verein und soll alle Generationen ansprechen", sagt Martin Reinl, der Vorsitzende des Musikvereins.

Musikalisch gut aufgestellt ist der Musikverein Inzlingen mit 45 Aktiven und einem beachtlichen Jugendorchester. Doch die musikalischen Qualitäten sind vor und am Wochenende vom 15. bis 17. September ausnahmsweise weniger gefragt, dagegen viel Einsatzkraft und hilfsbereite Hände. Zusammen mit einer Vielzahl ehrenamtlicher Helfer aus anderen Vereinen und privaten Freundeskreisen werden die umfangreichen Vorbereitungen, der Zeltaufbau, die Festorganisation "gestemmt". Trotz einiger Neuerungen in Programm und kulinarischem Angebot bleibt eins gleich wie von jeher: Die Inzlinger Bäckerei Kunzelmann liefert an allen Tagen quadratmeterweise die beliebten Zwiebel-, Zwetschgen- und Apfel-Waie.

Der Festbetrieb im großen Zelt auf der Wiese beim Wasserschloss läuft ab 12 Uhr am Samstag, 15. September. Abends spielt die Band "Lost Eden", die schon in den vergangenen beiden Jahren für Partystimmung sorgte. Die junge Coverband bietet mit drei Sängerinnen "girl power hoch drei" und Partyvergnügen mit Hits von den 70er Jahren bis zu aktuellen Rock und Pop-Titeln. "Bunt und laut" charakterisiert Martin Reinl die Show. Weil man aber nach altem Brauch für jede Generation Spezielles anbieten möchte, bleibt es am Sonntagnachmittag bei Blasmusik. Zugesagt haben die Hebelmusik Hausen (sie eröffnet den volkstümlichen Reigen um 11.30 Uhr), die Trachtenkapellen Brandenberg und Niederwihl, die Musikvereine Degerfelden und Wiechs.

Der Montag zieht mit dem traditionellen Handwerker- und Firmenhock ab 12 Uhr stets viel örtliche Prominenz und Menschen aus der Region an. Neu ist, dass neben der Zwiebelwaie mit Speck auf der Speisenkarte auch eine vegetarische Kreation steht. Als Überraschung wird am Montag im Rahmen des Kindernachmittags (die Jugendleiterinnen kümmern sich um die kleinen Gäste mit allerhand Spaß- und Gewinnspielen) auch der beliebte Inzlinger Clown Pat auftreten (16.15 Uhr). Die Dinkelberger Musikanten tragen zur musikalischen Umrahmung des gemütlichen Vorabendhocks bei. Und am Abend hat der veranstaltende Musikverein eine Gruppe engagiert, die gute und tanzbare Musik machen. Das Duo "Foresta Nera" (Enrico Novi und Holger Maier) bieten einen handgemachten Sound, denn sie musizieren zu ihrer eigenen elektronischen Hintergrundmischung. Der Verein verspricht sich von diesem Auftritt eine Aufwertung des Ausklang-Abends.

Da der Verein mit seinem Fest nicht mit der Hilfe großer Sponsoren rechnen kann und die Finanzierung des Vereinslebens auch die aufwendige Ausbildung junger Menschen einschließt, dient das dreitägige Fest zwar der Freude der Besucher aller Altersgruppen, vor allem aber als Existenzgrundlage. "Das Waiefescht ist in dieser Größenordnung eine heiße, schwierige, teure Geschichte und sie wird immer schwieriger", sagt der Vorsitzende.