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06. Juli 2012

"Von Subventionen geprägt"

Bundes- und Landtagsabgeordnete kritisieren die Entscheidung des Unternehmens, das Weisweiler Iveco-Werk zu schließen.

WEISWEIL (BZ). Mit Kritik reagieren Abgeordnete des Bundes- und Landtages des Kreises Emmendingen auf die Bestätigung des Iveco-Chefs Alfredo Altavilla, das Iveco-Magirus-Werk in Weisweil zu schließen (wir berichteten).

CDU-Bundestagsabgeordneter Peter Weiß bedauert die Entscheidung von Iveco, das Werk in Weisweil nun doch schließen zu wollen. Aufgrund der Leistungsfähigkeit des Weisweiler Werks hätte Weiß erwartet, dass zumindest alternative Produktions- und Beschäftigungsmöglichkeiten geprüft worden wären. In Weisweil werden Feuerwehrfahrzeuge gebaut. Nun soll die Produktion nach Ulm verlagert werden, weil die dortige Lkw-Produktion nach Spanien verlagert wird. 180 Arbeitsplätze gehen damit in Weisweil verloren. Bereits vor einigen Tagen hatte Peter Weiß die Leiterin der Agentur für Arbeit, Bärbel Höltzen-Schoh, nach Weisweil eingeladen. Bei einer Besprechung im Rathaus sei zusammen mit Bürgermeister Oliver Grumber ein Krisenplan entworfen worden, so Weiß. Falls es tatsächlich zu Kündigungen komme, werde die Agentur das volle Instrumentarium der Maßnahmen zur Verfügung stellen.

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Landtagsabgeordneter Marcel Schwehr (CDU) kritisiert die Entscheidung von Iveco, bis Jahresende das Werk in Weisweil endgültig schließen zu wollen, ebenfalls: "Blindlings wird hier ein Traditionswerk zugunsten neuer Arbeitsplätze in Spanien geschlossen – das ist kurzsichtig und unsolidarisch", heißt es in einer Pressemitteilung.

Schmerzlich findet Schwehr, dass vor dem Aus von Seiten der Konzernführung kein Dialog stattgefunden habe. Überparteilich habe man sich von politischer Seite um einen Runden Tisch bemüht. Die Begründung der Schließung zeige, so Schwehr, dass nicht die vorgebrachten Argumente zum Erhalt der Arbeitsplätze gezählt haben, sondern vielmehr Fördermittel zur Schaffung neuer Arbeitsplätze im krisengebeutelten Spanien. Verantwortliches unternehmerisches Handeln sehe anders aus, so Schwehr.

So sieht es auch der Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, Alexander Schoch: "Diese Entscheidung wird nicht von Sachargumenten geprägt, sondern von der Frage nach Subventionen." Widersinnig erscheine, dass genau diese Anzahl an Stellen, die in Deutschland abgebaut werden, nun in Spanien neu geschaffen werden sollen, da in Spanien Subventionen winken, die dem wirtschaftlich schwer angeschlagene Land Investoren bringe. Im Fall Iveco sollen 500 Millionen Euro gewährt werden.

Schoch: "Es kann nicht sein, dass Spanien auf der einen Seite pleite ist und zum anderen mit dem Geld der EU-Partner nun dort neue Jobs geschaffen werden, während in Deutschland und anderswo Werke schließen und Stellen gestrichen werden".

Autor: bz