Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

07. Juli 2014

Wichtiger Dienst an der Allgemeinheit

Inzlinger Feuerwehr feierte mit zahlreichen Gästen das 150-jährige Bestehen / Lob von Minister Stickelberger und vom Bundestagsabgeordneten Armin Schuster.

  1. Für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst geehrt wurden (von rechts) Reinhard Keller, Andreas Bachthaler, Simon Pfost, Konrad Rüsch, Thomas Muck. Das silberne Ehrenzeichen übergab zusammen mit dem stellvertretenden Kreisbrandmeister Claus Werner (verdeckt) im Auftrag des Innenministeriums der stellvertretende Kommandant Frank Sütterlin. Landrätin Marion Dammann und Kommandant Thomas Muck (rechtes Bild). Foto: Johanna Högg

  2. Foto: Johanna Hoegg

  3. Schöne alte Feuerwehrautos gab es beim Umzug am Sonntag zu bestaunen. Dabei zeigte sich, wie sich die Technik, nicht aber der Sinn der Feuerwehr gewandelt hat. Foto: Lorina Brugger

  4. Foto: Lorina Brugger

INZLINGEN. Festliche Atmosphäre, Freude und gute Stimmung sowie Begeisterung über die temperamentvolle Gestaltung des Unterhaltungsteils prägten die Auftaktveranstaltung des großen Feuerwehrjubiläums im Zelt. 150 Jahre Tradition im ehrenamtlichen Dienst am Nächsten waren aus berufenem und prominentem Mund viele ehrliche Komplimente wert. Am Sonntag zeigte die Feuerwehr beim Umzug Leistungsstärke und Tradition.

Bürgermeister Marco Muchenberger versprach nicht nur für 2015 ein neues Löschfahrzeug als nachträgliches Präsent, sondern übernahm als Vorsitzender aller Inzlinger Vereine (OAI) die kostspielige Restaurierung der 110 Jahre alten Fahne. Sie wurde zu Beginn nach feierlichem Einmarsch der Wehr begeistert begrüßt.

Stolz dürfe man sein, in der Gemeinde seit 150 Jahren eine Institution zu haben, die sich freiwillig ehrenamtlich zu "unbezahlbarem und unschätzbarem" Dienst für alle bereit finde, sagte Bürgermeister Marco Muchenberger. Das sei in höchstem Maße anerkennenswert. Er sehe darin auch ein Spiegelbild für engagierte Gemeinschaft im Dorf, die Inzlingen ganz besonders auszeichne.

Werbung


Justizminister Rainer Stickelberger bezeichnete die Feuerwehr als lebendigste und größte Bürgerinitiative: "Sie debattieren nicht, Sie krempeln die Ärmel hoch". Gelebter Gemeinsinn sei ein festes Fundament, "eine Triebfeder, die in die Zukunft trägt." Zu loben sei die Jugendwehr als solide Basis. Zitate aus der "hervorragenden Festschrift", die vornehmlich von Bürgermeister i.R. Erich Hildebrand zusammengestellt wurde, unterstrichen seine Worte.

Der Bundestagsabgeordnete Armin Schuster bekundete "als ehemaliger Polizist seine tiefe emotionale Bindung" an die Feuerwehrleute, von denen es im Land Baden-Württemberg 108 000 gibt. Mit ihrem "unglaublich wichtigen Dienst", für den er hohen Respekt zollte, seien sie "Kitt in unserer Gesellschaft".

Landrätin Marion Dammann ermunterte die weiblichen Inzlinger, sich der Feuerwehr anzuschließen. Drei Mädchen in der Jugendwehr seien immerhin ein Anfang. Die Mitgliedschaft bringe Kompetenzen und verlange Bereitschaft zum Teamwork. Für den Kreis Lörrach und als Repräsentantin des Eurodistrikts beurteilte sie grenzüberschreitende Zusammenarbeit auch bei den Wehren als sehr positiv.

Thomas Muck, Kommandant der Jubiläumswehr, freute sich eingangs über den Besuch vieler Feuerwehr-Kollegen der Nachbarschaft und hier vor allem aus der angrenzenden Schweiz. Begrüßt wurden einige ehemalige Festdamen, die vor 25 und 50 Jahren ein Jubiläum mitgefeiert hatten, und er entbot Grüße an politische und kirchliche Vertreter. Dank sagte er für die beachtliche Spendenbereitschaft der Inzlinger und Dankeschön sagte er allen Vereinen, die sich bei der Gestaltung des Festes tatkräftig eingebracht haben. Er vergaß auch nicht die Familien der aktiven Feuerwehrleute, die sehr viel mitgetragen haben.

Spaß machte der herzerfrischende Auftritt der Buttenbergspatzen mit ihrer Leiterin Sieglinde Koch. Der Musikverein unter der Leitung von Richard Dobkowski entfaltete ein vielseitiges Repertoire mit musikalischen Leckerbissen, die viel Applaus im gut besetzten Festzelt ernteten. Zitat des Ehrenkommandanten Peter Kremer, der zusammen mit Erich Hildebrand durchs Programm führte: "Die haben supermäßig gespielt".

Die attraktiv anzusehende Tanzgruppe des Sportvereins 1904 begeisterte schwungvoll mit Präzision der Bewegungen und viel Ausdauer. Als Punkt 22 Uhr der prasselnde Gewitterregen aufs Zeltdach trommelte und selbst die Musik zur Geräuschkulisse degradierte, rettete die "Showtime" des Turnvereins mit ihrem Vorsitzenden Bernd Isele die Kontinuität. Mit heißen Rhythmen vom Band, gymnastischen Übungen und witzigen Einfällen simulierte die junge Truppe zackig sogar einen "echten" Löschangriff - und hatte Lacher und Beifallsstürme auf ihrer Seite.

Ehrungen: Namens des Kreisverbandes zeichnete Jürgen Schernhammer Erich Hildebrand mit der Deutschen Feuerwehrmedaille aus. Die silberne Ehrenmedaille erhielt Karl-Frieder Ortlieb. Für 25 Jahre im aktiven Feuerwehrdienst bekamen namens des Innenministeriums das silberne Ehrenzeichen Thomas Muck, Konrad Rüsch, Reinhard Keller, Andreas Bachthaler, Simon Pfost vom stellvertretenden Kreisbrandmeister Claus Werner überreicht.

Für langjähriges Engagement zeichnete Thomas Muck Reinhard Keller (19 Jahre Schriftführer), Hubert Hauser (22 Jahre Wirtschaftsführer), Elmar Jordan (23 Jahre Fähnrich) und Adolf Posewsky (38 Jahre Kassier) aus.

Autor: Johanna Högg