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15. November 2011

Wenn "Der Taucher" zur Minioper wird

Eindrucksvolles Benefizkonzert zweier Künstler und Väter fürs Mäuslehäusle: Martin Krämer (Bariton), Urs Liska (Klavier).

INZLINGEN. Es war ein besonderes Ereignis für Inzlingen, das Benefizkonzert zugunsten des Mäuslehäusles im voll besetzten Bürgersaal: Gespannte Aufmerksamkeit im verdunkelten Raum, ein Pianist, ein Sänger mit Liedern und Balladen unter dem geheimnisvollen Titel "Auf der Wellen Spiegel ...". Was Urs Liska bewundernswert am Klavier und Martin Krämer als stimmgewaltiger Bariton an spannungsreichen Interpretationen romantischer Schubert-Lieder aus dem Zyklus "Die schöne Müllerin" (Text: Wilhelm Müller) zur Einstimmung boten, atmete schon die schöne Melancholie, die den Zuhörer den ganzen Abend über umfangen sollte. "Du hast mit deinem Rauschen mir ganz berauscht den Sinn." Man konnte diese Zeile aus dem ersten Lied fast als programmatisch empfinden für die Liedfolge, die viele Überraschungen interpretatorischer Art brachte, so auch "Der Zwerg" von Collin und "Auf der Donau" (J. Mayrhofer).

Der Spätromantiker Franz Liszt war vertreten mit der traurigen Sage von der "Lorelei" nach dem Text von Heinrich Heine, "Der traurige Mönch" mit melodramatischer Klavierbegleitung (Text: Nikolaus Lenau) und der "König in Thule" nach der Mär vom mutigen Jüngling, der sich in Meeresfluten stürzt und letztlich Ring, Braut und Leben verliert. Unheimliche Klangkaskaden der tosenden Wellen, deklamatorische Glanzleistungen Krämers zogen die Hörer in ihren Bann. Von den Interpreten als "Minioper" angekündigt war "Der Taucher" von Friedrich Schiller in der Vertonung von Franz Schubert. Wahrlich, es hätte kaum spannender gestaltet werden können, was da klangmalerisch als rasende Phantasterei aus tiefsten und schauerlichsten Meeresgründen emporstieg. Die von Urs Liska gezogene Parallele zu Teenagerfantasien im Harry-Potter-Zeitalter ließ daran denken, wie sich vor 150 Jahren die Menschen gern in kleineren Kreisen gesellig zusammenfanden, um sich an musikalischen (und echten) "Häppchen" zu erfreuen.

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In dieser Tradition hatten auch die Mitglieder des Mäuslehäusles Vorbereitungen getroffen. Für Erfrischungen und kleine Laugenmäuse war gesorgt, Sponsoren hatten das Umfeld mit gestaltet. Die Idee, eine Benefizveranstaltung zu organisieren, war von Urs Liska (Freiburg) und Martin Krämer (Inzlingen) ausgegangen. Beide Künstler haben als Väter kleiner Kinder Verständnis für Einrichtungen, die für ihre Arbeit auf Spendengelder dringend angewiesen sind. Wie die Badische Zeitung berichtete, hatte das Konzert schon am 8. November für den Christophorus-Kindergarten in Freiburg stattgefunden.

Anette Ritter-Schreitmüller, die Vorsitzende des Vereins für Kinder und Jugend, war nach dem Kassensturz total begeistert: "Sensationell, supergut, die Spendensumme hat unsere Vorstellungen weit übertroffen. Wir haben große Hochachtung vor den beiden Interpreten, die dieses Programm extra einstudiert haben", sagte sie am Montag nach dem Konzert. Das Geld werde allen vom Mäuslehäusle initiierten Angeboten und Gruppen zugutekommen – zunächst der Weihnachtsbastelaktion im Dezember und später auch wieder dem Ferienprogramm 2012.

Autor: Johanna Högg